Ein Sketch Cover ist ein Comic mit weißem Cover (Blank Variant), auf das ein professioneller Künstler live zeichnet, meist auf einer Convention. Der Wert hängt von der Bekanntheit des Zeichners ab: 50 bis 150 € für einen Künstler zweiter Reihe, 200 bis 800 € für einen etablierten Profi (Tony Daniel, Mike Deodato), 1.500 bis 5.000 € für einen prestigeträchtigen Namen (Adam Hughes, Jim Lee, Frank Cho). Aufbewahrung zwingend in UV-Schutzhülle, aktiver Markt auf eBay und ComicConnect.
Der Markt für Sketch Covers Comics ist zwischen 2018 und 2026 explodiert. Wo eine Kommission von Adam Hughes 2010 auf der San Diego Comic-Con noch 300 Dollar vor Ort kostete, wechselt dieselbe Zeichnung auf einem Blank Variant heute für 2.000 bis 4.500 Euro den Besitzer. Diese hybride Kategorie, angesiedelt zwischen Variant Cover und reiner Original Art, zieht drei verschiedene Profile an: den Fan, der ein Unikat seiner Lieblingsfigur möchte, den Sammler mit Kulturerbe-Anspruch, der auf die Signatur eines Künstlers setzt, und den Investor, der auf absolute Seltenheit setzt (eine Zeichnung = ein Exemplar). Dieser Ratgeber schlüsselt die Preismechanik auf Conventions auf, die Künstler, deren Sketch Covers am meisten an Wert gewinnen, die Konservierungspraktiken, die Marktplätze sowie die Herkunftsnachweise, die den Unterschied zwischen einem echten Sketch Cover und einer Kopie ausmachen.
Sketch Cover: technische Definition und Unterschied zum Blank Variant
Ein Sketch Cover ist streng genommen kein Variant. Der Ausgangsträger ist ein Blank Variant, also ein Comic, dessen Cover komplett weiß gedruckt ist, ohne Illustration, mit nur dem Logo der Serie, der Nummer und dem Barcode. Marvel und DC produzieren diese Blank Covers regelmäßig für ihre wichtigen Launches, typischerweise im Verhältnis 1 zu 50 Exemplaren oder als spezielle Convention-Auflage. Der Standardverkaufspreis eines neuen Blank Variant im Laden liegt je nach Auflage zwischen 8 und 25 Euro.
Die Verwandlung in ein Sketch Cover geschieht durch das Eingreifen eines professionellen Zeichners. Der Künstler erhält den Blank aus den Händen des Sammlers während einer Convention, legt ihn auf sein Zeichenbrett und führt live eine Originalzeichnung mit Filzstift, Tusche oder Bleistift aus. Die Dauer variiert zwischen 15 Minuten für eine einfache Büste und 2 Stunden für ein detailliertes Vollcover. Das Ergebnis ist ein absolutes Unikat: Keine Zeichnung gleicht einer anderen, selbst wenn sie vom selben Künstler auf derselben Figur angefertigt wurde.
Der Unterschied zu einer klassischen Commissioned Art liegt im Trägermaterial. Eine Kommission auf Bristol-Karton bleibt eine Illustrationsplatte. Ein Sketch Cover hingegen behält, weil es einen echten Comic verwendet, einen hybriden Status: Es ist gleichzeitig ein Comicbuch (das gegradet und über eBay in der Kategorie Comics verkauft werden kann) und ein Originalwerk. Diese doppelte Identität treibt den Wert langfristig nach oben, da das Stück auf zwei Märkten gleichzeitig geschätzt werden kann: dem des Variant Cover und dem der Original Art.
Um mit einer Sketch-Cover-Sammlung sinnvoll zu starten, besteht die Voraussetzung darin, sich einen Vorrat an unbemalten Blank Variants in einwandfreiem Zustand anzulegen. Der Kauf erfolgt entweder im Laden zum Zeitpunkt der Launches (Spider-Man, Batman, X-Men haben regelmäßig Blanks) oder auf eBay für etwa 10 bis 20 Euro pro Heft. Eine App zur Comic-Sammlungsverwaltung ermöglicht es, diese Ausgaben als „blank, bereit für Sketch" zu markieren und Verwechslungen mit einem klassischen Exemplar zu vermeiden.
Künstlerpreise: was eine Zeichnung auf der Convention kostet
Der Preis eines Sketch Cover auf einer Convention wird direkt mit dem Künstler in dessen Artist-Alley-Schlange verhandelt. Die 2026 beobachtete Preisstaffelung auf der San Diego Comic-Con, New York Comic-Con, Fan Expo Toronto und Paris Comic Con zeigt vier klar unterscheidbare Stufen. Die erste Stufe umfasst aufstrebende oder Künstler zweiter Reihe, oft talentiert, aber noch ohne etablierten Namen: 40 bis 100 Dollar für eine Büste, 80 bis 200 Dollar für ein komplettes Cover. Diese Kategorie bietet die besten langfristigen Investitionschancen, wenn man auf die Karriere des Künstlers setzt.
Die zweite Stufe versammelt etablierte Profis: Tony Daniel, Mike Deodato, Tyler Kirkham, Dale Keown, Cully Hamner. Die Convention-Preise schwanken je nach Komplexität (nur Tusche, Tusche + Lavierung, Farbe) zwischen 150 und 400 Dollar. Der Weiterverkauf auf eBay in den folgenden 12 Monaten liegt bei tragenden Figuren (Batman, Spider-Man, Wolverine) meist zwischen 250 und 700 Euro.
Die dritte Stufe betrifft Premium-Signaturen: Frank Cho, Mike Mayhew, Skottie Young, Stanley Lau (Artgerm), Peach Momoko, J. Scott Campbell. Die Convention-Preise steigen für ein komplettes Cover auf 500 bis 1.500 Dollar, bei sehr detaillierten Stücken teils darüber. Der sofortige Weiterverkauf übersteigt oft den gezahlten Preis: Ein Artgerm auf einem Batman-Blank, für 800 Dollar auf der NYCC 2025 erworben, wechselte im April 2026 auf ComicConnect für 1.850 Euro den Besitzer.
Die vierte Stufe versammelt die absoluten Ikonen: Adam Hughes, Jim Lee, Frank Miller, Alex Ross, Bill Sienkiewicz. Auf diesem Niveau ist bereits der Zugang zum Künstler gefiltert. Adam Hughes praktiziert für seine Kommissionen ein Losverfahren, mit einem Grundpreis von etwa 1.200 Dollar für eine Büste auf einem Sketch Cover und 3.500 bis 6.000 Dollar für ein komplettes Cover. Einmal auf dem Sekundärmarkt wechseln diese Stücke selten unter 4.000 Euro den Besitzer und erreichen bei Auktionen von ComicConnect oder Heritage regelmäßig 8.000 bis 15.000 Euro.
Praktische Regel: Planen Sie auf der Convention, in bar zu zahlen, in Dollar (USA) oder in Euro (Europa). Viele Künstler akzeptieren weder Karte noch Scheck. Die Warteschlangen öffnen oft um 9:00 Uhr morgens und können bei den gefragtesten Namen bereits um 9:15 Uhr überfüllt sein. Hughes, Lee und Cho arbeiten in der Regel mit einer Verlosung am Vortag.
Künstler, deren Sketch Covers an Wert gewinnen
Nicht alle Signaturen steigen im gleichen Tempo. Fünf Faktoren erklären, warum das Sketch Cover eines Künstlers X jährlich 30 % gewinnt, während ein anderes stagniert oder verliert. Erster Faktor: die Seltenheit des Künstlers auf Conventions. Adam Hughes macht seit 2022 nur noch zwei Conventions pro Jahr und akzeptiert maximal 15 Kommissionen pro Tag. Diese strukturelle Seltenheit treibt die Preise mechanisch nach oben. Umgekehrt erzeugt ein Künstler, der 20 Conventions pro Jahr besucht und 50 Kommissionen pro Tag annimmt, ein regelmäßiges Angebot, das die Wertsteigerung deckelt.
Zweiter Faktor: die redaktionelle Sichtbarkeit. Peach Momoko ist nach ihren Marvel-Covers zu Demon Days und Strange Academy 2021-2023 durchgestartet. Ihre Sketch Covers haben sich zwischen 2022 und 2026 vervierfacht, von 400 auf 1.600 Euro für ein Doctor-Strange- oder Black-Cat-Cover. Die Ankündigungen von Cover-Künstlern bei Marvel und DC zu verfolgen ermöglicht es, Preisanstiege vorherzusehen.
Dritter Faktor: die gezeichnete Figur. Ein Batman-Sketch-Cover ist bei gleichwertigem Künstler stets mehr wert als ein Cyclops-Sketch-Cover, weil die Nachfrage tiefer ist. Die Nachfragehierarchie bei Sketch Covers lautet: Batman, Spider-Man, Wolverine, Joker, Harley Quinn, Venom, Deadpool, Hulk, Iron Man, Captain America. Für Details zu den tragenden Figuren siehe die Geschichte von Batman und die Geschichte von Spider-Man.
Vierter Faktor: die Komplexität der Zeichnung. Ein farbiger Ganzkörper mit Hintergrund lässt sich stets besser weiterverkaufen als eine getuschte Kopfskizze. Die ungeschriebene Marktregel: Das Verhältnis Convention-Preis zu Weiterverkauf liegt bei etwa 1,3x für eine Büste, 1,8x für einen Ganzkörper, 2,5x für ein detailliertes komplettes Cover. Diese Mechanik rechtfertigt es, bei identischem Künstler 600 Dollar auf der Convention für eine komplette Zeichnung zu zahlen statt 300 Dollar für eine Büste.
Fünfter Faktor: die Signatur und Authentifizierung. Ein vom Künstler signiertes und datiertes Sketch Cover, idealerweise mit einer CGC Signature Series, verdoppelt seinen Wiederverkaufswert oft im Vergleich zu einem nicht gegradeten Stück. Der CGC-SS-Prozess erfordert einen bei der Signatur anwesenden CGC-Zeugen. Siehe kompletter CGC-Ratgeber für das Vorgehen.
Konservierung: UV-Schutzhülle, Tusche und spezifische Risiken
Ein Sketch Cover wirft Konservierungsprobleme auf, die ein Standardcomic nicht kennt. Frische Tusche, Alkoholfilzstift, Grafitstift und Aquarell verhalten sich unterschiedlich gegenüber Licht, Feuchtigkeit und Reibung. Eine schlechte Konservierung kann in weniger als fünf Jahren 80 % des Werts zerstören.
Erste Regel: UV-Schutzhülle zwingend. Ein 4-Mil-Mylar mit UV-Filterung (Typ E. Gerber Mylites 2 oder BCW Resealable Bags UV) blockiert 99 % der UV-Strahlung. Ohne diesen Schutz verändern sich Copic-, Prismacolor- und schwarze Sharpie-Filzstifte innerhalb von 18 bis 24 Monaten Tageslichteinwirkung sichtbar: Das Schwarz kippt ins Braun-Violette, manche Farben verlieren ihre Sättigung. Kosten des UV-Mylars: 1,50 bis 3 Euro pro Stück, verglichen mit den Hunderten oder Tausenden Euro des Sketch Cover.
Zweite Regel: starres Backboard aus säurefreiem Karton. Das Standard-Backboard für 0,30 Euro reicht für ein Stück im Wert von 500 Euro nicht aus. Ein säurefreies Half-Back- (2-lagig) oder Full-Back-Backboard (4-lagig) bevorzugen, das jede Faltung oder Quetschung verhindert. Für Sketch Covers mit sehr hohem Wert (über 1.500 Euro) wird eine CGC-Kapselung direkt nach Erhalt empfohlen.
Dritte Regel: horizontale Lagerung und kontrollierte Luftfeuchtigkeit. Ein vertikal in einer Long Box gelagertes Sketch Cover leidet unter dem Druck der benachbarten Comics. Selbst minimale Reibung beim Verrutschen kann die frische Tusche verschmieren. Horizontale Lagerung in einer Short Box, in einem Raum bei 18-21 °C und 45-55 % relativer Luftfeuchtigkeit. Feuchte Keller, heiße Dachböden und nach Südwesten ausgerichtete Räume meiden. Der Ratgeber Comics schützen und konservieren beschreibt die Umgebungsparameter im Detail.
Vierte Regel: 72 Stunden trocknen lassen vor der Schutzhülle. Ein klassischer Fehler besteht darin, das Sketch Cover direkt nach Verlassen der Convention in seinen Mylar zu stecken. Alkoholfilzstifte geben 48 bis 72 Stunden lang Lösungsmittel ab. Zu früh unter Mylar gelegt, können diese Lösungsmittel einen Offsetting-Effekt (Tintenübertragung auf die Innenseite der Hülle) oder einen weißlichen Schleier verursachen. Geduld ist beim Verlassen der Artist Alley zwingend erforderlich.
Wenig bekanntes Risiko: die Transporthitze. Ein im Flugzeug in einem nicht klimatisierten Rucksack im Hochsommer transportiertes Sketch Cover (35 °C in der Kabine nach Rollfeld-Transit) kann sofortiges Verschmieren der Alkoholfilzstifte erleiden. Immer in einem starren Koffer transportieren, in einer Mylar-Schutzhülle mit Backboard, idealerweise in einem 35pt-Toploader, der während der Reise als starre Schale dient.
Sketch Covers kaufen und verkaufen: eBay, ComicConnect, Heritage
Der Sekundärmarkt für Sketch Covers organisiert sich um vier Hauptkanäle mit unterschiedlichen Preis- und Authentifizierungsprofilen. eBay vereint 60 % des Volumens, besonders für Sketch Covers zwischen 50 und 1.500 Euro. Suche nach Stichworten „blank sketch cover", Filterung nach Künstler, Überprüfung des Fotos „Zeichnung in Arbeit" im Kommentar oder in der Beschreibung. Die eBay-Verkäuferprovision liegt je nach erreichter Jahresschwelle bei 12 bis 14 %. Beim Kauf sollte man die Verkäuferhistorie prüfen (mindestens 100 % positive Bewertung bei 500 Transaktionen) und ein Foto des Covers bei gutem Licht verlangen, um das Fehlen von Verschmierungen zu überprüfen.
ComicConnect arbeitet mit rotierenden Auktionen, mit monatlichen oder vierteljährlichen Sitzungen, die speziell Original Art und Sketch Covers gewidmet sind. Das Verkäuferprofil ist institutioneller, die Authentifizierung strenger, aber die Käuferprovision steigt auf 20 %. Die Sketch Covers von Adam Hughes, Frank Cho und Alex Ross erreichen dort ihre Rekorde: 12.000 Dollar für ein Hughes-Wonder-Woman-Vollcover im März 2025, 18.500 Dollar für ein Frank-Miller-Daredevil-Sketch im November 2025.
Heritage Auctions handelt die kulturell bedeutsamen Stücke, in der Regel über 5.000 Dollar. Die wöchentlichen Comics & Comic Art-Sitzungen umfassen eine Kategorie Sketch Cover und Blank Variant. Käuferprovision 25 %. Der Vorteil von Heritage: dokumentierte Provenienz, teils ergänzt durch Briefe oder Archivfotos. Das Haus stellt zudem ein von einem hauseigenen Experten signiertes Echtheitszertifikat aus.
Direktverkauf zwischen Sammlern über Foren (CGC Boards, Bleeding Cool, Reddit r/comicbookcollecting) und spezialisierte Facebook-Gruppen (Sketch Cover Collectors, Original Comic Art for Sale). Vorteil: keine Provision oder eine PayPal-Provision von etwa 4 %. Nachteil: völliges Fehlen einer unabhängigen Authentifizierung, Risiko von Kopien oder falsch zugeschriebenen Stücken. Nur für etablierte Beziehungen zu empfehlen. Um diese Transaktionen besser zu strukturieren, erleichtert eine Sammlungsverfolgung mit Kauf- und Verkäuferhistorie die Rückverfolgbarkeit.
Provenienz und Authentifizierung: das Foto „in Arbeit"
Der Herkunftsnachweis ist das heikelste Thema auf dem Sketch-Cover-Markt. Mit steigenden Preisen nehmen Fälschungen und falsche Zuschreibungen zu. Drei Nachweismechanismen gelten heute als akzeptabel, in aufsteigender Reihenfolge ihrer Verlässlichkeit.
Erste Stufe: das Foto „in Arbeit". Während der Ausführung der Zeichnung auf der Convention macht der Sammler ein oder mehrere Fotos des Künstlers beim Zeichnen auf dem Cover, idealerweise mit sichtbarem Convention-Badge und Datum. Diese Praxis hat sich ab 2015 verbreitet und ist inzwischen nahezu Standard. Beim Weiterverkauf begleitet das Foto das Los und stellt den solidesten Nachweis unter Privatpersonen dar. Aufbewahrung der Fotos mit intaktem EXIF-Datum wird empfohlen.
Zweite Stufe: das Künstlerzertifikat. Manche Künstler, besonders Premium-Künstler und Ikonen, überreichen bei der Übergabe des Stücks persönlich ein Echtheitszertifikat (COA). Das COA nennt den Namen des Künstlers, das Datum, die Convention, die Serien- oder Referenznummer und trägt die originale Bleistiftsignatur. Frank Cho, Alex Ross und Mike Mayhew wenden dieses Verfahren systematisch an.
Dritte Stufe: die CGC Signature Series. Der Prozess erfordert, dass ein akkreditierter CGC-Zeuge physisch bei der Signatur (idealerweise auch bei der Zeichnung) anwesend ist, das Cover direkt beim Verlassen der Künstlerschlange übernimmt und es in einer CGC-Slab mit dem Vermerk „Signature Series" und „Witnessed" kapselt. Dieses Protokoll ist das robusteste: nicht fälschbar, vollständige Rückverfolgbarkeit. Kosten: 65 bis 150 Dollar für das SS-Grading, je nach Service-Stufe. Für Stücke über 1.000 Euro ist der ROI unmittelbar, da die CGC-SS-Slab das Stück auf dem Sekundärmarkt typischerweise um 25 bis 40 % aufwertet.
Ein kritischer Punkt: Vorsicht bei Sketch Covers, die ohne jeglichen Nachweis verkauft werden. Eine Zeichnung „im Stil von Adam Hughes" kann eine von einem kompetenten Fälscher angefertigte Kopie sein. Die Signatur allein reicht nicht aus: Sie ist leicht zu reproduzieren. Immer mindestens ein Foto „in Arbeit" verlangen, idealerweise eine Transaktionsspur (PayPal, Überweisung), die mit dem Künstlerzertifikat oder der CGC-Slab verknüpft ist.
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Investmentstrategien für Sketch Covers 2026
Drei Strategien dominieren den aktuellen Markt. Die erste, genannt „Chasing Rising Stars", besteht darin, Sketch Covers bei Künstlern am Anfang ihrer Laufbahn in Auftrag zu geben und auf ihren redaktionellen Aufstieg zu setzen. Einstiegskosten: 80 bis 250 Euro pro Stück, verteilt auf 5 bis 10 verschiedene Künstler. Erwartung: 2 bis 4 Künstler setzen sich in 3-5 Jahren durch und vervielfachen den Wert um das 4- bis 10-fache. Risiko: Die Mehrheit der Künstler wird sich nicht durchsetzen, und das Stück stagniert auf seinem Kaufwert. Eine Strategie, die mit einem bescheidenen Budget vereinbar ist.
Die zweite, „Premium Consolidation", besteht darin, ausschließlich Sketch Covers bereits anerkannter Künstler zu kaufen (Stufe 3 und 4 wie oben beschrieben) und dabei tragende Figuren zu bevorzugen (Batman, Spider-Man, Joker, Harley Quinn). Einstiegskosten pro Stück: 800 bis 3.000 Euro. Erwartung: regelmäßige Wertsteigerung von 8 bis 15 % pro Jahr, vergleichbar mit anderen Anlageklassen. Begrenztes Risiko durch die strukturelle Seltenheit des Angebots. Eine für ein größeres Budget geeignete Strategie.
Die dritte, „Fokus auf eine einzige Figur", besteht darin, eine Sammlung von 20 bis 50 Sketch Covers derselben Figur zusammenzustellen, signiert von ebenso vielen verschiedenen Künstlern. Das Format einer kohärenten Galerie (zum Beispiel Batman gesehen von 30 Zeichnern) erreicht bei einem gemeinsamen Weiterverkauf einen höheren Wert als die Summe seiner Teile, besonders bei auf thematische Sammlungen spezialisierten Wiederverkäufern. Siehe Sammlung mit Fokus auf eine einzige Figur: Batman.
Unabhängig von der gewählten Strategie ist die rigorose Nachverfolgung von Ein- und Ausgängen über einen Comics Manager oder eine eigene Datei nicht verhandelbar. Ohne Rückverfolgbarkeit der ursprünglichen Kommission, der Versandkosten, eines eventuellen Gradings und des Wertzuwachses bleibt die Investition eine unbezifferte Vermutung.
FAQ
Was kostet ein Adam-Hughes-Sketch-Cover 2026?
Direkt auf der Convention zwischen 1.200 und 3.500 Dollar, je nach Format (Büste, halbes Cover, komplettes Cover) und Komplexität. Auf dem Sekundärmarkt (ComicConnect, Heritage) liegen die Verkäufe 2025-2026 zwischen 4.000 und 12.000 Euro, mit einem Rekord von 15.800 Euro für ein im Februar 2026 verkauftes Catwoman-Vollcover.
Kann man ein Sketch Cover graden lassen?
Ja, über CGC oder CBCS. Das Grading bezieht sich dann nicht auf das gezeichnete Cover (das per Definition einzigartig ist), sondern auf den Zustand des ursprünglichen Blank-Comics. Der Vermerk „Signature Series" gilt, wenn die Zeichnung in Anwesenheit eines CGC-Zeugen angefertigt wurde. Kosten: 65 bis 150 Dollar je nach Service-Stufe und gewünschter Frist.
Welche Künstler sollte man bei einem Budget von 200 Euro auf einer Convention ansteuern?
Mit 200 Euro sollten Sie sich auf aufstrebende Marvel/DC-Künstler am Karrierebeginn, etablierte Profis für eine einfache Büste oder europäische Künstler auf französischen Conventions (Paris Comic Con, Comic Con Paris, Mons) konzentrieren. Meiden Sie Premium-Namen, bei denen 200 Euro nur eine sehr einfache Skizze kaufen.
Ist ein unsigniertes Sketch Cover etwas wert?
Sehr wenig. Die Signatur des Künstlers ist das Element, das das Stück authentifiziert und seinen Wert begründet. Ein Sketch Cover ohne Signatur wird als anonyme Zeichnung behandelt und wird sich kaum über den Preis des ursprünglichen Blank Variant hinaus steigern, also 10 bis 25 Euro. Immer Signatur und Datum bei der Kommission verlangen.
Sind unbemalte Blank Variants im Bestand mehr wert?
Bescheiden. Ein unbezeichneter Blank Variant verkauft sich je nach Titel und Auflage zwischen 8 und 30 Euro. Der Mehrwert entsteht fast ausschließlich durch die darauf angefertigte Zeichnung. Einen Vorrat an unbemalten Blanks zu haben ist nützlich, um auf einer Convention schnell eine Kommission in Auftrag geben zu können, stellt aber an sich keine Investition dar.
Sollte man seine Sketch Covers versichern?
Ab einem kumulierten Wert von 3.000 Euro, ja. Eine Erweiterung der Hausratversicherung für Sammlerstücke (Allianz, AXA, MAIF bieten diese Art von Zusatzklausel an) kostet 0,5 bis 1,2 % des angegebenen Werts pro Jahr. Ein detailliertes Inventar ist erforderlich: Fotos, Zertifikate, Rechnungen, idealerweise der Export einer Sammlungs-App.
Wie vermeidet man Fälschungen?
Drei Vorsichtsmaßnahmen: ein datiertes Foto „in Arbeit" verlangen, das während der Kommission aufgenommen wurde, bei Premium-Stücken CGC Signature Series bevorzugen, die Herkunft des Verkäufers überprüfen (Forum, eBay-Historie, Referenzen). Vorsicht bei Sketch Covers, die weit unter Marktpreis angeboten werden: Ein Adam Hughes für 800 Euro ist wahrscheinlich gefälscht.
Was ist der optimale Zeitpunkt, um ein Sketch Cover zu verkaufen?
Preisspitzen fallen oft mit Ankündigungen großer redaktioneller Projekte zusammen, an denen der Künstler beteiligt ist (neue Marvel/DC-Serie, Ausstellung, Film-/Serienstart zur betreffenden Figur). Die Beobachtung der Ankündigungen von SDCC (Juli) und NYCC (Oktober) wird für das Timing von ComicConnect-Verkäufen empfohlen.