Sandman (DC, 1989) entstand durch ein außergewöhnliches Kreativteam: Autor Neil Gaiman, Coverkünstler und Coloreur Dave McKean (der alle 75 Cover sowie das Logo der Serie gestaltete) und eine wechselnde Besetzung von Innenteil-Zeichnern — zunächst Sam Kieth, dann Mike Dringenberg beim Start, gefolgt von Jill Thompson, Marc Hempel und P. Craig Russell. Was den Marktwert angeht, bleibt die Gründungsausgabe Sandman #1 (Januar 1989) erschwinglich: eBay-Median von 8 € bei 76 Angeboten (Juni 2026), über alle Auflagen und Zustände hinweg.

Gaimans Sandman ist eine Figur der modernen Ära: Die Serie startet 1989 bei DC, wechselt ab #47 zum Vertigo-Label und endet 1996 mit #75. Was diesen Titel auszeichnet, ist nicht ein einzelner Zeichner, sondern eine Abfolge von Künstlern, von denen jeder seinen Stil in einen bestimmten Story-Arc einbrachte — ein visuelles Mosaik, das im Mainstream-Comic eher selten ist.

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Neil Gaiman, der Architekt

Alles beginnt mit Neil Gaiman, der sich 1988 einen neuen Sandman für DC ausdenkt — Dream, oder Morpheus, einer der sieben Endless. Über 75 Ausgaben und sieben Jahre hinweg webt Gaiman eine kohärente Mythologie, die Mythen, Geschichte und Literatur miteinander verwebt. Der Höhepunkt dieses Anspruchs bleibt Sandman #19, „A Midsummer Night's Dream", das 1991 den World Fantasy Award für die beste Kurzgeschichte gewann — bis heute der einzige Comic, der in dieser Kategorie ausgezeichnet wurde (das Reglement wurde kurz danach geändert, um Comics auszuschließen). Gaiman schuf zusammen mit Mike Dringenberg außerdem die Figur Death, die erstmals in Sandman #8 auftrat („The Sound of Her Wings", 1989).

Dave McKean, die visuelle Identität

Dass Sandman am Kiosk auf den ersten Blick zu erkennen ist, verdankt sich Dave McKean. Von 1989 bis 1996 zeichnet er sämtliche Cover der Serie — gemischte Collagen (Foto, Malerei, Objekte, Skulptur), die zu dieser Zeit ihresgleichen suchten — sowie das Logo der Serie. McKean hatte bereits zuvor mit Gaiman an Violent Cases (1987) zusammengearbeitet. Seine Cover wurden 1998 im Sammelband Dustcovers: The Collected Sandman Covers zusammengefasst, mit Kommentaren beider Autoren.

Die Innenteil-Zeichner, Arc für Arc

Anders als bei den Covern (durchgehend McKean von Anfang bis Ende) wechselt der Innenteil regelmäßig den Zeichner. Hier die wichtigsten Zeichner und die Arcs, die sie geprägt haben:

ZeichnerAusgabenBeitrag
Sam Kieth#1–5Startet die Serie, zieht sich dann zurück
Mike Dringenberg#6–11, 14–16…Erschafft das Design von Death mit
Charles Vess#19, 62, 75Zeichnet die preisgekrönte Episode „A Midsummer Night's Dream"
Jill Thompson#40–49Illustriert den Arc „Brief Lives"
P. Craig Russell#50Realisiert „Ramadan", eine sehr berühmte Sonderausgabe
Marc Hempel#57–69Kantiger Stil des Schlussarcs „The Kindly Ones"

Quellen: Wikipedia (The Sandman), DC, Sandman Wiki. Sam Kieth verließ die Serie nach #5; Dringenberg folgte ihm am Zeichenstift nach, und er war es, der auf Vorschlag von Gaiman das ikonische Aussehen von Death festlegte (inspiriert von einer Bekannten, Cinamon Hadley).

Die Marktpreise der mit diesen Künstlern verbundenen Ausgaben

Preise = Median der aktiven eBay-Angebote, über alle Auflagen und Zustände hinweg (unser Schätzer, eBay.fr + eBay.com, Juni 2026).

Eine wichtige Nuance zum „Sandman"

Vorsicht bei Verwechslungen: Gaimans Sandman (Morpheus) ist eine Figur aus dem Jahr 1989. Es gibt keine Ausgabe SEINER Serie aus dem Silver Age oder Bronze Age. Die früheren „Sandman"-Figuren sind andere Charaktere: Wesley Dodds, der Sandman des Golden Age (Debüt in Adventure Comics #40, 1939), und der Sandman von Kirby und Simon (1974, Bronze Age). Für Gaimans Serie gilt: Die wichtigen Schlüsselausgaben stammen alle aus dem Jahr 1989 und später.

Erwähnenswert außerdem: Die Prequel-Miniserie Sandman: Overture (2013–2015), gezeichnet von J.H. Williams III, brachte ihm 2015 einen Eisner Award für den besten Maler ein, und das Gesamtwerk gewann 2016 den Hugo Award für das beste graphische Werk.

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