Die Frage taucht systematisch in Sammlerforen, auf Conventions und in Fachläden auf: Welchen Bag soll man zum Schutz seiner Comics wählen? Mylar, Polyethylen, Polypropylen – die Begriffe häufen sich, die Meinungen gehen auseinander, und zwischen billigen 100er-Packs und teuren Mylar-Hüllen verliert man leicht den Überblick.
Die Frage taucht systematisch in Sammlerforen, auf Conventions und in Fachläden auf: Welchen Bag soll man zum Schutz seiner Comics wählen? Mylar, Polyethylen, Polypropylen – die Begriffe häufen sich, die Meinungen gehen auseinander, und zwischen billigen 100er-Packs und teuren Mylar-Hüllen verliert man leicht den Überblick. Dabei ist die Wahl des Bags eine der wichtigsten Entscheidungen, die ein Comic-Sammler trifft: Ein falscher Schutz kann einen Comic, den er jahrelang gesucht hat und der mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro wert ist, binnen weniger Jahre zerstören.
Dieser Vergleichsguide liefert Ihnen alle Informationen, die Sie brauchen, um je nach Comic-Typ, Budget und Aufbewahrungszielen den richtigen Bag zu wählen. Wir analysieren im Detail jeden Kunststoff, seine chemischen Eigenschaften, seine Lebensdauer und die Situationen, in denen er zu verwenden ist. Ein absolutes Tabu müssen Sie sich ab sofort merken: niemals PVC.
Die Bag-Typen: die Materialien verstehen
Mylar – der ultimative Schutz
Der Begriff Mylar ist eigentlich eine von DuPont eingetragene Markenbezeichnung für einen biaxial orientierten Polyesterfilm (PET: Polyethylenterephthalat). In der Sammlerwelt wird „Mylar" generisch für jeden Polyesterfilm archivtauglicher Qualität verwendet. Ebenfalls verbreitet sind die Bezeichnungen Blylar (Marke Blystal) und Melinex (Marke ICI/DuPont), die gleichwertige Produkte bezeichnen.
Mylar ist das Referenzmaterial für Archive, Nationalbibliotheken und Museen. Seine Eigenschaften sind außergewöhnlich: chemisch inert (keine Gas-, Weichmacher- oder Schadstoffabgabe), geschätzte Haltbarkeit über 100 Jahre ohne nennenswerten Abbau, UV-Beständigkeit deutlich über Polyethylen, hervorragende Feuchtigkeitsundurchlässigkeit und perfekte optische Transparenz, die das bequeme Lesen des Covers ohne Entnehmen aus dem Bag erlaubt.
Mylar ist steif und knistert beim Anfassen leicht – ein Merkmal, an dem man ihn sofort erkennt. Er ist üblicherweise in zwei Stärken erhältlich: 2 mil (50 Mikrometer) und 4 mil (100 Mikrometer). 4 mil wird für die wertvollsten Comics empfohlen, 2 mil für wichtige, aber nicht außergewöhnliche Hefte.
Polyethylen – der bezahlbare Standard
Polyethylen (PE) ist der am häufigsten verwendete Kunststoff in Standard-Comic-Bags. Es gibt ihn in zwei Varianten: Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) und Polyethylen hoher Dichte (HDPE). Für Comics wird in der Regel LDPE verwendet, das eine passende Geschmeidigkeit bietet.
Polyethylen ist chemisch relativ unbedenklich – es gibt kein Chlor ab wie PVC –, weist aber gegenüber Mylar mehrere wichtige Einschränkungen auf. Seine Lebensdauer wird auf 5 bis 10 Jahre geschätzt, bevor es spröde oder vergilbt wird. Es lässt mehr Feuchtigkeit durch. Sein UV-Schutz ist geringer. Es kann sich leichter verkratzen und Mikrokratzer auf dem Cover hinterlassen.
Polyethylen bleibt die Standardwahl für gängige Comics Ihrer Sammlung, Hefte, die Sie regelmäßig wiederlesen, Run-Auffüllungen ohne besonderen Wert und Neuerwerbungen, die auf eine endgültige Einordnung warten. Sein sehr zugänglicher Preis (2 bis 5 € für 100 Bags) macht ihn für große Sammlungen unverzichtbar.
Polypropylen – der unterschätzte Kompromiss
Weniger häufig genannt als seine beiden Konkurrenten, ist Polypropylen (PP) dennoch ein interessantes Archivmaterial. Steifer als Polyethylen, aber weicher als Mylar, bietet es einen mittleren Schutz mit einer Lebensdauer von geschätzt 15–20 Jahren – besser als Polyethylen, schlechter als Mylar. Die Kosten liegen zwischen den beiden anderen Materialien.
Polypropylen zeichnet sich durch hervorragende optische Klarheit und gute chemische Beständigkeit aus. Einige Premium-Marken von „Polyethylen"-Bags sind in Wirklichkeit Polypropylen – lesen Sie stets die genaue Zusammensetzung auf der Verpackung. Für Comics mittleren Werts (zwischen 50 und 200 €) stellt Polypropylen einen guten Kompromiss zwischen Schutz und Budget dar.
Absolutes Tabu: PVC. PVC-Bags (Polyvinylchlorid) sind chemisch aktiv und geben Weichmacher ab, die in das Papier des Comics wandern und eine unumkehrbare Vergilbung und Versprödung verursachen. Bewahren Sie einen Comic niemals in einem PVC-Bag auf, auch nicht vorübergehend. Leider sind viele billige Hüllen aus den „Bastelbedarf"-Regalen aus PVC – prüfen Sie vor jedem Kauf stets die Zusammensetzung.
Vergleichstabelle: Mylar vs. Polyethylen vs. Polypropylen
| Kriterium | Mylar (Polyester) | Polypropylen | Polyethylen |
|---|---|---|---|
| Geschätzte Lebensdauer | 100+ Jahre | 15–20 Jahre | 5–10 Jahre |
| Chemische Inertheit | Exzellent | Sehr gut | Gut |
| UV-Schutz | Überlegen | Mittel | Gering |
| Feuchtigkeitsundurchlässigkeit | Exzellent | Gut | Mittel |
| Optische Klarheit | Perfekt | Sehr gut | Gut |
| Preis (100 Bags) | 25–60 € | 10–20 € | 2–8 € |
| Steifigkeit | Steif | Halbsteif | Geschmeidig |
| Ideal für | Key Issues, Silver Age, CGC-Kandidaten | Comics mittleren Werts | Run-Auffüllungen, gängige Comics |
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14 Tage kostenlos testen – unverbindlichWann Mylar, wann Polyethylen verwenden?
Mylar unbedingt einsetzen bei:
- Allen Silver-Age-Comics (1956–1970): Diese Hefte sind selten, wertvoll und fragil. Das Papier dieser Epoche ist oft bereits angegriffen und verdient den besten verfügbaren Schutz.
- Allen Key Issues, unabhängig vom Jahrgang: Erstauftritt, Heft Nr. 1 einer wichtigen Serie, Comic mit Marktwert über 100 € – hier ist Mylar Pflicht.
- Comics, die zum CGC/CBCS-Grading gehen sollen: Bevor Sie einen Comic zum Grading einschicken, bewahren Sie ihn in Mylar auf, um Schäden während Transport und Wartezeit zu minimieren.
- Wertvollen Bronze-Age-Comics (1970–1985): Das Papier dieser Zeit zeigt oft Tanning (natürliche Vergilbung durch Papiersäure), das sich bei schlechtem Schutz beschleunigt.
- Comics in Near Mint oder Very Fine: Wer einen Comic in Top-Zustand erworben hat, sollte ihn nicht mit schlechtem Schutz abwerten.
Polyethylen reicht für:
- Moderne Run-Auffüllungen (nach 1990): Comics aus den 90er-Jahren und später verwenden gestrichenes oder beschichtetes Papier besserer Qualität, das kurzfristig weniger anfällig für Abbau ist.
- Comics mit einem Wert unter 20 €: Die Kosten für Mylar rechtfertigen sich bei gewöhnlichen Heften nicht.
- Vorübergehende Lagerung vor der Sortierung: Bei Convention- oder Flohmarkteinkäufen reicht ein Polyethylen-Bag bis zur endgültigen Einordnung aus.
- Dubletten und Zweitexemplare: Doppelt gekaufte Comics für spätere Weitergabe oder separat gehaltene Variant Cover.
Empfohlene Bag-Marken
Nicht alle Mylar-Bags sind gleich. Diese Marken genießen in der Sammler-Community Konsens:
Für Mylar
- E. Gerber Products: die absolute US-Referenz, von CGC anerkannt. Die Produkte „Mylite 2" (2 mil) und „Full Back" sind die Profi-Standards.
- BCW Supplies: gute Alternative, etwas günstiger, in Europa gut verfügbar.
- Arkhive: europäische Qualitätsmarke, gute Verfügbarkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Für Polyethylen
- BCW Supplies (poly bags): der Marktstandard, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Ultra-Pro: bei Comic Planet Köln und Modern Graphics Berlin gut verfügbar, ordentliche Qualität für gängige Comics.
- Dragonshield: eher auf Sammelkarten ausgerichtet, einige Formate passen aber auch zu Comics.
Vorsicht bei zweifelhaftem „Mylar": Manche Verkäufer nutzen den Begriff „Mylar" missbräuchlich für Polypropylen- oder dickes Polyethylen. Echter Mylar ist steif, knistert und ist spürbar dicker als Standard-Bags. Im Zweifel fordern Sie das technische Datenblatt mit der genauen Zusammensetzung an (PET/Polyester = Mylar, PE = Polyethylen, PP = Polypropylen).
Die Backing Boards: der unverzichtbare Begleiter
Ein Bag ohne Board bringt nichts. Der Comic kann sich im Bag knicken, wellen oder Abdrücke entwickeln. Grundregeln für Backing Boards:
- Säurefrei ist Pflicht: Standard-Boards enthalten Säure, die in das Cover wandert. Verwenden Sie ausschließlich säurefreie Boards (Kennzeichnung „acid-free" oder „pH neutral" auf der Verpackung Pflicht).
- Regelmäßig austauschen: Selbst säurefreie Boards werden mit der Zeit sauer (2 bis 5 Jahre je nach Qualität). Ersetzen Sie sie bei Reorganisationssitzungen.
- Passendes Format: Das Board muss zum Bag-Format passen: Current, Silver Age oder Golden Age.
- Doppel-Board für Key Issues: Für besonders wertvolle Hefte verwenden manche Sammler zwei Boards (vor und hinter dem Comic) für maximale Steifigkeit.
Die häufigsten Fehler, die es zu vermeiden gilt
PVC-Bags verwenden
Der schlimmste mögliche Fehler. PVC baut das Papier unumkehrbar ab. Wenn Sie Comics in alten PVC-Hüllen haben, entnehmen Sie sie sofort und ersetzen Sie die Hüllen durch Polyethylen oder Mylar.
Polyethylen-Bags nie wechseln
Polyethylen baut sich über 5 bis 10 Jahre ab. Ein vergilbter oder spröder Poly-Bag bietet keinen wirksamen Schutz mehr. Planen Sie alle 5 Jahre einen Austausch Ihrer Bags für wichtige Comics ein.
Mehrere Comics in einen Bag stecken
Mehrere Comics in einen einzigen Bag zu stopfen erzeugt Druckstellen, die Knicke, Abdrücke und Coverschäden verursachen. Ein Comic, ein Bag – ohne Ausnahme.
In feuchter oder sonniger Umgebung aufbewahren
Selbst der beste Mylar gleicht keine schlechten Lagerbedingungen aus. Direktes UV-Licht, Luftfeuchtigkeit über 60 % und Temperaturschwankungen sind die Hauptfeinde Ihrer Sammlung, siehe unseren Guide zur Longbox-Organisation.
Nicht säurefreie Boards verwenden
Ein Standard-Board kann vergilben und das Cover beschädigen. Investieren Sie immer in säurefreie Boards – der Preisunterschied ist gering im Vergleich zum gebotenen Schutz.
Budget und Einkaufsstrategie für Zubehör
Für eine Sammlung von 500 Comics hier eine realistische Budgetstrategie für 2026:
- 50 Mylar-Bags 4 mil + 50 säurefreie Backing Boards für Ihre 50 Key Issues und wertvollen Hefte: rund 30 bis 50 € je nach Marke.
- 450 Polyethylen-Bags + 450 säurefreie Backing Boards für den Rest der Sammlung: rund 25 bis 40 € für die Bags, 30 bis 50 € für die Boards.
- Gesamtbudget Schutz 500 Comics: 85 bis 140 €, verteilbar auf Einkäufe bei Conventions oder spezialisierten Online-Händlern wie eBay.de und Amazon.de.
Kaufen Sie im Set – die Stückpreise brechen ab 100 Bags ein. Für Mylar wählen Sie lieber 50er-Packs zum Einstieg statt 10er-Packs zum prohibitiven Einzelpreis. Konsultieren Sie unseren Guide zu den Anfängerfehlern, um weitere typische Fallstricke zu vermeiden.
FAQ – Archiv-Bags für Comics
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