Es gibt keine Thanos-Schlüsselausgabe aus dem Silver Age: Der Mad Titan wurde von Jim Starlin erschaffen und feiert sein Debüt in Iron Man #55 (Februar 1973) — das ist das Bronze Age, nicht das Silver Age. Dieses Heft, zugleich Erstauftritt von Drax the Destroyer, weist einen eBay-Medianpreis von 9 € auf (73 Angebote, alle Erhaltungsgrade zusammengenommen, Stand Juni 2026); ein CGC-9,8-Exemplar wurde im August 2013 bei ComicLink für 13.025 $ versteigert.

Das Silver Age der Comics umfasst ungefähr die Jahre 1956 bis 1970. Thanos existiert in dieser Zeit schlicht nicht: Er ist eine Schöpfung des Bronze Age, entsprungen der Fantasie von Jim Starlin, der ihn im Februar 1973 zum ersten Mal auftreten lässt. Jede Liste mit „Thanos-Schlüsselausgaben aus dem Silver Age" wäre reine Erfindung. Dieser Guide präsentiert ehrlich die echten Schlüsselausgaben des Mad Titan, von seinem Erstauftritt 1973 bis zu den großen modernen Sagas.

Die zitierten eBay-Zahlen stammen aus unserem Schätztool (eBay.fr + eBay.com, Stand Juni 2026) und stellen Mediane über alle Erhaltungsgrade hinweg dar — von ungegradeten Exemplaren bis zu hochgradigen CGC-Bewertungen. Die Auktionsrekorde stammen aus dokumentierten Quellen (ComicLink, Bleeding Cool). Hinweis: Der eBay-Median von Iron Man #55 (9 €) spiegelt das dominierende Angebot in durchschnittlichem Zustand wider; ein hochgradiges Exemplar liegt davon weit entfernt, wie der Rekord von 13.025 $ in CGC 9,8 bestätigt.

Thanos ist keine Silver-Age-Figur

Das Silver Age (Silberne Ära) erstreckt sich von der Wiederkehr von Flash in Showcase #4 (1956) bis etwa 1970. Die großen Marvel-Schöpfungen dieser Zeit sind Spider-Man, die X-Men, die Fantastic Four, Thor, Iron Man, die Avengers — allesamt zwischen 1961 und 1966 entstanden. Thanos hingegen erblickt erst im Februar 1973 in Iron Man #55 das Licht der Welt. Das ist das Bronze Age, eine Epoche, die von düsteren Themen und größerer erzählerischer Risikobereitschaft geprägt ist. Jim Starlin ließ sich von der DC-Figur Darkseid inspirieren, um diesen von Tod und der Todesgöttin selbst besessenen Eroberer zu erschaffen. Es gibt also keine Thanos-Schlüsselausgabe vor 1973: Wer Ihnen eine solche anbietet, verkauft Ihnen eine Fiktion.

Rangliste der echten Thanos-Schlüsselausgaben (eBay-Kurse und dokumentierte Rekorde, Stand Juni 2026)

AusgabeBedeutungeBay-Daten (alle Erhaltungsgrade)Dokumentierter Rekord
Iron Man #55 (Feb. 1973)Erstauftritt von Thanos und Drax the DestroyerMedian 9 € · 73 Angebote13.025 $ (CGC 9,8, ComicLink, August 2013)
Captain Marvel #25–33 (1973–1974)Die Thanos-War-Saga — Starlin übernimmt die Kontrolle über die ReiheReihe vom Schätztool nicht erfasstNur Web-Referenzen
Avengers #125 (Juli 1974)Thanos in der Haupt-Kontinuität der AvengersMedian 9 € · 54 AngeboteNicht öffentlich dokumentiert
Silver Surfer #34 (Feb. 1990)Wiederauferstehung von Thanos durch Jim StarlinMedian 19 € · 55 AngeboteNicht öffentlich dokumentiert
The Infinity Gauntlet #1–6 (1991)Große Saga — Starlin/Perez/Lim; Thanos als Träger des HandschuhsReihe vom Schätztool nicht erfasstCGC 9,8 verbreitet (2.084 Exemplare im Census); moderater Marktpreis

Iron Man #55 (1973): der Erstauftritt, der echte Grail

Erschienen im Februar 1973, stammt Iron Man #55 von Jim Starlin an Skript und Zeichnungen, wobei Mike Friedrich das Skript mitverfasste. Das Heft führt gleichzeitig Thanos, Drax the Destroyer, Mentor, Eros (den späteren Starfox) und die Blood Brothers ein — eine außergewöhnliche Dichte an Erstauftritten für ein einziges Heft. Das Cover, das Thanos mit erhobener Faust in Richtung Leser zeigt, gehört heute zu den bekanntesten Bildern des Marvel Bronze Age.

Unser Schätztool liefert einen Median von 9 € bei 73 Angeboten — ein solides Volumen. Dieser Median spiegelt jedoch vor allem Exemplare in durchschnittlichem Zustand wider: Die Wertkurve ist bei diesem Heft besonders ausgeprägt. Ein CGC-9,8-Exemplar mit Doppelcover wurde im August 2013 bei ComicLink für 13.025 $ versteigert und übertraf damit den wenige Wochen zuvor aufgestellten Rekord von 9.000 $. Dieses Heft profitierte von den MCU-Adaptionen: Thanos hat einen Cameo-Auftritt in The Avengers (2012) und erscheint anschließend in Avengers: Infinity War (2018, 2,052 Milliarden Dollar weltweites Einspielergebnis) und Avengers: Endgame (2019, 2,79 Milliarden Dollar), gespielt von Josh Brolin.

Die Captain-Marvel-Saga (1973–1974) und Avengers #125

Jim Starlin übernimmt ab Heft #25 (März 1973) die Zügel bei Captain Marvel und entwickelt dort über neun Ausgaben hinweg bis Heft #33 die „Thanos War". In dieser Saga bemächtigt sich Thanos des Kosmischen Würfels, um nahezu göttliche Macht zu erlangen, bevor er besiegt wird. Heft #28 (September 1973) gilt als Schlüsselausgabe der Reihe: Darin besiegt Thanos Drax the Destroyer und erlangt den Würfel, mit Gastauftritten der Avengers. Die Reihe Captain Marvel wird von unserem eBay-Schätztool nicht erfasst; entsprechende Zahlen sind auf spezialisierten Auktionsplattformen zu finden.

Avengers #125 (Juli 1974) führt die Geschichte in der Hauptreihe fort und stellt einen zugänglicheren Einstieg in den Thanos-Katalog dar. Unser Schätztool liefert einen Median von 9 € bei 54 Angeboten — ein aktiver Markt zu vernünftigen Einstiegspreisen.

Silver Surfer #34 (1990) und die Rückkehr von Thanos

Nach dem Tod der Figur in Marvel Two-in-One Annual #2 (1977) bleibt Thanos über ein Jahrzehnt lang abwesend. Jim Starlin inszeniert seine Rückkehr in Silver Surfer #34 (Februar 1990) und ebnet damit den Weg für Thanos Quest #1–2 (1990) und die große Saga von 1991. Unser Schätztool liefert einen Median von 19 € bei 55 Angeboten — das Heft verfügt über einen aktiven eBay-Markt und einen Kurs, der deutlich über dem von Iron Man #55 und Avengers #125 in durchschnittlichem Zustand liegt, was ein geringeres Angebot an ungegradeten Exemplaren widerspiegelt. Silver Surfer #44 zählt nur 12 aktive Angebote: Das Volumen reicht nicht aus, um einen verlässlichen Median anzugeben.

The Infinity Gauntlet (1991) und die moderne Ära

Die sechsteilige Miniserie The Infinity Gauntlet (Juli–Dezember 1991), geschrieben von Jim Starlin und gezeichnet von George Pérez (Hefte 1–3) sowie anschließend Ron Lim (4–6), ist die Thanos-Saga schlechthin: Der Titan löscht darin mit einem Fingerschnippen die Hälfte allen Lebens im Universum aus — eine Geste, die in Avengers: Infinity War nahezu wortgetreu übernommen wird. Heft #1 wird von unserem eBay-Schätztool nicht erfasst; in CGC 9,8 verzeichnet der Census über 2.000 Exemplare, was es zu einem relativ verbreiteten Stück in dieser Bewertung macht. Der Markt bleibt aktiv, jedoch ohne spektakulären Auktionsrekord, im Unterschied zu Iron Man #55.

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