Der einfachste Weg, Kingdom Come auf Französisch zu lesen: die Urban Comics Black Label, erschienen im Dezember 2019, mit allen vier Heften, der Übersetzung von Jean-Marc Lainé und mehr als neunzig Seiten Zusatzmaterial. Die Taschenbuchausgabe Nomad von 2023 ist für alle gedacht, die sich nicht mit der Ausstattung aufhalten wollen. Fans der ersten französischen Ausgabe sollten nach den beiden Semic-Alben von 2000 oder den Heften Spécial DC von 1997 suchen.
Nur wenige Miniserien werden so sehr wegen ihrer Bilder wie wegen ihrer Handlung gelesen, und diese ist in Frankreich in weniger als dreißig Jahren in nicht weniger als acht verschiedenen Formaten erschienen. Zwischen einem Kioskmagazin von 1997, Taschenbuchalben, einem Omnibus von 2004, einem Band von Panini und mehreren Urban-Versionen wirkt die Auswahl verwirrender, als sie ist.
Wie immer in diesem Ratgeber werden nur geprüfte Angaben (Kreative, Hefte, Daten) als Fakten genannt; die Analyse stammt von uns, ohne Wiedergabe geschützter Seiten oder Dialoge.
Die Originalausgabe im Überblick
Kingdom Come erschien bei DC Comics von Mai bis August 1996 in vier Heften. Mark Waid schrieb die Geschichte, Alex Ross malte jede Seite mit Gouache, und Todd Klein besorgte die Beschriftung. Die Geschichte zeigt eine nahe Zukunft, in der die historischen Helden sich zurückgezogen haben und einer brutaleren und skrupelloseren Generation Platz machen, bis ein zurückgezogener Superman gezwungen wird, zurückzukehren.
Zwei Eigenschaften belasten die französischen Ausgaben. Erstens ist das Werk gemalt und daher sehr empfindlich gegenüber Papierqualität und Druck: Ein matter Druck schadet ihm mehr als einer Strichzeichnung. Zweitens passt die Geschichte in vier Hefte und hat ein Ende: Sie eignet sich für das Albumformat und damit für aufeinanderfolgende Neuauflagen. Zum amerikanischen Original ordnet unsere Geschichte von Superman in den Comics die Erzählung im langen Leben der Figur ein; hier bleiben wir bei dem, was auf Französisch erschienen ist.
Eine Besonderheit der amerikanischen Fassung ist für das Folgende wichtig: Die großformatige Absolute-Ausgabe von 2006 ergänzt Arbeitsdokumente, Kommentare und Figurenstudien. Zum Teil übernimmt die französische Urban-Ausgabe von 2012 dieses Material; ihr laut Katalog ursprünglicher Titel lautet Absolute Kingdom Come.
Die französischen Ausgaben in der Reihenfolge ihres Erscheinens
1997: die beiden Hefte Spécial DC von Semic
Der erste Auftritt auf Französisch erfolgt über die Zeitschrift Spécial DC, herausgegeben von Semic. Heft 2, datiert September 1997, enthält die Hefte 1 und 2 der US-Ausgabe, Heft 3, datiert November 1997, die Hefte 3 und 4. Der Untertitel „Autre monde“ (wörtlich „Another World“) begleitet beide Teile. Es handelt sich um Kioskhefte im Magazinformat, nicht um Alben; ihr Interesse ist historisch.
Für einen Sammler französischer Ausgaben ist dies die eigentliche französische Erstausgabe. Dennoch ist sie bei Lesern am wenigsten gefragt, denn Papier und Format sind die eines Magazins der Zeit, weit entfernt von dem, was man bei einem gemalten Werk erwartet. Die bibliografischen Angaben stimmen bei den Daten und bei der Aufteilung in 1-2 und dann 3-4 überein.
2000: zwei Alben von Semic Books, übersetzt von Nicole Duclos
Im Januar 2000 veröffentlichte Semic das erste Kingdom-Come-Album, das die Hefte 1 und 2 nachdruckt; das zweite folgte im Juni 2000 mit den Heften 3 und 4. Die Übersetzung wird Nicole Duclos zugeschrieben. Ein Eintrag beschreibt das erste Album als erweiterte Deluxe-Neuauflage der Spécial DC Nummer 2 von 1997.
Dies ist die erste „Buch“-Fassung der Geschichte in Frankreich. Eine Besprechung der Urban-Ausgabe von 2012 sagt, sie bevorzuge die Übersetzung von Nicole Duclos gegenüber der späteren; diese Meinung genügt, um einen Blick auf die Alben von 2000 zu rechtfertigen.
2004: der Semic-Omnibus in einem Band
Im Mai 2004 fasste Semic die vier Hefte in einem Omnibus zusammen. Eine Besprechung von 2012 erwähnt zwei Taschenbände, dann einen einzigen Band, was zu diesem Muster passt. Ein bibliografischer Eintrag nennt für diesen Omnibus eine nummerierte Auflage, begrenzt auf 1.800 Exemplare; nur eine Quelle sagt das, daher sollten Sie das vorliegende Exemplar prüfen, bevor Sie sich darauf verlassen.
Er schließt die Semic-Periode ab und ist für jeden, der eine Reihe dieses Verlags vervollständigt, der Band, der alles zusammenführt.
2010: der Panini-Band
Im November 2010 veröffentlichte Panini seine eigene Fassung als einzigen Band, der die gesamte Reihe enthält. Ein Bibliothekskatalog beschreibt ihn mit 311 Seiten, Skizzen von Alex Ross und grafischen Studien. Der Übersetzer dieser Ausgabe ist in den von uns gegengeprüften Quellen nicht belegt, daher nennen wir keinen.
Diese Ausgabe steht zwischen Semic und Urban. Für eine Sammlung ist sie ein Meilenstein: ein weiterer Verlag, der das vollständige Album mit seinen Skizzen angeboten hat, und ein Titel, den man beim Auflisten des eigenen Bestands nicht vergessen sollte.
2012: Urban Comics, Reihe DC Essentiels
2012 (im Mai oder Juni, je nach Eintrag) übernahm Urban Comics die Rechte und veröffentlichte Kingdom Come in seiner Reihe DC Essentiels. Der laut Katalog amerikanische Titel lautet Absolute Kingdom Come, und der Band ergänzt Zusatzseiten aus Justice Society of America #22. Die Übersetzung stammt von Jean-Marc Lainé.
Die damalige Besprechung nennt eine Einführung von Elliot S. Maggin, ein Nachwort, das in der vorherigen französischen Ausgabe fehlte, und rund neunzig Seiten Zusatzmaterial: Texte der Kreativen, Skizzen, Anmerkungen zu Bezügen, Farbgalerien, einen Stammbaum der Figuren und ein Nachwort von Alex Ross' Vater. Die Seitenzahl schwankt je nach Quelle zwischen 320 und 336 Seiten, je nachdem, wie die Zusatzteile gezählt werden; wir nennen daher keine einzelne Zahl.
2017: ein Auftritt in einer Kioskreihe
Eine Übersicht meldet eine Veröffentlichung 2017 in einer Kioskreihe rund um DC-Superhelden, mit einem Band mit dem Titel Justice League: Kingdom Come. Wir konnten diesen Eintrag nicht an einer zweiten Quelle prüfen; die Ausgabe existiert daher vermutlich, aber wir beschreiben weder ihren Inhalt noch ihre Seitenzahl.
2019: Urban Comics Black Label
Laut der Fachpresse veröffentlichte Urban Comics am 6. Dezember 2019 in seiner Reihe Black Label eine „Prestige“-Fassung: neue Titelillustration, glänzendes Papier, schmaleres Format, Seitenzahl unverändert gegenüber 2012. Darin finden sich über neunzig Seiten Zusatzmaterial (Skizzen, Symbole, Stammbaum), und der Innenteil ist identisch mit der vorherigen Ausgabe. Die Übersetzung bleibt die von Jean-Marc Lainé.
Dies ist die Ausgabe, die die meisten Leser heute kaufen sollten: Sie ist erhältlich, vollständig und ungekürzt.
2023: die Taschenbuchausgabe Nomad
Am 20. Januar 2023 nahm Urban Comics Kingdom Come in seine Taschenbuchreihe Nomad auf, in der zweiten Welle dieser Linie. Der Band umfasst laut zwei übereinstimmenden Quellen 224 Seiten. Die Quellen geben den redaktionellen Inhalt nicht genau an: Wenn Ihnen das Zusatzmaterial wichtig ist, prüfen Sie die Angaben zu dem konkreten Exemplar.
Entsprechung US / Frankreich
| Französische Ausgabe | Verlag und Jahr | Enthaltene US-Hefte |
|---|---|---|
| Spécial DC Nr. 2 | Semic, September 1997 | Kingdom Come #1-2 |
| Spécial DC Nr. 3 | Semic, November 1997 | Kingdom Come #3-4 |
| Kingdom Come, Album 1 | Semic Books, Januar 2000 | #1-2 |
| Kingdom Come, Album 2 | Semic Books, Juni 2000 | #3-4 |
| Kingdom Come, Omnibus | Semic, Mai 2004 | #1-4 |
| Kingdom Come, Einzelband | Panini, November 2010 | #1-4 |
| Kingdom Come, DC Essentiels | Urban Comics, 2012 | #1-4, dazu Seiten aus Justice Society of America #22 |
| Kingdom Come, Black Label | Urban Comics, Dezember 2019 | #1-4, gleicher Inhalt wie 2012 |
| Kingdom Come, Nomad (Taschenbuch) | Urban Comics, Januar 2023 | #1-4 |
Kurz zur Tabelle: Alle vollständigen Ausgaben decken die vier Hefte ab, und nur die beiden Veröffentlichungen von 1997 und 2000 teilen sie in zwei Teile zu je zwei Heften. Die Unterschiede liegen also nicht in der Geschichte, sondern im Material um sie herum, in der Übersetzung und in der Qualität des Objekts.
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Welche Ausgabe für Ihr Profil
Sie wollen die Geschichte einfach lesen. Nehmen Sie die Black Label von 2019 oder, wenn Platz und Budget zählen, die Taschenbuchausgabe Nomad von 2023. Beide enthalten die vier Hefte; der Unterschied liegt in der Größe der Bilder, und gerade die Farbe macht diese Geschichte so besonders. Für ein gemaltes Werk empfehlen wir das große Format.
Sie sammeln die erste französische Ausgabe. Streben Sie die beiden Hefte Spécial DC von 1997 an, dann die Alben von 2000. Prüfen Sie die Heftnummern, die Daten und den Zustand des Rückens, denn diese Magazine wurden viel benutzt. Die Unterschiede zwischen einer französischen Erstausgabe und einem Nachdruck gelten hier wie anderswo.
Ihnen liegt an der Übersetzung. Es gibt zwei Fassungen: die von Nicole Duclos für Semic, die von Jean-Marc Lainé für Urban. Eine 2012 veröffentlichte Besprechung hält die zweite für gelungen, bevorzugt aber die erste. Das ist eine Meinung, keine verlegerische Tatsache; um sich ein eigenes Urteil zu bilden, vergleichen Sie einige Seiten in einer Buchhandlung.
Sie mögen Zusatzmaterial. Die DC Essentiels von 2012 und die Black Label von 2019 enthalten dieselben Texte und Skizzen. Wenn Sie eine davon besitzen, rechtfertigt der Inhalt keinen Kauf der anderen.
Fallstricke und Punkte zur Beachtung
Zwei Titel, eine Geschichte. Der Bibliothekskatalog verbindet die Urban-Ausgabe von 2012 mit dem amerikanischen Titel Absolute Kingdom Come. Suchen Sie kein anderes Buch: Es ist dieselbe Geschichte mit dem Material der Absolute-Ausgabe.
Seitenzahlen, die auseinandergehen. Je nach Quelle zeigt die Ausgabe von 2012 320, 325 plus sieben Tafeln, 335 oder 336 Seiten. Die Abweichungen entstehen dadurch, wie die Zusatzteile gezählt werden. Dieses Durcheinander ist ein weiterer Grund, sich für die endgültige Zahl auf den Katalogeintrag der Bibliothek oder des Verlags zu stützen.
Nachdruck oder Neuausgabe. Der Wechsel von 2012 zu 2019 ändert den Inhalt nicht: Er ändert Umschlag, Papier und Format. Ein Nachdruck des alten Layouts hat daher nicht den Wert einer Erstauflage. Unser Leitfaden, um eine Erstausgabe von einem Nachdruck zu unterscheiden, beschreibt die Methode im Detail.
Die Hefte von 1997 sind Magazine. Ihre Nummerierung (2 und 3) gehört zum Magazin, nicht zur Geschichte: Verwechseln Sie sie nicht mit den Heften 1 bis 4 der US-Ausgabe.
Die Ausgabe von 2017 und unvollständige Übersichten. Online-Datenbanken führen Ausgaben von Kioskreihen manchmal ohne genaue Inhalte auf. Bis eine zweite Quelle sie bestätigt, behandeln Sie diese Zeilen als Hinweise.
Was diese Ausgaben als Sammlerstücke wert sind
Bei französischen Ausgaben ist die Logik umgekehrt wie beim amerikanischen Einzelheft: Es sind die vergriffenen Ausgaben, die herausragen, nicht die aktuellen. Die Black Label von 2019 und das Taschenbuch von 2023 gibt es neu, sie sind ihren Katalogpreis wert; sie sind keine Geldanlage. Die Semic-Alben von 2000 und der Omnibus von 2004 findet man heute nur noch gebraucht; dort wiegt der Abstand zwischen einem sauberen und einem vergilbten Exemplar mehr als das Erscheinungsjahr.
Die Methode zur Schätzung einer französischen Ausgabe läuft auf drei Schritte hinaus: die genaue Ausgabe bestimmen (Verlag, Reihe, Datum der Pflichtabgabe), tatsächlich abgeschlossene Verkäufe statt Angebote erfassen und nach dem Zustand von Rücken und Ecken gewichten. Die Einzelheiten des Vorgehens stehen im Artikel über die Schätzung eines französischen Comics.
Ein letzter Richtwert: Der Wert einer französischen Ausgabe von Kingdom Come wird vom Interesse an Alex Ross getragen, dessen Cover und Gemälde weit über diese Geschichte hinaus gesucht sind. Ein signiertes Exemplar oder eines mit einem Exlibris des Künstlers muss stets belegt werden.
Häufig gestellte Fragen
Für die meisten Leser die Urban Comics Black Label von Dezember 2019: die vier Hefte, die Übersetzung von Jean-Marc Lainé, glänzendes Papier, das zu Alex Ross' Malerei passt, und mehr als neunzig Seiten Zusatzmaterial. Die Taschenbuchausgabe Nomad von 2023 ersetzt sie für alle, die ein leichtes Format bevorzugen.
Zwei Übersetzer teilen sich die Verlagsgeschichte: Nicole Duclos für die Semic-Alben und den Omnibus, Jean-Marc Lainé für die Urban-Comics-Ausgaben von 2012, 2019 und 2023. Der Übersetzer der Panini-Ausgabe von 2010 ist in den von uns gegengeprüften Quellen nicht belegt.
Ja: Der Innenteil ist identisch, Zusatzmaterial eingeschlossen. Die Fassung von 2019 ändert Umschlag, glänzendes Papier und ein schmaleres Format, bei unveränderter Seitenzahl. Wenn Sie die Fassung von 2012 besitzen und ihr Zustand passt, bringt die neue auf der Textseite nichts.
Ja, aber eine alte: Semic veröffentlichte 2000 zwei Alben, das erste mit den Heften 1 und 2 im Januar, das zweite mit den Heften 3 und 4 im Juni. Davor hatten zwei Hefte des Magazins Spécial DC die Geschichte bereits 1997 in zwei Teile geteilt.
Nein, die Geschichte ist in vier Heften abgeschlossen und setzt keine Vorkenntnisse voraus. Superman, Batman und Wonder Woman zu kennen hilft, die Anspielungen zu erkennen, aber unser Leseratgeber zu Superman ist optional, um in das Album einzusteigen.
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