Die beiden tragenden Säulen des Wonder Woman Bronze Age sind Wonder Woman Vol. 1 #179 (Dezember 1968, Dennis O'Neil & Mike Sekowsky — Diana verzichtet auf ihre Kräfte) und #204 (Januar-Februar 1973, Robert Kanigher & Don Heck — Kräfte wiederhergestellt, Erstauftritt von Nubia). Unser eBay-Schätzer findet 14 Angebote für die #179 — ein Signal knapp unter der Zuverlässigkeitsschwelle — sowie einen Median von 9 € bei 28 Angeboten für die #204. Gegradete CGC-Exemplare erreichen ein ganz anderes Preisniveau.
1941 von William Moulton Marston (Szenario) und Harry G. Peter (Zeichnungen) ins Leben gerufen, ist Wonder Woman eine der wenigen Heldinnen, die jede Ära des amerikanischen Comics ohne Unterbrechung durchlaufen hat. Vol. 1 (1942-1986) bringt es auf 329 Ausgaben. Nach dem Golden Age — mit Grails wie All Star Comics #8 (Dezember 1941, Erstauftritt von Diana, dokumentierter Verkaufsrekord: 1,62 Millionen US-Dollar für ein CGC 9.4, Heritage Auctions, Juni 2022) — und dem Silver Age tritt die Serie Ende der 1960er-Jahre in eine Phase tiefgreifender Neuausrichtung ein, aus der die beiden gefragtesten Bronze-Age-Schlüsselausgaben hervorgehen.
Dieser Ratgeber beschränkt sich auf das Nachprüfbare: eBay-Mediane aus unserem Schätzer (eBay.fr + eBay.com, Juni 2026) sowie durch Heritage Auctions, CGC und Overstreet dokumentierte Rekorde. Ist das Angebotsvolumen auf eBay unzureichend, greifen qualitative Daten oder Overstreet-Referenzen — es wird nichts erfunden. Zu beachten: Wonder Woman Vol. 1 #1 von 1942 (Golden Age) und Vol. 2 #1 von 1987 (George Perez) sind zwei sehr unterschiedliche Ausgaben; sie werden nicht verwechselt.
Die Bronze-Age-Schlüsselausgaben von Wonder Woman (reale Kurse, Juni 2026)
Kurse = Daten des eBay-Schätzers über alle Erhaltungsgrade hinweg. „Signal zu schwach" = weniger als 15 aktive Angebote — Median wird nicht im Titel genannt. Dokumentierter Rekord = beste bekannte öffentliche Transaktion.
| Ausgabe | Bedeutung | eBay-Daten (alle Erhaltungsgrade) | Dokumentierter Rekord |
|---|---|---|---|
| WW #179 (Dez. 1968) | Diana verzichtet auf ihre Kräfte + Erstauftritt I-Ching; Beginn der Diana-Prince-Ära | 14 Angebote — Signal zu schwach für zuverlässigen Median | 132 $ (CGC 9.2); Overstreet: 103 $ bei 9.0 / 145 $ bei 9.2 |
| WW #204 (Jan.-Feb. 1973) | Kräfte wiederhergestellt + Erstauftritt Nubia (1. schwarze Superheldin bei DC) | Median 9 € · Höchstwert 24 € · 28 Angebote | Öffentlich nicht dokumentiert in sehr hohem Erhaltungsgrad |
| WW #200 (Apr. 1972) | Jubiläumsausgabe, ikonisches Cover | Median 22 € · Höchstwert 46 € · 22 Angebote | Öffentlich nicht dokumentiert |
| WW #196 (Okt. 1971) | Diana-Prince-Ära, markantes psychedelisches Cover | Median 11 € · Höchstwert 24 € · 20 Angebote | Öffentlich nicht dokumentiert |
Quellen Rekorde: Overstreet Price Guide, CGC Census, Heritage Auctions.
Wonder Woman #179: Diana verzichtet auf ihre Kräfte (Dezember 1968)
Veröffentlicht im Dezember 1968, ist Wonder Woman #179 (Vol. 1) eine der radikalsten erzählerischen Wendungen in der Geschichte von DC Comics. Szenario: Dennis O'Neil; Zeichnungen: Mike Sekowsky; Inker: Dick Giordano; Chefredakteur: Jack Miller. Die Geschichte — mit dem Titel „Wonder Woman's Last Battle" — zeigt, wie die Amazonen gezwungen sind, die irdische Dimension zu verlassen, um nach 10.000 Jahren Anwesenheit auf der Erde ihre Magie wiederherzustellen. Diana entscheidet sich, bei Steve Trevor zu bleiben, statt mit ihrer Mutter Hippolyte zu gehen — doch dieses Opfer hat seinen Preis: In einem amazonischen Verzichtsritual gibt sie ihre Kräfte, ihr Kostüm und ihren Titel auf.
Die Ausgabe führt außerdem I-Ching ein, einen blinden Kampfkunstmeister, der zum Mentor von Diana wird — nun eine einfache Sterbliche, Geschäftsinhaberin, die mit Karate kämpft. Diese „Diana-Prince-Ära" dauert bis zur #203 (1972) und bleibt eine der meistdiskutierten Perioden des amerikanischen Comics: Manche sehen darin einen vorausschauenden Feminismus (Diana handelt ohne übernatürliche Kräfte), andere einen Rückschritt (sie verliert ihre Identität als ikonische Heldin). Gloria Steinem und die Frauenbewegung positionierten sich gegen diese Entwicklung und trugen zur Wiederherstellung der Kräfte in der #204 bei.
Auf dem Markt findet unser eBay-Schätzer für die #179 nur 14 aktive Angebote — unter der Schwelle von 15, die wir uns setzen, um einen zuverlässigen Median anzugeben. Der Overstreet Price Guide (42. Ausgabe) nennt folgende Preisstufen: 60 $ bei CGC 8.0 / 103 $ bei 9.0 / 145 $ bei 9.2. Der jüngste in den Suchergebnissen dokumentierte CGC-Verkauf war ein 9.2 für 132 $. Es handelt sich um eine noch erschwingliche Ausgabe, deren Seltenheit in hohem Erhaltungsgrad jedoch das geringe eBay-Volumen erklärt.
Wonder Woman #204: Rückkehr der Kräfte und erste Nubia (Januar-Februar 1973)
Erschienen im Januar-Februar 1973, ist Wonder Woman #204 (Vol. 1) ein doppeltes redaktionelles Ereignis. Szenario und Redaktion: Robert Kanigher (der bereits 1958 die große Silver-Age-Überarbeitung der #98 verantwortet hatte); Zeichnungen: Don Heck. Der Titel der Geschichte, „The Second Life of the Original Wonder Woman", fasst das Geschehen zusammen: Hippolyte bringt Diana zurück auf die Paradiesinsel, stellt ihre Erinnerungen und Kräfte wieder her, und Diana nimmt das seit der #179 abgelegte klassische Kostüm wieder auf.
Die eigentliche Neuerung der Ausgabe ist jedoch das Auftauchen einer gepanzerten Kämpferin, die Diana um den Titel Wonder Woman herausfordert. Als sie ihren Helm abnimmt, offenbart sie ihre Identität: Nubia, eine schwarze Frau, die sich als Dianas verloren geglaubte Zwillingsschwester vorstellt, ehemalige Agentin von Ares und Herrscherin der schwebenden Insel. Nubia gilt als erste schwarze Superheldin von DC Comics — ein Status, den der Verlag bestätigt und gefeiert hat, unter anderem bei ihrer Wiedereinführung im Infinite Frontier-Relaunch (2021) von L. L. McKinney. Die Ausgabe wurde 2022-2023 als Faksimile-Nachdruck veröffentlicht — ein Zeichen ihres anerkannten Status als Schlüsselausgabe.
Unser eBay-Schätzer findet einen Median von 9 €, Höchstwert 24 €, bei 28 aktiven Angeboten — ein ausreichendes Volumen, um den Median als zuverlässig einzustufen. Ungegradete Exemplare sind also erschwinglich, doch CGC-9.0-Exemplare und höher haben einen ganz anderen Wert. Die doppelte Schlüsselstellung „Rückkehr der Kräfte + erste Nubia" macht die Ausgabe zu einem der gefragtesten Bronze-Age-Stücke der Serie.
Weitere Bronze-Age-Ausgaben im Blick
Wonder Woman #178 (Dezember 1968, Median 12 €, Höchstwert 36 €, 31 Angebote) geht der #179 unmittelbar voraus und wird gelegentlich als Übergang zur Diana-Prince-Ära bezeichnet — Sekowsky übernimmt ab dieser Ausgabe die Serie. Die #200 (April 1972, Median 22 €, Höchstwert 46 €, 22 Angebote) ist die Jubiläumsausgabe der Ära; ihr deutlich höherer Median spiegelt eine sammlerspezifische Nachfrage nach runden Ausgabennummern wider. Die #219 (September 1975, Median 9 €, Höchstwert 17 €, 35 Angebote) ist die letzte Ausgabe vor dem Wechsel zum Bicentennial-Format — ein nützlicher chronologischer Anhaltspunkt für Run-Sammler.
Für das Silver Age ist Wonder Woman #98 (Mai 1958, Kanigher & Ross Andru) — erste Silver-Age-Ausgabe mit neuem Ursprung — eine eigenständige Schlüsselausgabe: Unser Schätzer findet 63 aktive Angebote mit einem Median von 9 €, doch nur 29 Exemplare wurden von CGC bewertet, keines davon über einer 8.0 — was diese Ausgabe zu einer der seltensten der Serie in hohem Erhaltungsgrad macht.
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