Der 3rd Print von New Mutants #98 (Januar 1992) übernimmt das Cover mit dem 1. Auftritt von Deadpool, jedoch mit goldenem Logo und UPC-Bullet-Barcode. Viele verwechseln ihn mit dem 1st Print, dabei ist er 10-mal weniger wert: CGC 9.8 = 80 bis 150 €, CGC 9.6 = 40 bis 70 €, CGC 9.4 = 25 bis 45 €. Der 1st Print in 9.8 liegt weiterhin bei 800 bis 1.500 €. Die Indicia auf Seite 1 nennt ausdrücklich "Third Printing".
Der Sekundärmarkt von New Mutants #98 gehört zu den tückischsten des späten Copper Age. Das Heft mit dem 1. Auftritt von Deadpool, Domino und Gideon ist nach dem Kinofilm von 2016 derart explodiert, dass Marvel es bereits 1991 und dann erneut 1992 neu auflegen musste. Das Ergebnis: Heute kursieren drei unterschiedliche Ausgaben auf eBay Deutschland, und die Verwechslung zwischen 1st Print und 3rd Print sorgt jede Woche für betrügerische Verkäufe.
Dieser Ratgeber erklärt genau, wie man den 3rd Print vom Januar 1992 vom originalen 1st Print unterscheidet, warum das Wertverhältnis zwischen beiden bei 10:1 liegt, wie man die Indicia, das goldene Logo und den Bullet-Barcode liest, um die richtige Ausgabe zu identifizieren, und in welchen Fällen es trotz der bescheidenen Notierung sinnvoll bleibt, einen 3rd Print zu kaufen. Sie finden aktualisierte CGC-Preisspannen für 2026, die Fallstricke falsch gelesener CGC-Slabs bei eBay-Verkäufern sowie die passende Kaufstrategie je nach Sammlerprofil.
New Mutants #98: Hintergrund 1991, kreatives Team, Inhalt
Veröffentlicht im Februar 1991 mit Coverdatum desselben Monats, ist New Mutants #98 eine Schlüsselausgabe der 1982 von Chris Claremont und Bob McLeod geschaffenen Serie. Zu dieser Zeit befindet sich die Serie am Ende ihrer Laufzeit: Marvel bereitet bereits die Umwandlung in X-Force vor, das neue paramilitärische Team, das zwei Ausgaben später mit New Mutants #100 und anschließend dem berühmten X-Force #1 vom August 1991 startet. Die Serie wird Rob Liefeld als Zeichner und Fabian Nicieza als Autor anvertraut, ein Duo, das dem Titel eine radikal andere Ästhetik verleiht als der vorherige Run.
In dieser Ausgabe haben drei Figuren ihren Einstand. Deadpool erscheint auf dem Cover, mit rot-schwarzer Maske und zwei Katana-Schwertern auf dem Rücken, mitten in der Aktion. Im Inneren wird er als Söldner eingeführt, der von Tolliver angeheuert wurde, um Cable und sein Team auszuschalten. Domino tritt in diesem Heft ebenfalls zum ersten Mal auf, als Cables eingeschleuste Agentin vorgestellt, ebenso wie Gideon, der spätere Antagonist der Externals-Saga. Diese Dichte an Erstauftritten — drei Figuren mit langer Karriere bei Marvel — macht dieses Heft zu einer der reichhaltigsten Key Issues des späten Copper Age.
Die Auflage des 1st Print wird laut den Diamond-Vertriebszahlen der damaligen Zeit auf etwa 400.000 Exemplare geschätzt. Eine hohe Zahl für einen modernen Comic, was erklärt, warum Raw-Exemplare weiterhin in erheblicher Menge auf dem deutschen und amerikanischen Markt zirkulieren. Um die Einteilung der Comic-Ären zu verstehen, die diesen Zeitraum umgeben, siehe die Comic-Ären: Golden, Silver, Bronze und darüber hinaus.
Die anfängliche Begeisterung für das Heft bei seiner Veröffentlichung veranlasste Marvel zu einer schnellen Neuauflage. Ein 2nd Print mit goldenem Logo wurde bereits im Frühjahr 1991 auf den Weg gebracht, gefolgt vom 3rd Print im Januar 1992. Diese Neuauflagen zeigen, dass Marvel bereits ein kommerzielles Potenzial für die Figur erkannt hatte, lange bevor Deadpool in den 2010er-Jahren mit den Ryan-Reynolds-Filmen richtig durchstartete.
Die 3 Prints von #98: 1st, 2nd und 3rd Print unterscheiden
Das Verständnis der drei Ausgaben bildet die Grundlage jeder korrekten Bewertung eines Exemplars. Nachfolgend die unterscheidenden Merkmale jeder Ausgabe, in chronologischer Reihenfolge.
1st Print (Februar 1991) — Originalausgabe, mit einer Auflage von etwa 400.000 Exemplaren. Existiert in zwei Varianten: Direct Edition (Marvel-Logo in der oberen linken Ecke, ausschließlich in Comicläden verkauft) und Newsstand Edition (UPC-Barcode in der oberen linken Ecke, in Kiosken und Drugstores verkauft). Das "New Mutants"-Logo auf dem Cover ist in Standardfarben Blau/Weiß/Gelb gedruckt. Die Indicia auf der inneren Seite 1 nennt lediglich "Vol. 1, No. 98, February, 1991" ohne Hinweis auf eine Neuauflage. Dies ist die begehrteste Ausgabe und die einzige, die die Prämie für den Erstauftritt trägt.
2nd Print (Sommer 1991) — Neuauflage mit goldenem Logo. Der Titel "New Mutants" auf dem Cover ist in metallischer Goldtinte statt in Standardblau gedruckt. Die Indicia nennt "Second Printing". Kein UPC-Bullet-Barcode neben dem Cover — die Struktur des Barcodes bleibt identisch mit der des 1st Print Newsstand. Der 2nd Print ist selten, da seine Auflage begrenzt war (Schätzungen zwischen 30.000 und 50.000 Exemplaren). Bestätigte eBay-Verkäufe sind wenige, und die Preise liegen zwischen denen des 1st Print und des 3rd Print.
3rd Print (Januar 1992) — Neuauflage mit goldenem Logo UND zusätzlichem UPC-Bullet-Barcode. Das "New Mutants"-Logo ist golden wie beim 2nd Print, aber unter dem Titel, neben dem Coverpreis, wurde ein runder, pastillenförmiger UPC-Bullet-Barcode hinzugefügt. Die Indicia nennt ausdrücklich "Third Printing — January 1992". Die Auflage ist höher als beim 2nd Print, bleibt aber deutlich unter der des originalen 1st Print. Dies ist die auf eBay Deutschland am häufigsten mit dem 1st Print verwechselte Ausgabe, da das Cover dieselbe Illustration von Liefeld zeigt.
Die Natur dieser Neuauflagen selbst veranschaulicht eine klassische Dynamik des Copper-Age-Marktes. Um die Mechanik der Auflagen und ihre Auswirkungen auf den Wiederverkaufswert zu vertiefen, lesen Sie Comic-Auflagen und den Print Run verstehen.
Den 3rd Print visuell erkennen: Logo, Indicia, Barcode
Die Identifizierung eines 3rd Print beruht auf drei kumulativen Kriterien, die vor jedem Kauf alle überprüft werden müssen. Eine unvollständige Prüfung kann dazu führen, dass man 200 € für ein Exemplar zahlt, das eigentlich nur 25 € kosten sollte.
Kriterium 1: das "New Mutants"-Logo auf dem Cover. Beim 1st Print ist das Logo in Standardfarben gedruckt: Blau, Weiß und Gelb. Beim 3rd Print wird das gesamte Logo durch einen metallischen Golddruck ersetzt, der das Licht anders reflektiert als klassische Farben. Auf einem unscharfen eBay-Foto kann dieses Detail mehrdeutig wirken, aber ein scharfes Foto bei natürlichem Licht offenbart den Unterschied sofort. Verlangen Sie systematisch ein herangezoomtes Foto des Logos vor dem Bieten, falls der Verkäufer es nicht präzisiert.
Kriterium 2: der UPC-Bullet-Barcode. Der 3rd Print fügt einen kleinen, rund-pastillenförmigen UPC-Barcode (den berühmten "Bullet") unter dem Untertitel, neben dem Coverpreis, hinzu. Dieser Bullet-Barcode ist das markanteste und am leichtesten auf einem Foto zu erkennende Element. Beim 1st Print Direct Edition gibt es überhaupt keinen Bullet-Barcode. Beim 1st Print Newsstand ist der UPC-Barcode rechteckig und in der oberen linken Ecke platziert, niemals als Bullet. Beim 2nd Print gibt es ebenfalls keinen Bullet-Barcode. Der Bullet ist somit das einzigartige Erkennungsmerkmal des 3rd Print.
Kriterium 3: die Indicia auf der inneren Seite 1. Dies ist die endgültige Überprüfung, die niemals lügt. Die Indicia ist der kleine Textbereich am unteren Rand der ersten inneren Seite, in dem Marvel die rechtlichen Angaben vermerkt: Veröffentlichungsdatum, Copyright, Bandnummer und Hinweis auf eine Neuauflage. Bei einem authentischen 3rd Print lesen Sie ausdrücklich den Satz "Third Printing — January 1992" oder je nach Layout "Third Printing, January 1992". Das Fehlen dieses Hinweises disqualifiziert die Identifizierung als 3rd Print, selbst wenn das Cover ein goldenes Logo zeigt, das an einen 2nd Print erinnern könnte.
Bei CGC-gegradeten Exemplaren nennt das Zertifizierungslabel theoretisch den Print. Ältere CGC-Labels (vor 2018) sind manchmal weniger eindeutig — sie geben mitunter nur "New Mutants #98" an, ohne den Print zu präzisieren, was zu Verwirrung führt. Aktuelle Labels weisen inzwischen explizit "3rd Printing" als Sondervermerk aus. Diese Entwicklung wird ausführlich erklärt in Comics bei CGC bewerten lassen: der komplette Guide.
Auch das Verständnis des Unterschieds zwischen Direct- und Newsstand-Editionen ist für dieses Heft wesentlich. Die Unterscheidung betrifft nur den 1st Print, bedingt aber eine erhebliche Preisprämie. Für die vollständige Identifikationsmethode siehe Newsstand vs. Direct Edition: alles verstehen.
Notierung 2026: 1st Print vs. 3rd Print nach CGC-Grade
Das Wertverhältnis zwischen 1st Print und 3rd Print gehört zu den ausgeprägtesten des Copper-Age-Marktes. Nachfolgend die auf eBay- und Heritage-Verkäufen zwischen Ende 2024 und Anfang 2026 festgestellten Preisspannen.
| CGC-Grade | 1st Print Direct (USD) | 1st Print Newsstand (USD) | 3rd Print (USD) | Verhältnis 1st / 3rd |
|---|---|---|---|---|
| 9.8 (NM/MT) | 800 – 1.500 $ | 1.800 – 3.500 $ | 80 – 150 $ | 10x bis 15x |
| 9.6 (NM+) | 350 – 550 $ | 700 – 1.200 $ | 40 – 70 $ | 8x bis 10x |
| 9.4 (NM) | 200 – 320 $ | 400 – 650 $ | 25 – 45 $ | 7x bis 8x |
| 9.2 (NM-) | 130 – 200 $ | 250 – 400 $ | 20 – 35 $ | 6x bis 7x |
| 9.0 (VF/NM) | 90 – 150 $ | 180 – 280 $ | 15 – 25 $ | 6x |
| 8.0 (VF) | 60 – 95 $ | 110 – 170 $ | 10 – 18 $ | 5x bis 6x |
| 6.0 (Fine) | 35 – 55 $ | 60 – 90 $ | 6 – 12 $ | 5x |
Drei Erkenntnisse aus dieser Tabelle drängen sich auf. Erstens ist das Verhältnis bei den hohen Grades am größten: Ein 1st Print in 9.8 ist 10- bis 15-mal so viel wert wie der entsprechende 3rd Print, während das Verhältnis bei 6.0 auf 5 sinkt. Dieses Phänomen ist typisch für moderne Key Issues — die Seltenheit steigt exponentiell mit dem Grade, und spekulative Käufer konzentrieren ihre Nachfrage auf die Spitzenexemplare. Zweitens ist die Newsstand-Prämie auf den 1st Print massiv (Verhältnis 1:2 bis 1:3 gegenüber der Direct Edition), was den 1st Print Newsstand in 9.8 zum eigentlichen "Gral" dieses Hefts macht. Drittens hält der 3rd Print eine stabile, aber bescheidene Notierung: sein Wertzuwachs über 5 Jahre liegt unter 30 %, während sich der 1st Print im gleichen Zeitraum verdoppelt oder sogar verdreifacht hat.
Wer sich für die generelle Einordnung dieser Zahlen im aktuellen Key-Issues-Markt interessiert, findet mehr in die teuersten Comics 2026. Der 1st Print von New Mutants #98 taucht regelmäßig in den Top 50 der liquidesten modernen Key Issues des Marktes auf, was beim 3rd Print nicht der Fall ist.
Eine besondere Variante, auf die man achten sollte: Der 1st Print mit auf dem CGC-Label vermerkten weißen Seiten (white pages) erzielt eine leichte Prämie gegenüber cremefarbenen Seiten (off-white). In 9.8 kann diese Prämie 10 bis 15 % erreichen. Beim 3rd Print existiert der Vermerk weiße Seiten ebenfalls, erzeugt aber keine nennenswerte Prämie — die Notierung bleibt durch die Natur der Neuauflage selbst gedeckelt.
Wiederverkaufsfallen: 3rd Print und 1st Print verwechseln
Die Hauptfalle des Sekundärmarkts von New Mutants #98 ist die absichtliche oder unabsichtliche Verwechslung zwischen 1st Print und 3rd Print durch eBay-Verkäufer. Fünf wiederkehrende Szenarien verdienen höchste Wachsamkeit.
Szenario 1: eBay-Titel, der lediglich "New Mutants #98 1991 1st Deadpool" nennt, ohne den Print zu präzisieren. Der Verkäufer nutzt die Mehrdeutigkeit aus: Ohne ausdrückliche Angabe des Prints geht der Käufer von einem 1st Print aus und zahlt eine Prämie, während die Fotos einen 3rd Print zeigen (oder verbergen). Verlangen Sie systematisch eine schriftliche Bestätigung des genauen Prints vom Verkäufer, mit einem Foto der Indicia als Nachweis, bevor Sie kaufen. Ohne diese schriftliche Bestätigung haben Sie im Streitfall bei eBay keinerlei Rückgriff: Das Argument "im Titel stand nicht 1st Print" wird gegen Sie ausgelegt.
Szenario 2: unscharfe Fotos des Covers, Indicia nicht fotografiert. Ein niedrig aufgelöstes Coverfoto verbirgt das goldene Logo und den Bullet-Barcode des 3rd Print. Weigert sich der Verkäufer, ein scharfes Foto des Covers bei natürlichem Licht UND ein Foto der inneren Seite 1 mit sichtbarer Indicia zu liefern, betrachten Sie das Angebot als Warnsignal. Ein ehrlicher Verkäufer liefert diese Fotos innerhalb von 24 Stunden. Ein Verkäufer, der länger als 48 Stunden zögert, versucht wahrscheinlich, eine Information zu verbergen.
Szenario 3: Raw-Exemplar als "near mint" verkauft, ohne Zertifizierung. Der Raw-Markt von New Mutants #98 ist gesättigt mit 3rd-Print-Exemplaren, die als 1st Print verkauft werden. Auf eBay Deutschland entspricht der durchschnittliche Preis eines "1st Print" Raw-Exemplars von 250 € oft in Wirklichkeit einem 3rd Print, dessen tatsächlicher Wert bei 30 € gedeckelt ist. Die Differenz beträgt 220 € pro betrügerischer Transaktion. Verlangen Sie vor jedem Raw-Kauf über 100 € die dreifache Überprüfung: Logo bei natürlichem Licht, sichtbaren oder fehlenden Bullet-Barcode, und ein Makrofoto der Indicia.
Szenario 4: CGC-Slab mit altem, nicht eindeutigem Label. CGC-Labels vor 2018 nennen den Print nicht systematisch. Ein Slab "New Mutants #98 — Universal Label — 9.8" kann ebenso gut einen 1st Print wie einen 3rd Print zertifizieren. Der einzige Weg, den Zweifel zu beseitigen, ist die Zertifikatsnummer auf der CGC-Website zu prüfen, die die Merkmale des registrierten Exemplars aufführt. Diese Kontrolle dauert zwei Minuten und verhindert Fehler im Wert von 800 €. Die vollständige Methode zur Überprüfung eines CGC-Zertifikats finden Sie in Comics bei CGC bewerten lassen: der komplette Guide.
Szenario 5: Angebot "Lot New Mutants 90-100" mit einem als 1st Print bewerteten #98. Verkäufer von Lots schmuggeln manchmal einen 3rd Print in ein Gesamtlot und blähen den angegebenen Wert der #98 auf, um einen hohen Lotpreis zu rechtfertigen. Enthält das Lot eine #98, muss der Verkäufer vor Ihrer Zahlung ausdrücklich das Cover UND die Indicia dieses spezifischen Hefts fotografieren. Ohne dieses Foto sollten Sie nicht zustimmen. Die vorherige Schätzung ist zentral: Nutzen Sie systematisch unsere kostenlose Schätzung, um den tatsächlichen Wert vor Abschluss einer Transaktion einzuordnen.
Kaufstrategie 2026: Wann sich ein 3rd Print trotzdem lohnt
Trotz seiner bescheidenen Notierung bleibt der 3rd Print von New Mutants #98 in mehreren konkreten Konstellationen ein sinnvoller Kauf. Nachfolgend die Sammlerprofile, für die der Erwerb Sinn ergibt, und jene, für die er vermieden werden sollte.
Profil 1: Deadpool-Sammler auf der Suche nach Vollständigkeit. Wenn Ihr Ziel eine umfassende Bibliothek der historischen Deadpool-Auftritte ist — einschließlich Varianten, Neuauflagen und Facsimile Editions —, ist der 3rd Print ein legitimes Stück dieser Sammlung. Anschaffungskosten: 25 bis 45 € in CGC 9.4, 80 bis 150 € in CGC 9.8. Das ist eine vertretbare Ausgabe, um diesen Punkt abzuhaken, ohne das für die wichtigen Hefte des Runs vorgesehene Budget zu verschlingen. Dieselbe Logik gilt für den 2nd Print, der seltener und schwerer zu finden ist, für einen ernsthaften Komplettisten aber die Prämie wert ist.
Profil 2: Leser, der ohne Investition an den Inhalt kommen will. Der 3rd Print enthält exakt dieselbe Geschichte wie der 1st Print: dasselbe Skript von Nicieza, dieselbe Zeichnung von Liefeld, dasselbe Cover. Um die Episode des Erstauftritts von Deadpool in ihrer ursprünglichen Verpackung zu lesen, ohne 800 € auszugeben, ist der 3rd Print in VF 8.0 für 10-18 € unschlagbar. Die 2019 veröffentlichte New Mutants #98 Facsimile Edition (unter 10 €) ist eine noch günstigere und modernere Alternative, hat aber nicht den Charme eines Exemplars aus der Originalzeit.
Profil 3: Sammler mit moderatem Budget im Bronze-/Copper-Age-Bereich. Wenn Sie eine thematische Sammlung der "wichtigsten Superhelden-Erstauftritte" mit einem Gesamtbudget unter 1.000 € aufbauen, bietet Ihnen der 3rd Print von New Mutants #98 das ikonische Deadpool-Cover in CGC 9.6 für 40 bis 70 €. Das ist ein Bruchteil des Preises eines entsprechenden 1st Print, und die Ästhetik des goldenen Logos verleiht Ihrem Exemplar sogar eine eigene visuelle Note — viele Sammler finden das goldene Logo des 3rd Print optisch sogar ansprechender als den Standarddruck des 1st Print.
Profil 4: Investor mit Fokus auf MCU-Spekulation. Für dieses Profil ist der 3rd Print NICHT relevant. Filmanalysen zeigen, dass Marvel-Ankündigungen zu Deadpool vor allem den 1st Print steigen lassen, der 90 % des spekulativen Handelsvolumens auf sich vereint. Der 3rd Print folgt dem Trend mit Verzögerung und geringerer Amplitude: Bei der Ankündigung von Deadpool 3 im Jahr 2022 legte der 1st Print in 9.8 innerhalb von 6 Monaten um 35 % zu, der 3rd Print nur um 15 %. Für den Investitionsansatz lohnt sich eher ein 1st Print in VF/NM 9.0 für 150 € als ein 3rd Print in 9.8 für 100 €. Zur Vertiefung der Investitionsstrategie siehe in Comics investieren: der strategische Guide.
Profil 5: kurzfristiger Wiederverkäufer. Der 3rd Print hat eine mittlere Liquidität auf eBay: 5 bis 10 Transaktionen pro Monat in CGC 9.6 und darüber, in der Regel mit einer Verkaufsdauer von 2 bis 4 Wochen. Für einen Wiederverkäufer ist die Bruttomarge gering (10 bis 25 % zwischen Kauf und Verkauf), und die eBay- sowie Zahlungsgebühren fressen den Großteil des Gewinns auf. Rentabilität entsteht erst bei der Arbeit mit Lots von 5 bis 10 Exemplaren, die günstig auf Conventions eingekauft werden. Für einen gelegentlichen Wiederverkäufer ist dies nicht das richtige Vehikel.
Zusammenfassend: Der 3rd Print hat seinen Platz in einer thematischen Deadpool- oder Copper-Age-Sammlung, aber nicht in einem auf Wertsteigerung ausgerichteten Investmentportfolio. Entspricht Ihr Profil den ersten drei Kategorien, legen Sie Ihr Budget fest und suchen Sie geduldig auf Conventions oder bei eBay, wo regelmäßig Exemplare in CGC 9.4-9.6 zu vernünftigen Preisen auftauchen.
FAQ — New Mutants #98 3rd Print: häufige Fragen
Wie erkenne ich ohne CGC, ob mein NM #98 ein 3rd Print ist?
Drei kumulative Überprüfungen. Schauen Sie zunächst auf das "New Mutants"-Logo auf dem Cover: Ist es metallisch golden statt standardblau, handelt es sich um einen 2nd oder 3rd Print. Suchen Sie dann nach einem UPC-Bullet-Barcode (kleine runde Pastille) unter dem Untertitel nahe dem Preis: Dieser ist nur beim 3rd Print vorhanden. Öffnen Sie schließlich die innere Seite 1 und lesen Sie die Indicia: Der Vermerk "Third Printing — January 1992" bestätigt endgültig den 3rd Print. Ohne diese drei kumulativen Elemente handelt es sich nicht um einen authentischen 3rd Print.
Gibt es den 2nd Print wirklich?
Ja, der 2nd Print von New Mutants #98 existiert und wurde im Frühjahr 1991 veröffentlicht. Er zeichnet sich durch dasselbe goldene Logo wie der 3rd Print aus, jedoch ohne UPC-Bullet-Barcode auf dem Cover und mit dem Vermerk "Second Printing" statt "Third Printing" in der Indicia. Seine Auflage wird auf 30.000 bis 50.000 Exemplare geschätzt, was ihn seltener macht als den 3rd Print. Seine Notierung 2026 in CGC 9.8 liegt zwischen 250 und 400 €, also doppelt so viel wie der 3rd Print, aber weit unter dem 1st Print. Zertifizierte CGC-Exemplare bleiben rar, mit etwa 600 im weltweiten Census erfassten Exemplaren.
Warum ist der 1st Print 10-mal so viel wert wie der 3rd?
Drei kumulative Gründe. Erstens ist der 1st Print die echte Originalausgabe mit dem Erstauftritt von Deadpool, ein historischer Status, den Neuauflagen niemals reproduzieren können. Zweitens konzentrieren der spekulative Markt und die Sammlernachfrage ihre Aufmerksamkeit auf den 1st Print, was trotz einer ursprünglichen Auflage von 400.000 Exemplaren einen Effekt relativer Seltenheit erzeugt. Drittens werden hochgradige Exemplare des 1st Print mit der Zeit seltener (Abnutzung, unvollkommene Aufbewahrung), während 3rd Prints, jünger und weniger gelesen, in hohem Grade weiterhin in großer Zahl verfügbar sind. Der Markt honoriert massiv die Kombination aus historischem Status und relativer Seltenheit im hohen Grade.
Kann der 3rd Print mit einem neuen Deadpool-Film steigen?
Nur geringfügig. Historische Daten zu den Ankündigungen Deadpool 2016, Deadpool 2 (2018) und Deadpool & Wolverine (2024) zeigen, dass der 3rd Print bei jedem Medienzyklus einen Anstieg von 10 bis 20 % verzeichnet, während der 1st Print um 30 bis 50 % zulegt. Ein zukünftiger Deadpool-4-Film könnte den 3rd Print in 9.8 innerhalb von 6-12 Monaten von 100 auf 130 € bringen, jedoch ohne strukturelle Veränderung seiner Notierung. Um die MCU-Spekulation voll auszunutzen, bleibt der 1st Print das bevorzugte Vehikel. Der 3rd Print ist unter diesem Gesichtspunkt kein schlechter Kauf, einfach ein weniger verstärkter.
Sollte man einen 3rd Print bei CGC graden lassen?
Selten rentabel. Die Kosten für ein Standard-CGC-Grading betragen je nach Tier 30 bis 50 €, hinzu kommen 15 bis 25 € Versand. Gesamt: 45 bis 75 €. Damit sich ein Grading lohnt, muss das Exemplar mindestens eine 9.8 erzielen, was es auf 80-150 € aufwertet. Die Bruttomarge nach Gebühren liegt damit bei 5 bis 75 €, ohne Garantie, die 9.8 zu erreichen. Bei einer niedrigeren Note (9.6 oder 9.4) wird die Marge negativ oder null. Außer bei einem optisch perfekten, sehr günstig erworbenen Exemplar (unter 20 € raw) ist das Grading eines 3rd Print keine rentable Investition. Bei einem 1st Print sieht die Rechnung völlig anders aus: Eine 9.8 wertet das Exemplar auf 800-1.500 € auf, was das Grading selbst bei einem für 200 € raw erworbenen Exemplar deutlich rechtfertigt.
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