Doomsday tritt erstmals im November 1992 in Superman: The Man of Steel #17 auf (Cameo), bevor er in Superman #74 im Dezember 1992 vollständig enthüllt wird, erschaffen von Dan Jurgens und Brett Breeding bei DC Comics. Als genetische Waffe eines prähistorischen kryptonischen Wissenschaftlers konzipiert, wird die Figur zum einzigen Gegner, der Superman in The Death of Superman tatsächlich getötet hat – und macht damit aus einem bis dahin unbekannten Bösewicht eine weltweite Verkaufssensation. Dieser Guide zeichnet seine Entstehung, seine vollständige Biografie, die Chronologie der Serien, die wichtigsten Schlüsselausgaben und die großen Story-Arcs zum Sammeln nach.
Doomsday nimmt in der DC-Mythologie eine besondere Stellung ein: Er ist weder ein Strippenzieher noch ein ideologischer Rivale, noch ein Thronräuber. Er ist eine Kreatur, die einzig zum Töten geschaffen wurde und 1992 in einer Geschichte losgelassen wurde, die das Jahrzehnt prägte. Mit Superman #75 (Januar 1993) verkaufte DC laut den damals kolportierten Zahlen innerhalb weniger Wochen mehrere Millionen Exemplare und löste damit eines der letzten großen Spekulationsphänomene des Direktmarktes vor dem Einbruch von 1996 aus. Die Figur blickt heute auf über drei Jahrzehnte an Auftritten, zwei nach ihr benannte Serien und eine feste Präsenz in den Superman-Arcs der Post-Crisis-Ära zurück.
Dieser Artikel rekonstruiert die redaktionelle Entstehung von Doomsday, seine Biografie innerhalb des Universums, den Werdegang der Serien, in denen er eine Rolle spielt, die Top 10 der gesuchtesten Einzelausgaben sowie die prägenden Story-Arcs für alle, die eine kohärente Sammlung aufbauen möchten. Für weiterführende Informationen zum Superman-Kontext und den frühen Auftritten des Kryptoniers ist der Guide Schlüsselausgaben Superman eine sinnvolle Ergänzung.
Biografie von Doomsday
Doomsday ist eine Figur von DC Comics, erschaffen von Dan Jurgens und Brett Breeding. Sein erster Auftritt findet in Superman: The Man of Steel #17 (November 1992) als Cameo statt, gefolgt von der vollständigen Enthüllung in Superman #74 (Dezember 1992). Er ist der einzige Antagonist, der Superman in der Hauptkontinuität der Post-Crisis-Ära physisch getötet hat – ein Ereignis, das ausführlich in der vollständigen Geschichte von Superman beschrieben wird.
Steckbrief von Doomsday
- Echter Name: Unbekannt (erschaffen auf dem prähistorischen Krypton, bezeichnet als „The Ultimate")
- Erstauftritt: Superman: The Man of Steel #17 (November 1992, Cameo) — Superman #74 (Dezember 1992, vollständige Enthüllung)
- Erschaffer: Dan Jurgens, Brett Breeding
- Verlag: DC Comics
- Zugehörigkeiten: Keine feste Zugehörigkeit (einzelgängerische Zerstörungskraft)
- Status: Bösewicht
Ursprünge der Figur
Doomsday entstand aus einem sehr konkreten redaktionellen Auftrag. Zu Beginn der 1990er-Jahre musste das Superman-Team ein Schockereignis produzieren, um die Verkaufszahlen des Kryptoniers wieder anzukurbeln; das ursprünglich geplante Projekt – eine Hochzeit von Clark Kent und Lois Lane – wurde wegen der Produktion der Fernsehserie Lois & Clark auf Eis gelegt. Dan Jurgens schlug einen völlig neuartigen physischen Gegner vor, der nicht spricht, nicht verhandelt und keine eigene Agenda verfolgt. Der Ursprung innerhalb des Universums wird schrittweise in Superman/Doomsday: Hunter/Prey (1994) enthüllt: Ein kryptonischer Wissenschaftler namens Bertron experimentiert an einem Baby, das er in die lebensfeindliche Wildnis des prähistorischen Krypton aussetzt – getötet und Hunderte Male geklont, um einen Organismus zu erschaffen, der sich mit jedem Tod weiterentwickeln kann. Das Ergebnis besitzt keine Persönlichkeit, sondern nur ein genetisches Gedächtnis des Schmerzes. Dieser erzählerische Ansatz – ein Bösewicht, der durch seine erworbene Immunität statt durch seine Psychologie definiert wird – bricht mit der DC-Tradition.
Kräfte und Fähigkeiten
- Unbegrenzte übermenschliche Kraft: kann Superman im direkten Kampf standhalten, ohne dass eine echte Obergrenze gemessen wurde
- Adaptive Regeneration: beschleunigte Gewebeheilung, selbst nach schweren Verstümmelungen
- Post-mortale Immunität: Nachdem er durch eine bestimmte Methode getötet wurde, kehrt er immun gegen diese Todesursache zurück
- Widerstandsfähigkeit und Ausdauer: nahezu undurchdringliche Haut, hervorstehendes knöchernes Exoskelett, Resistenz gegen das Vakuum des Weltraums
- Kampfinstinkt: anhaltende Aggression, keinerlei Ermüdung, genetisches Gedächtnis früherer Kämpfe
Kostüm und visuelle Identität
Doomsday besitzt kein Kostüm im klassischen Sinn. Seine Silhouette wird von grün-grauer Haut, einer struppigen weißen Mähne und einem weißen knöchernen Exoskelett dominiert, das an den Gelenken, Ellbogen, Knien und am Rücken durch das Fleisch bricht. Eine zerrissene grüne Hose, Überbleibsel eines kryptonischen Haftanzugs, ist sein einziges Kleidungsstück. Die Ästhetik trägt die Handschrift von Dan Jurgens und hat sich seit 1992 kaum verändert; spätere Varianten (der rationale Doomsday, der kosmische Doomsday) behalten dieselbe visuelle Grundlage bei.
Chronologie der Doomsday-Serien
Doomsday hat keine eigene laufende Serie. Seine redaktionelle Laufbahn baut sich rund um Superman-Arcs und dedizierte Miniserien auf, die die Folgen von The Death of Superman ausschöpfen. Sammler konzentrieren sich in der Regel auf die Auftritte im Umfeld dieser Ereignisse, die auf dem Sekundärmarkt besser referenziert sind als die späteren Auftritte.
The Death of Superman — heftübergreifender Arc (Superman, Action Comics, Adventures of Superman, Man of Steel)
Der Arc, der Doomsday einführt, gemeinschaftlich geschrieben von Dan Jurgens, Louise Simonson, Roger Stern und Jerry Ordway. Der progressive Aufbau (ein Schlag pro Ausgabe, visueller Countdown auf den Covern) macht ihn zu einem redaktionellen Lehrbeispiel. Alle beteiligten Ausgaben wurden damals überdruckt, was ihre Wertsteigerung begrenzt – außer Superman #75 und die Varianten der ersten Druckläufe.
Superman/Doomsday: Hunter/Prey
Dan Jurgens schreibt und zeichnet die Miniserie, die endlich den Ursprung von Doomsday enthüllt: prähistorisches Krypton, genetische Experimente von Bertron, Zyklus von Tod und Wiedergeburt. Prestige-Format, Glanzpapier, kontrollierte Auflage. Dies ist der Referenztitel, um die Natur der Figur zu verstehen, und ein Muss für eine gezielte Doomsday-Sammlung.
Superman: The Doomsday Wars
Dan Jurgens kehrt für eine zweite Miniserie zurück und stellt Superman einem mit Brainiac kombinierten Doomsday gegenüber. Die Handlung nutzt den Immunitätsmechanismus der Figur aus und läutet die redaktionelle Ermüdung ein, die folgen sollte: Durch die ständige Rückkehr verliert der einzige Bösewicht, der Superman getötet hat, nach und nach seine Aura existenzieller Bedrohung.
Action Comics #957-966 — „Path of Doom" (Rebirth)
Dan Jurgens schreibt den ersten Arc von Action Comics nach dem Rebirth-Neustart und rückt Doomsday wieder in den Vordergrund. Klassische Nummerierung wiederhergestellt, Rückkehr der Codes von 1992, Präsenz von Lois und Jon Kent. Diese Ausgaben sind als Backissues gut zugänglich und eignen sich für alle, die eine moderne Lektüre suchen, ohne sich auf die Arcs der 1990er-Jahre einzulassen.
Übergreifende Auftritte — Justice League, Doomsday Clock, DC-Events
Doomsday kehrt in JLA, Superman/Batman und Reign of Doomsday (2011) zurück und gibt (ohne dort als zentraler Antagonist aufzutreten) seinen Namen an Doomsday Clock von Geoff Johns. Diese Nebenauftritte prägen eine Sammlung kaum, erlauben aber, chronologische Lücken zu schließen.
Top 10 Schlüsselausgaben von Doomsday
Die Sammlerhierarchie wird weiterhin von den Ausgaben aus 1992-1993 dominiert. Für eine übergreifende Betrachtung der DC-Erstauftritte desselben Zyklus siehe auch den Wert von Action Comics #1.
Superman: The Man of Steel #17
Offizielles Cameo von Doomsday, dessen Faust aus einem unterirdischen Container ragt. Im kollektiven Gedächtnis oft von Superman #75 überschattet, bleibt diese Ausgabe dennoch der eigentliche Erstauftritt. Seit 2016 steigende Bewertung, CGC-9.8-Preisspanne je nach Grad und Signatur variabel, Nachfrage getrieben von puristischen First-App-Käufern.
Superman #74
Erste Ausgabe, in der Doomsday vollständig zu sehen ist. Oft zugunsten von #75 vernachlässigt, hält der Wert sich stabil und tendiert dazu, parallel zu den Zyklen der DC-Kinoadaptionen zu steigen. Richtwert je nach Grad unterschiedlich, die massive Erstauflage wird durch den Verschleiß der rohen Exemplare ausgeglichen.
Superman #75
Die meistverkaufte Ausgabe des Jahrzehnts bei DC, ausgeliefert in schwarzer Folienhülle mit Trauerband, Poster und Gedenkbriefmarke für die Platinum-Version. Existiert in mehreren Editionen (Kiosk, Comicladen, versiegelt, Platinum, Memorial Edition). Der Wert unterscheidet sich stark je nach Edition und Zustand der Folienhülle. Für die ungeöffnete Platinum-Version zeigt sich ein seit 2016 steigender Richtwert.
Superman: The Man of Steel #18
Von einem Teil der Sammler redaktionell als erster vollständiger Auftritt betrachtet. Schlüsselausgabe des Arcs The Death of Superman, profitiert von der Dynamik der #17 und bleibt in Rohzustand gut zugänglich, in sauberem CGC 9.8 jedoch seltener.
Superman/Doomsday: Hunter/Prey #1
Erste Ausgabe der Prestige-Miniserie, die die kryptonische Herkunft der Figur enthüllt. Glanzpapier-Format, Cover von Jurgens. Der Wert bleibt im Vergleich zu 1992 bescheiden, doch die Ausgabe ist für eine lore-orientierte Doomsday-Sammlung unverzichtbar.
Adventures of Superman #497
Ausgabe unmittelbar nach dem Tod, mit der der Arc Funeral for a Friend beginnt. Restauftritt eines neutralisierten Doomsday. Wichtige Ausgabe für die vollständige Chronologie, in Rohzustand erschwinglich, in Grad 9.6+ stärker gesucht.
Superman: The Doomsday Wars #1
Erste Ausgabe der Miniserie von 1998, die Doomsday gegen einen wieder in die Kontinuität eingegliederten Superman antreten lässt. Denkwürdiges Cover von Dan Jurgens. Die Ausgabe bleibt zugänglich und ermöglicht es, eine Doomsday-Sammlung über den reinen 1992er-Zyklus hinaus zu erweitern.
Action Comics #684
Schlüsselausgabe von Action Comics im Arc The Death of Superman, mit dem heftigsten Kampf vor dem Höhepunkt in #75. Von Completisten des Arcs gesucht, steigender Wert seit den Trade-Neuauflagen.
Action Comics #957 (Rebirth)
Erste Ausgabe des Rebirth-Neustarts von Action Comics unter Dan Jurgens, mit Doomsday als Hauptantagonisten. Rückkehr zur klassischen Nummerierung. Kontrollierte Auflage und mehrere Varianten, die bei Rebirth-Sammlern gefragt sind.
Reign of Doomsday — Action Comics #900
Action Comics #900 schließt den Arc Reign of Doomsday ab. Überdimensionierte Jubiläumsausgabe, Variant-Cover, mehrere redaktionelle Signaturen. Wichtig für Sammler, die auf die Meilensteine der Hauptserie abzielen, weniger für Doomsday-Puristen.
Große Story-Arcs und Kult-Runs
The Death of Superman (1992-1993, Jurgens, Simonson, Stern, Ordway) bleibt der Referenz-Arc: zwölf Ausgaben verteilt auf vier Titel, für die damalige Zeit neuartige Struktur, tatsächlicher Tod des Protagonisten. Funeral for a Friend (1993) verlängert den Schock, indem die Leere nach Supermans Tod und die Gerüchte um Doomsday erkundet werden. Reign of the Supermen (1993) schließt den Zyklus mit vier Anwärtern auf die kryptonische Identität ab; Doomsday tritt darin kaum auf, bleibt aber strukturell präsent. Superman/Doomsday: Hunter/Prey (1994, Jurgens) etabliert die prähistorische kryptonische Mythologie der Figur. Reign of Doomsday (2011) bietet eine heftübergreifende Neuinterpretation mit mehreren geklonten Doomsdays. Path of Doom (Rebirth, 2016) schließt vorläufig die redaktionelle Schuld zwischen der Figur und dem Arc, der sie hervorgebracht hat. Um diese Arcs in der allgemeinen Superman-Chronologie einzuordnen, siehe die Schlüsselausgaben von Superman.
Adaptionen und kultureller Einfluss
Doomsday wird bereits 2007 im Animationsfilm Superman: Doomsday adaptiert, dann 2016 im Kinofilm Batman v Superman: Dawn of Justice von Zack Snyder, wo er aus der Leiche von General Zod rekonstruiert wird. Die Kinopräsenz löst ab 2015 einen Aufwärtszyklus bei den Varianten von Superman #75 und Man of Steel #17 aus. Die Figur taucht außerdem in Smallville, in den Spielen Injustice sowie in der Syfy-Serie Krypton auf. Der kulturelle Einfluss bleibt stark an das Ereignis von 1992 gekoppelt: Doomsday wird selten um seiner selbst willen behandelt, sondern als Werkzeug des einzigen Moments, in dem Superman niedergestreckt wurde – was eine stabile, aber begrenzte Nachfrage nach den originalen Einzelausgaben aufrechterhält.
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