Biografie
Grant Morrison, geboren am 31. Januar 1960 in Glasgow, Schottland, ist einer der kühnsten, komplexesten und polarisierendsten Autoren der Comicgeschichte. Als non-binär identifiziert und im Englischen mit dem Pronomen they angesprochen, hat Morrison ein Werk geschaffen, das die Grenzen des Mediums sprengt und Philosophie, Okkultismus und Metafiktion miteinander verwebt. Ihre Ankunft bei DC Comics Ende der 1980er Jahre läutet eine beispiellose Ära der kreativen Erneuerung ein.
Morrison beginnt bei DC mit Animal Man (#1-26, 1988-1990), einer Serie, die als ökologische Neuausrichtung der Figur startet, sich aber schnell zu einer schwindelerregenden metanarrativen Dekonstruktion entwickelt, in der der Held schließlich seinem eigenen Autor begegnet. Dieses Werk, unmittelbar gefolgt von Doom Patrol (#19-63, 1989-1993), etabliert Morrison als Vorreiter eines experimentellen, surrealistischen und zutiefst literarischen Comics. Doom Patrol führt Konzepte wie die Brotherhood of Dada und Danny the Street ein, eine lebendige, in Frauenkleidern auftretende Straße, die die Grenzen des Genres sprengen.
1997 übernimmt Morrison die Zügel bei JLA (#1-41) und verleiht der Justice League ihren einstigen Glanz zurück, indem sie sie als modernes Pantheon von Göttern behandelt. Ihre JLA, gezeichnet von Howard Porter, ist ein kommerzieller und kritischer Erfolg, der die Franchise wiederbelebt. Parallel dazu ist The Invisibles (1994-2000), erschienen bei Vertigo, ihr persönlichstes Werk — eine Mischung aus Chaostheorie, Magie und Gegenkultur, die später die Matrix-Trilogie der Wachowskis beeinflussen wird.
Das Magnum Opus von Morrison bei DC ist wohl All-Star Superman (2005-2008), gezeichnet von Frank Quitely. In 12 Heften destilliert diese Serie das Wesen Supermans zu einer Geschichte, die zugleich kosmisch und zutiefst menschlich ist, und wird einhellig als eine der besten je geschriebenen Superheldengeschichten gefeiert. Die Serie ist ein Muss für Sammler, und Erstdrucke in hoher CGC-Erhaltung sind sehr gefragt.
Ihr Run auf Batman (2006-2013) ist ebenso ambitioniert. Von „Batman and Son" über „Final Crisis" und „Batman Incorporated" bis hin zu „Batman R.I.P." webt Morrison eine weitverzweigte Saga, die jede Batman-Ära in eine kohärente Kontinuität einbindet und selbst die absurdesten Geschichten der Schiff-Ära in bedeutungsvolle erzählerische Elemente verwandelt. Batman #655 (erster Auftritt von Damian Wayne) ist zu einem modernen Schlüsselheft geworden, das stark gesammelt wird.
Morrison stellt für Sammler ebenso eine intellektuelle wie eine finanzielle Investition dar. Ihr Werk belohnt das erneute Lesen und die Analyse und macht jedes Heft zu einem Sammlerstück, das zugleich physisch und konzeptuell ist.
Mitgeschaffene Figuren