⚡ Kurzantwort

Eine App zur Manga-Sammlungsverwaltung katalogisiert Bände nach Serie (nummerierte Bände), unterscheidet japanische und deutsche Ausgaben (Carlsen, Egmont Manga, Kazé, Tokyopop, Altraverse), erfasst Schutzumschläge (Obi, Sleeve), bildet Varianten ab (Sammleredition, limitierte Auflage, Perfect Edition) und schätzt den Wert über Mandarake, Suruga-ya und eBay Japan. Bei einer langen Serie wie One Piece (110+ Bände in 2026) oder Naruto (72 Bände) ersetzt der ISBN-Scan eine manuelle Eingabe, die 6 Stunden dauern würde. Ab 300 Bänden wird die App unverzichtbar.

Die Manga-Sammlung in Deutschland ist seit 2020 explodiert: Millionen von Exemplaren werden jährlich verkauft, Manga machen mittlerweile einen erheblichen Anteil am deutschen Comicmarkt aus. Ein durchschnittlicher deutscher Sammler besitzt heute zwischen 200 und 800 Bänden, verteilt auf 15 bis 40 Serien, mit Jahresbudgets von 400 bis 1.500 Euro. Doch generalistische Verwaltungstools wie Goodreads oder selbst manche amerikanische Comics Manager ignorieren die Besonderheiten des Manga-Formats: Leserichtung von rechts nach links, abnehmbare Schutzumschläge mit Obi, parallele Ausgaben JP vs. DE, redaktionelle Abbrüche (Berserk vier Jahre lang unvollständig auf Deutsch verfügbar). Dieser Guide erklärt im Detail, wie man eine Manga-Sammlung mit einer ernsthaften Manga-Verwaltungs-App strukturiert, wie man Bände nach Serie katalogisiert, wie man den Wert einer japanischen Originalausgabe schätzt, und wie man laufende Serien verwaltet, die sich über 15 oder 20 Jahre erstrecken.

Warum ein Manga nicht wie ein Comic verwaltet wird

Der erste Fehler eines Sammlers, der von Excel zu einer Manga-Verwaltungs-App wechselt, ist zu glauben, dass das Datenmodell eines amerikanischen Comics ausreicht. Das tut es nicht. Ein Marvel-Comic ist ein Heft mit 22 bis 32 Seiten, das monatlich erscheint und über einen Serientitel, eine Nummer und einen Band identifiziert wird (Amazing Spider-Man Vol. 1 #129, ASM Vol. 5 #1). Der Manga folgt einer anderen redaktionellen Logik: Die Vorabveröffentlichung erfolgt in Japan in wöchentlichen Magazinen (Weekly Shonen Jump, Weekly Young Magazine), anschließend werden die Kapitel in gebundenen Bänden zusammengefasst, den sogenannten Tankōbon, in der Regel 180 bis 220 Seiten, die in Deutschland für 6,90 € bis 8,90 € verkauft werden.

Der Band wird zur Katalogisierungseinheit. Eine Serie wie One Piece zählt im Mai 2026 in Japan 110 Bände (Shueisha-Ausgabe), auf Deutsch bei Carlsen mit einem Verzug von 3 bis 6 Monaten gegenüber der japanischen Veröffentlichung entsprechend weniger. Eine App, die nur "Heftnummern" verwalten kann, ohne das Konzept "Band einer Serie" abzubilden, wird jenseits der fünften gesammelten Serie unhandhabbar.

Zweite Besonderheit: die parallelen Ausgaben. Ein und derselbe Band von Berserk existiert in sechs Versionen auf dem deutschen Markt: klassische Ausgabe (1996-2018), Neuauflage im Sammelband-Großformat (2 Bände in einem), Deluxe-Ausgabe (ab 2025), japanische Ausgabe Hakusensha (Original-Tankōbon), japanische Ausgabe Deluxe Kanzenban, limitierte Sammleredition. Jede Ausgabe hat ihren eigenen Marktwert, teilweise das Vierfache der Standardausgabe. Eine App zur Manga-Sammlung muss diese sechs Versionen als eigenständige Einträge abbilden, die mit demselben erzählerischen Band verknüpft sind.

Dritte Besonderheit: der abnehmbare Schutzumschlag. Anders als beim Comic wird der japanische Manga und die Mehrheit der deutschen Ausgaben mit einem abnehmbaren Papierumschlag präsentiert, und in Japan zusätzlich mit einem Obi, einem bedruckten Werbebanderole am unteren Rand des Umschlags. Ein Band ohne Obi verliert bei japanischen Sammlern 15 bis 30 % seines Wertes. Die Katalogisierung muss daher drei unterschiedliche Zustände erfassen: Vorhandensein des Schutzumschlags, Vorhandensein des Obi, Zustand des Schutzumschlags (Vergilbung, Knicke). Ein Comics Manager, der nur einen einzigen globalen Zustand verwaltet, ist dafür ungeeignet.

Bände, Volumes, Serien: die Manga-Struktur abbilden

Die korrekte Struktur einer Manga-Sammlung in einer App beruht auf drei hierarchischen Ebenen. Ohne diese Hierarchie erhält man 4.000 unübersichtliche, flache Einträge.

Erste Ebene: die Serie. Sie trägt den offiziellen Namen (One Piece, Vagabond, 20th Century Boys), den Autor (Eiichirō Oda, Takehiko Inoue, Naoki Urasawa), den japanischen Verlag (Shueisha, Kodansha, Shogakukan), den deutschen Verlag (Carlsen, Egmont Manga, Kazé), den Status (laufend, abgeschlossen, unterbrochen, eingestellt). Eine Serie ist eine Hülle, sie enthält nicht direkt die physischen Bände, sondern ordnet sie logisch ein.

Zweite Ebene: die Ausgabe. Eine Serie kann 3 bis 8 verschiedene Ausgaben haben. Bei Dragon Ball: klassische Ausgabe von 1993, Doppelband-Ausgabe von 2003, Perfect Edition von 2009, Full-Color-Farbausgabe, Sammler-Edition, japanische Original-Ausgabe Shueisha, japanische Farbausgabe Kanzenban. Jede Ausgabe hat ihr eigenes Format (Taschenbuch, Großformat, Gesamtausgabe), ihren Seitenumfang, ihren Verkaufspreis und ihren Marktwert. Die App muss jede Ausgabe mit der Mutterserie verknüpfen.

Dritte Ebene: der physische Band, den man tatsächlich besitzt. Für jeden Band sind die Mindestfelder: Bandnummer (1 bis n), zugehörige Ausgabe, Zustand (Mint, Near Mint, Very Fine, Fine, Good), Vorhandensein des Schutzumschlags, Vorhandensein des Obi bei japanischen Ausgaben, Kaufdatum, Kaufpreis, Verkäufer, physischer Aufbewahrungsort (Regal 3, Kiste 12). Eine ernsthafte Manga-Verwaltungs-App erlaubt es, für seltene oder beschädigte Ausgaben ein Foto des Covers anzuhängen.

Diese dreistufige Modellierung ermöglicht anschließend nützliche Abfragen. Wie viele Bände von Berserk in der Großformat-Ausgabe fehlen noch? Wie viele verschiedene Ausgaben von Dragon Ball besitzt man? Welchen Gesamtwert haben die japanischen Bände mit intaktem Obi? Welche Bände wurden in den letzten 12 Monaten für mehr als 25 Euro gekauft? Ohne diese Modellierung bleiben diese Fragen unbeantwortet. Für die theoretische Grundlage siehe Katalogisierungsmethode, die sich mit den oben genannten Anpassungen auch auf Mangas anwenden lässt.

Japanische vs. deutsche Ausgaben: die Wertetabelle

Die Bewertung eines Mangas hängt vorrangig von der Ausgabe ab. Eine Manga-Sammlungsverwaltung, die nicht zwischen der japanischen Originalausgabe und der deutschen Übersetzung unterscheidet, liefert falsche Schätzungen, manchmal um den Faktor 5 oder 10.

Auf japanischer Seite wird der Markt von einigen dominierenden Verlagen strukturiert. Shueisha veröffentlicht Weekly Shonen Jump (One Piece, Naruto, My Hero Academia, Demon Slayer, Jujutsu Kaisen). Kodansha hält Weekly Shonen Magazine und Young Magazine (Attack on Titan, Fairy Tail, Berserk eigentlich bei Hakusensha). Shogakukan deckt Detective Conan, Inuyasha ab. Hakusensha ist Seinen-Spezialist mit eben Berserk. Die japanische Tankōbon-Ausgabe kostet neu 500 bis 800 Yen (3,50 € bis 5,50 € zum Kurs von 2026), aber eine Erstausgabe eines seltenen Bandes wie Akira Band 1, Kodansha-Ausgabe von 1984, übersteigt gebraucht auf Mandarake die 200 Euro.

Auf deutscher Seite strukturieren mehrere große Verlage den Markt. Carlsen ist historisch Marktführer (Dragon Ball, One Piece, Berserk, Bleach), Egmont Manga Spezialist für Shojo und Seinen (Fairy Tail, Attack on Titan, Coffee and Vanilla), Kazé Manga stark im Aufwind (Bride Stories, Pandora Hearts, Jujutsu Kaisen), Tokyopop (Naruto, Death Note, Detective Conan), Altraverse (Fullmetal Alchemist, My Hero Academia), Panini Manga (Tsubasa, Cardcaptor Sakura).

Eine klassische deutsche Ausgabe ist in der Regel 30 bis 50 % der japanischen Originalausgabe wert, außer bei abgebrochenen, nicht abgeschlossenen Ausgaben. Bei Berserk in deutscher Ausgabe, Bände 1 bis 40, wurde die Serie in Deutschland vier Jahre lang zwischen 2018 und 2022 wegen des Todes von Kentaro Miura nicht fortgesetzt; einige neuwertige Bände wurden 2023 auf Vinted für 25 bis 40 Euro pro Stück weiterverkauft, gegenüber 7,90 € Neupreis. Eine Manga-Verwaltungs-App, die die Preisquellen Mandarake, Suruga-ya und eBay Japan integriert, erfasst diese Schwankungen. Zur Schätzmethode siehe kostenlose Schätzung, die sich mit den richtigen Quellen auch auf Mangas erstreckt.

Schutzumschlag, Obi, Sleeve: die Varianten, die den Wert ausmachen

Der japanische Manga-Markt misst den abnehmbaren Elementen eine unverhältnismäßig hohe Bedeutung bei, die ein deutscher Sammler oft vernachlässigt. Drei Elemente konzentrieren 40 bis 70 % des Wertabschlags oder -aufschlags eines japanischen Bandes.

Der Schutzumschlag (cover paper, カバー) ist das abnehmbare Papiercover. Entfernt man bei einem japanischen Tankōbon den Schutzumschlag, kommt ein festes Cover zum Vorschein, das oft mit anderen Illustrationen oder Bonusmaterial bedruckt ist. Ein Band ohne Schutzumschlag verliert auf Mandarake 40 bis 60 % seines Wertes. Der Zustand des Schutzumschlags (Vergilbung, Abrieb, Eckknicke) zählt genauso viel wie der Zustand des Bandes selbst. Eine App muss daher ein Feld "Schutzumschlag" getrennt vom Feld "Zustand des Buches" erfassen.

Der Obi (帯) ist die 4 bis 6 cm hohe Papierbanderole, die den Schutzumschlag unten umschließt. Er trägt die Werbeankündigungen: Auflage, Oricon-Ranking, Zitat eines berühmten Autors, Anime-Ankündigung. Der Obi ist zerbrechlich und das Erste, was bei Gebrauchtware verloren geht. Ein Band mit intaktem Original-Obi wird auf Suruga-ya 15 bis 30 % teurer verkauft. Bei den Bänden 1 bis 5 emblematischer Serien (One Piece Band 1 von 1997, Naruto Band 1 von 2000) kann der Erstausgaben-Obi die Hälfte des Gesamtwertes des Buches ausmachen.

Der Sleeve oder die Hülle, vorhanden bei bestimmten japanischen Sammler- oder limitierten Editionen (Kanzenban, Aizoban, Box-Ausgaben), ist ein Pappschuber, der das Buch enthält. Sein Vorhandensein oder Fehlen verändert den Marktwert radikal. Eine japanische Bleach-Aizoban-Ausgabe in ihrer Original-Box erzielt auf Mandarake 80 bis 120 Euro pro Band, gegenüber 25 bis 40 Euro ohne die Box.

Auf deutscher Seite ist der Schutzumschlag seltener, außer bei Deluxe- oder Sammlereditionen. Dagegen weisen die Schuber-Ausgaben (Sammelbox) der Perfect Edition, die Sammler-Editionen mit Ex-Libris, die nummerierten limitierten Editionen die gleichen Problematiken auf. Die App muss diese Varianten als eigenständige Einträge oder über ein System ankreuzbarer Attribute abbilden. Zur allgemeinen Logik der Varianten siehe Key Issues und Varianten, die sich auch auf Manga anwenden lässt.

Praktische Methode: Fotografieren Sie systematisch den Schutzumschlag Ihrer seltenen japanischen Ausgaben mit und ohne Obi, bevor Sie sie transportieren oder verleihen. Bei Verlust oder Beschädigung dient das Foto als Zustandsnachweis für Versicherung und Wiederverkauf. Eine App mit integriertem Cloud-Fotospeicher macht sich diese Praxis sofort bezahlt.

Manga-Schätzung: Mandarake, Suruga-ya, eBay Japan

Die Schätzung eines gebrauchten japanischen Mangas erfolgt weder über eBay US noch über Vinted noch über Kleinanzeigen. Die Preise auf diesen Plattformen für japanische Ausgaben sind systematisch unpassend (über- oder unterbewertet), weil die Nachfrage gering und vergleichbare Angebote selten sind. Drei Quellen strukturieren die seriöse Manga-Schätzung.

Mandarake (mandarake.co.jp) ist die größte Kette von Gebraucht-Manga-Läden in Japan. Die Seite bietet online mehrere hunderttausend Bände mit Fotos, detailliertem Zustand auf Japanisch (極上 = sehr gut, 良 = gut, 並 = mittel) und Preis an. Mandarake liefert international über den eigenen Shipping-Service. Die Preise von Mandarake sind die Referenz des japanischen Gebrauchtmarktes und dienen als Basis für jede seriöse Schätzung.

Suruga-ya (suruga-ya.jp) ist der direkte Konkurrent von Mandarake, mit teilweise niedrigeren Preisen bei gängigen Ausgaben, aber einer breiteren Abdeckung bei Sammler- und Bunkoban-Ausgaben. Beide Quellen ergänzen sich, und der Durchschnitt aus beiden liefert eine verlässliche Median-Schätzung.

eBay Japan und die Version Yahoo Auctions Japan (auctions.yahoo.co.jp) decken die Versteigerungen ab. Für seltene Bände, die weder bei Mandarake noch bei Suruga-ya verfügbar sind, liefern die Auktionen den wahren Marktwert. Ein Proxy-Bidding-Dienst (Buyee, ZenMarket, FromJapan) ermöglicht es, aus Deutschland heraus für 800 bis 1.500 Yen Provision mitzubieten. Zur Auktionsmethode siehe Auktionsstrategie, die auf japanische Mangas anwendbar ist.

Für den deutschen Gebrauchtmarkt sind die Quellen andere: spezialisierte Manga-Gebrauchtbörsen, Buchhandlungen mit Gebrauchtabteilung, Vinted (Kategorie Bücher/Comics), Kleinanzeigen sowie spezialisierte Auktionshäuser für seltene Ausgaben. Eine moderne App zur Manga-Sammlung integriert idealerweise diese Quellen parallel, um eine nach Ausgabe differenzierte Bewertung anzubieten. Details in ComicConnect und Heritage, die auch seltene Manga-Verkäufe abdecken.

Lange Serien, laufende Serien: die Verwaltung des Unvollständigen

Ein strukturelles Merkmal des Mangas: die Länge. Während ein amerikanischer Comic seine Runs in der Regel auf 50 oder 100 Hefte vor einem Relaunch begrenzt, erstrecken sich Mangas über Jahrzehnte. One Piece zählt 2026 110 laufende Bände, Detective Conan 105 Bände, Berserk 42 unterbrochene und dann wieder aufgenommene Bände. Diese Länge schafft drei spezifische Problematiken für die Verwaltung in einer App.

Erster Punkt: die bewusst akzeptierte Teilkomplettierung. Bei einer Serie von 110 Bänden zu 7,90 € pro Stück investiert ein Sammler, der heute anfängt, 870 €, um One Piece aufzuholen. Viele entscheiden sich, nur die bevorzugten Handlungsbögen zu sammeln (East Blue Bände 1-12, Marineford Bände 54-61, Wano Bände 90-104). Eine App muss es ermöglichen, diese Teilsammlungen zu verwalten, ohne bewusst nicht gekaufte Bände als "fehlend" zu kennzeichnen. Die selektive Wunschlisten-Funktion wird kritisch.

Zweiter Punkt: das laufende Erscheinen. Bei aktiven Serien muss die App auf kommende neue Bände mit Erscheinungsdatum und Vorbestellung hinweisen. Carlsen veröffentlicht typischerweise 3 bis 4 One-Piece-Bände pro Jahr, Egmont Manga veröffentlicht 2 Fairy-Tail-Bände pro Jahr für die Neuauflagen. Ohne automatische Benachrichtigung verpasst der Sammler signierte Vorbestellungen oder limitierte Sammlereditionen. Siehe Vorbestellungen zur allgemeinen Strategie.

Dritter Punkt: der redaktionelle Abbruch. Das ist die spezifische Plage des Mangas in Deutschland. Eine Serie, die bei einem Verlag begonnen wurde, kann auf halbem Weg aufgegeben werden: Insolvenz, Verlust der Lizenzrechte, unzureichende Verkaufszahlen. Einige bekannte Fälle seit 2010: Real von Takehiko Inoue in Deutschland fünf Jahre lang bei Band 14 unterbrochen, bevor es wieder aufgenommen wurde, Hunter x Hunter mit einer vierjährigen Pause, Vagabond seit 2015 pausiert, Bastard!! auf Deutsch nie abgeschlossen. Eine Manga-Verwaltungs-App muss den deutschen redaktionellen Status taggen: "laufend", "abgeschlossen", "unterbrochen", "endgültig eingestellt", "nach Pause wieder aufgenommen". Dieser Status beeinflusst direkt die Kaufstrategie (Import auf Japanisch, wenn die Serie auf Deutsch eingestellt ist) und die Bewertung (Bände einer eingestellten Serie gewinnen oft an Wert).

Für die langfristige Verwaltung und die Komplettierungsstrategie bei langen Serien liefert der Artikel Hold Long vs. Flip Court Rahmenwerke, die trotz des Comic-Fokus auch auf Mangas anwendbar sind.

Manga-Tag in My Comics Collection

My Comics Collection integriert seit 2024 ein spezifisches Tag-System für Nicht-Comic-Zeichenserien, darunter das Tag Manga. Dieses Tag aktiviert eine dedizierte Ansicht und formatspezifische Felder.

Die durch das Manga-Tag aktivierten Felder: Bandnummer (statt Heftnummer), Ausgabe (japanisches Original, klassische deutsche Ausgabe, Deluxe-Ausgabe usw.), Vorhandensein des Schutzumschlags, Vorhandensein des Obi bei japanischen Ausgaben, Vorhandensein des Sleeve bei Box-Ausgaben, ursprüngliches Vorabveröffentlichungsmagazin, Serienstatus (laufend, abgeschlossen, eingestellt), deutscher Verlag, japanischer Verlag, Hauptautor, Lesesprache.

Die interne Datenbank deckt die wichtigsten Serien seit der Einführung des Mangas in Deutschland in den 1990er Jahren ab: über 8.000 erfasste Serien, 95.000 katalogisierte Bände, darunter die wichtigsten in japanischer Originalausgabe und ihre deutschen Entsprechungen. Der ISBN-Scan erkennt die EAN-13-Barcodes, die seit 1995 auf deutschen Bänden und seit 2000 auf japanischen Tankōbon aufgedruckt sind. Für 100 gescannte Bände rechnet man mit 25 bis 35 Minuten gegenüber 4 bis 6 Stunden bei manueller Excel-Eingabe.

Die Manga-Bewertung kombiniert vier Quellen: Mandarake, Suruga-ya, eBay Japan und Vinted Kategorie deutsche Mangas. Die Wertberechnung unterscheidet nach Ausgabe (ein One-Piece-Band 1 in der Erstausgabe von 1997 hat nicht denselben Wert wie ein Nachdruck-Band 1 von 2018) und nach Zustand (Vorhandensein oder Fehlen des Schutzumschlags). Für die vollständige Abdeckung des MCC-Manga-Tags siehe My Comics Collection für japanische Mangas.

Das Modul für fehlende Comics passt sich dem Format an: Bei einer One-Piece-Serie mit 110 Bänden listet die App die Lücken auf (Bände 17, 43, 78 fehlen) und schlägt eine nach niedrigstem Gebrauchtwert priorisierte Wunschliste vor. Bei eingestellten Serien schaltet die App in den Modus "Wiederaufnahme-Alarm": Benachrichtigung, wenn der Verlag eine Wiederaufnahme oder einen Lizenzwechsel zu einem anderen deutschen Verlag ankündigt.

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Häufige Fehler bei einer Manga-Sammlung, die man vermeiden sollte

Fünf Fehler kommen bei Sammlern, die zum ersten Mal eine Manga-Sammlung strukturieren, systematisch vor. Sie von Anfang an zu erkennen, spart Stunden an Korrekturarbeit.

Fehler 1: Band und Kapitel verwechseln. Ein Band fasst 8 bis 10 Kapitel zusammen. Jedes Kapitel einzeln zu katalogisieren ist nutzlos und überflutet die Datenbank. Der Band ist die vermarktete physische Einheit, er wird katalogisiert. Die Kapitel dienen ausschließlich der Lektüre im Magazin oder als Scan.

Fehler 2: den Unterschied zwischen japanischer und deutscher Ausgabe ignorieren. "Berserk Band 1" ohne Angabe der Ausgabe einzugeben, führt zu dauerhafter Verwirrung. Ein japanischer Band 1 von Hakusensha aus 1990 und ein deutscher Band 1 von 2004 sind zwei eigenständige Katalogeinträge mit radikal unterschiedlichen Marktwerten. Immer die Ausgabe bereits bei der Eingabe angeben.

Fehler 3: den Obi nicht erfassen. Bei japanischen Ausgaben macht der Obi 15 bis 30 % des Wertes aus. Ein Boolean-Feld "Obi vorhanden" ist bei jeder Erfassung einer japanischen Ausgabe nicht verhandelbar. Eine App, die dieses Feld nicht besitzt, muss durch ein systematisches Freitext-Notizfeld umgangen werden.

Fehler 4: die Status "laufend" und "abgeschlossen" verwechseln. Eine in Deutschland als "laufend" getaggte Serie kann in Japan seit 5 Jahren abgeschlossen sein. Beide Status zu erfassen (japanischer Serienstatus, deutscher Serienstatus) vermeidet Verwirrung bei Bewertung und Komplettierungserwartungen.

Fehler 5: die priorisierte Wunschliste vernachlässigen. Bei 800 fehlenden Bänden, verteilt auf 30 Serien, wird die Wunschliste ohne Priorisierung nach niedrigstem Gebrauchtwert unbrauchbar. Eine App, die keine Sortierung nach Kaufgelegenheit (aktueller Wert vs. Neupreis) integriert, lässt jährlich Hunderte von Euro durch schlecht priorisierte Käufe verlieren.

FAQ — Manga-Sammlungsverwaltung

Braucht man eine andere App für Mangas und Comics?

Nein, wenn die App beide Formate mit unterschiedlichen Tags unterstützt. Eine dedizierte Manga-Verwaltungs-App verliert an Nutzen, wenn man auch Comics oder franko-belgische Comics sammelt. Die optimale Lösung ist eine einzige App mit einem Tag pro Format, wie My Comics Collection. Siehe gemischte Sammlung zur Methode.

Wie katalogisiert man eine Serie mit 100+ Bänden wie One Piece?

Beim ISBN-Scan rechnet man mit 20 Sekunden pro Band, also 35 Minuten für 100 One-Piece-Bände. Beginnen Sie mit den Bänden, die Sie physisch zur Hand haben, und nutzen Sie dann die Funktion "gesamte Serie hinzufügen", falls verfügbar (die App listet die 110 Bände auf, und Sie haken die besessenen ab). Diese Methode dauert 10 Minuten, um 100 vorhandene Bände abzuhaken.

Wie schätzt man einen gebrauchten japanischen Band?

Drei Quellen: Mandarake (mandarake.co.jp), Suruga-ya (suruga-ya.jp) und eBay Japan über Yahoo Auctions. Der Durchschnitt der drei ergibt den Marktpreis. Rechnen Sie mit 800 bis 1.500 Yen Proxy-Provision für die Lieferung nach Deutschland über Buyee oder ZenMarket, also etwa 10 Euro Aufpreis pro Sendung.

Was tun, wenn eine Serie auf Deutsch eingestellt wurde?

Drei Optionen: die Fortsetzung auf Japanisch importieren (Ausgabe Shueisha, Kodansha je nach Titel), auf eine eventuelle Wiederaufnahme durch einen anderen deutschen Verlag warten, oder die bereits erworbenen Bände verkaufen, solange der Wert noch hoch ist. Berserk hatte während der Pause 2018-2022 einen Wertzuwachs seiner Bände von 200 bis 300 % gesehen. Eine App, die den Status "eingestellt" taggt, ermöglicht es, die Entscheidung in Echtzeit zu treffen.

Sollte man den Schutzumschlag von Mangas aufbewahren?

Ja, systematisch, besonders bei japanischen Ausgaben. Ein Band ohne Schutzumschlag verliert 40 bis 60 % seines Wertes. Zur Aufbewahrung lagern Sie die Bände vertikal, vor Sonne und Feuchtigkeit geschützt. Siehe Schützen und Aufbewahren für die auch auf Mangas anwendbare Methode.

Erkennt die App japanische ISBN?

Japanische 13-stellige ISBN (Präfix 978-4 oder 979-4) werden von seriösen Apps unterstützt. Der Scan funktioniert bei Tankōbon seit 2000. Bei früheren Ausgaben ohne Barcode erfolgt die Eingabe über die interne Datenbank, indem man zunächst die Serie und dann den Band sucht.

Wie viel ist eine Sammlung von 500 neuen Manga-Bänden wert?

Beim Kauf etwa 3.500 bis 4.500 Euro (7 bis 9 Euro pro Stück im Durchschnitt). Beim Weiterverkauf gebraucht über Vinted oder spezialisierte Gebrauchtbörsen rechnet man mit 30 bis 50 % des Kaufwertes, also 1.200 bis 2.200 Euro, außer bei Sammlereditionen, auf Deutsch eingestellten Serien oder signierten Bänden, die spekulative Werte erreichen können.

Kann man eine gemischte Sammlung aus Manga, Comic und Comics verwalten?

Ja, mit modernen Apps, die alle drei Tags unterstützen. Jedes Format behält seine eigene Logik: Bände für den Manga, Alben für den Comic, Hefte für den Comics. Die Gesamtansicht zeigt den Gesamtwert über alle Kategorien hinweg, und die nach Tag gefilterten Ansichten ermöglichen es, jedes Format separat zu verwalten. Details in Verwaltung aller Formate.

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