⚡ Kurzantwort

MAD Magazine wurde von Harvey Kurtzman und Bill Gaines bei EC Comics geschaffen, mit MAD #1, datiert Oktober-November 1952, im Comic-Heft-Format für 10 Cent. Ab MAD #24 (Juli 1955) wechselt der Titel ins Magazinformat für 25 Cent in Schwarz-Weiß, wodurch er der im Oktober 1954 eingeführten Comics Code Authority entgeht. Das Maskottchen Alfred E. Neuman erscheint erstmals als Hauptmotiv auf dem Cover von MAD #30 (Dezember 1956) und wird zur visuellen Identität des Titels. Katalog: über 550 zwischen 1952 und 2018 veröffentlichte Hefte, plus das DC-Reboot ab 2018. Marktwert 2026: MAD #1 in CGC 9.0+ zwischen 30.000 und 50.000 Euro, MAD #24 (Übergangs-Magazin) je nach Grad zwischen 1.000 und 3.000 Euro.

MAD Magazine nimmt in der Geschichte der amerikanischen Comics eine Sonderstellung ein. In dem Moment, in dem die Comics Code Authority 1954-1955 Horror und Crime zerschlägt, ist dieser von Harvey Kurtzman gezeichnete Satiretitel der einzige Überlebende von EC Comics. Seine Verwandlung in ein Magazin im Sommer 1955 eröffnet ein einzigartiges verlegerisches Kapitel: 63 Jahre durchgehende monatliche Veröffentlichung, über 550 Hefte, im Schnitt 2,8 Millionen monatliche Auflage am Höhepunkt 1973, und ein antikorporativer Humor, der das gesamte Stand-up und die amerikanische Sitcom des späten 20. Jahrhunderts beeinflusst hat. Für den französischen Sammler bleibt MAD ein hybrides Objekt zwischen Comic und Magazin, mit einer eigentümlichen Wertentwicklung, die einen eigenen Leitfaden verdient.

Dieser Artikel beleuchtet die Entstehung von MAD durch Kurtzman im Jahr 1952, den Marktwert der #1 als Comic-Heft in hoher CGC-Bewertung, den entscheidenden Übergang der #24 zum Magazin im Juli 1955, das Auftreten von Alfred E. Neuman als festes Maskottchen ab Ende 1956, die Entwicklung des Katalogs von 1952 bis 2018 plus das DC-Reboot, sowie den aktuellen Marktstand 2026, der die ersten EC-Hefte (1-23 im Comic-Format) von den Magazinen (24+) mit ihrer jeweiligen Logik von Stabilität oder Wertverfall unterscheidet. Die von Heritage Auctions und ComicConnect dokumentierten Verkäufe 2022-2025 dienen als Referenz für die genannten Wertspannen.

MAD-Gründung bei EC Comics durch Harvey Kurtzman 1952: satirische Anfänge

MAD entsteht zu einem präzisen Zeitpunkt in der Geschichte von EC Comics. Im Herbst 1952 leitet William "Bill" Gaines seit vier Jahren ein New Yorker Verlagshaus, das 1950 mit den New-Trend-Titeln in erwachsenen Horror und Science-Fiction gewechselt war: Tales from the Crypt, Vault of Horror, Weird Science. Harvey Kurtzman, damals 28 Jahre alt, leitet die Kriegstitel des Verlags, Two-Fisted Tales und Frontline Combat, mit einem dokumentarischen Anspruch, der ihn auszeichnet. Kurtzman beschwert sich bei Gaines über die Bezahlung: Seine Kriegstitel erfordern umfangreiche Recherchearbeit bei bescheidenen Verkaufszahlen. Gaines schlägt ihm vor, einen kostengünstigen humoristischen Titel zu starten, um sein Einkommen aufzubessern.

Kurtzmans ursprüngliches Konzept: eine systematische Parodie anderer Comics, Filme, Werbung und amerikanischer Magazine. Der gewählte Titel: Tales Calculated to Drive You MAD, mit dem Untertitel Humor in a Jugular Vein. Das Format: klassisches Comic-Heft 17,8 x 26 cm, 32 Farbseiten, 10 Cent pro Heft. Das erste Heft von MAD, datiert Oktober-November 1952, erscheint Ende August 1952 am Kiosk. Das Cover, signiert von Kurtzman, parodiert die EC-Horror-Cover selbst: eine versteinerte Familie starrt mit entsetzten Augen auf etwas Unsichtbares, dazu eine ironische Bildunterschrift. Die Anfangsauflage ist bescheiden, rund 195.000 Exemplare, vergleichbar mit anderen EC-Titeln jener Zeit.

Das künstlerische Team des MAD-Comic-Hefts 1952-1955 vereint die Säulen von EC Comics: Jack Davis, Wally Wood, Will Elder, John Severin, gelegentlich Bernard Krigstein und Russ Heath. Kurtzman schreibt in den ersten Jahren sämtliche Skripte selbst, was eine seltene redaktionelle Kohärenz garantiert. Der Erzählstil vermischt originalgetreue grafische Parodie (Will Elder ist berühmt für seine mit Nebengags gesättigten Hintergründe), gesellschaftspolitische Satire und absurden Humor. Diese Konzentration an Talenten fügt sich in die Vergütungspolitik von EC ein: 35-45 Dollar pro Seite gegenüber 25-30 anderswo, kreative Freiheit, Rückgabe der Originalseiten an die Künstler. Für den EC-Gesamtkontext siehe EC Comics Tales from the Crypt 10 Schlüsselausgaben.

Bereits ab MAD #2 (Dezember 1952-Januar 1953) heben die Verkaufszahlen ab. Heft Nummer 4 (April-Mai 1953) enthält "Superduperman", eine Superman-Parodie, die legendär wird, weil sie beinahe eine Klage von DC Comics ausgelöst hätte (gütlich beigelegt). MAD etabliert innerhalb weniger Hefte eine redaktionelle Formel ohne jegliches Äquivalent auf dem Markt: die Popkultur mit ebenso viel zeichnerischer Sorgfalt zu parodieren wie die Popkultur selbst. Im Herbst 1954, als die Comics Code Authority die EC-Horror-Linie zerschlägt, bleibt MAD einer der wenigen rentablen Titel des Verlags, was die entscheidende Weichenstellung bei der #24 vorbereitet.

MAD #1 Oktober 1952 im Comic-Heft-Format: CGC-9.0+-Marktwert 2026

MAD #1, datiert Oktober-November 1952, gehört heute zu den meistgesammelten Comics der Pre-Code-Ära, sowohl wegen seiner Seltenheit in hohen Erhaltungsgraden als auch wegen seines historischen Werts. Das Kurtzman-Cover parodiert bewusst die visuelle Sprache des EC-Horrors: eine durchschnittliche amerikanische Familie, versteinert vor Schreck, mit starrem Blick aus dem Bild, dazu die Bildunterschrift "TALES CALCULATED TO DRIVE YOU... MAD". Das Comic-Heft-Format 17,8 x 26 cm, 32 Farbseiten, 10 Cent, entspricht dem damaligen Comic-Standard.

Der Marktwert von MAD #1 im Jahr 2026 gliedert sich in mehrere Stufen. Ein Exemplar in CGC 9.0 wurde im März 2024 bei Heritage Auctions für 60.000 Dollar gehandelt, was zum aktuellen Kurs etwa 55.000 Euro entspricht. Ein CGC 9.2 erzielte im September 2023 bei ComicConnect 96.000 Dollar. CGC 9.4 und höher sind extrem selten (weniger als 10 im CGC-Census 2026 verzeichnete Exemplare) und bewegen sich je nach Konkurrenz im Auktionssaal in der Zone 120.000-180.000 Dollar. Zum Vergleich der Auktionsplattformen siehe ComicConnect vs. Heritage Auctions: ein Vergleich.

Die mittleren Erhaltungsgrade bleiben mit beachtlichen Summen zugänglich. Ein CGC 8.0-8.5 schwankt je nach Monat und Eye-Appeal-Qualität zwischen 8.000 und 18.000 Dollar. Ein CGC 7.0-7.5 liegt zwischen 4.500 und 9.000 Dollar. Ein CGC 6.0 zwischen 2.800 und 5.500 Dollar. Ungeslabte Exemplare in Raw VG-Fine (entspricht 4.0-6.0) zirkulieren auf Conventions zwischen 1.800 und 4.000 Dollar, mit dem Risiko einer verdeckten Restaurierung, das eine systematische Prüfung vor dem Kauf rechtfertigt.

Drei Faktoren strukturieren diesen Marktwert. Erster Faktor: die absolute Seltenheit in hohen Graden. Das Pulp-Papier von 1952 ist 2026 74 Jahre alt, systematische Vergilbung, Fragilität der Ecken und des Rückens. Ein halber Gradsprung zwischen 8.5 und 9.0 kann einen Preisunterschied von 50 bis 100 % ausmachen. Zweiter Faktor: die Signatur Kurtzman. Da der Schöpfer 1993 verstarb, bleibt sein künstlerischer Marktwert strukturell hoch. Dritter Faktor: die kulturelle Zentralität. MAD wird in Universitätshandbüchern zu Kommunikation, Satire und Popkultur zitiert, was den Käuferkreis über den reinen Comic-Markt hinaus erweitert. Zur CGC-Bewertungsmechanik bei Vintage-Heften siehe CGC Comics vintage vs. moderne: Strategie.

Für den französischen Sammler, der ohne unbegrenztes Budget in MAD #1 einsteigen möchte, gibt es zwei Ansätze. Erster Ansatz: ein CGC 4.0-5.0 zwischen 1.200 und 2.200 Dollar anvisieren und ein vergilbtes, aber vollständiges und lesbares Cover akzeptieren. Zweiter Ansatz: ein Raw Good 2.0-3.0 zwischen 600 und 1.100 Dollar auf einer Convention anvisieren, dabei Fotos aus allen Blickwinkeln und eine Rückgabegarantie verlangen. In beiden Fällen sollte das Exemplar gleich nach dem Kauf mit hochauflösenden Fotos in einer Comic-Sammlungs-App katalogisiert werden, um Herkunft und Ausgangszustand zu dokumentieren. Eine kostenlose Bewertung vor der Transaktion hilft, die aktuelle Marktspanne für den anvisierten Grad einzuordnen.

MAD #24 Juli 1955, Übergang zum Magazinformat: Umgehung der Comics Code Authority

MAD #24, datiert Juli 1955, ist eines der bedeutendsten Übergangshefte in der gesamten Geschichte der amerikanischen Comics. Um seine Besonderheit zu verstehen, muss man auf den Kontext der Jahre 1954-1955 zurückblicken. Am 26. Oktober 1954 führt die amerikanische Comic-Industrie unter dem Druck von Eltern, Vertriebshändlern und dem Senat (Kefauver-Anhörung vom 21.-22. April 1954) die Comics Code Authority ein. Der Code verbietet ausdrücklich die Wörter "horror" und "terror" in Titeln, untersagt Vampire, Werwölfe und Zombies und reglementiert die Darstellung von Verbrechen. EC Comics verliert zwischen Dezember 1954 und März 1955 seine sieben Horror- und Crime-Titel.

Im Frühjahr 1955 befindet sich Harvey Kurtzman bei EC in einer starken Position. MAD #23 (Mai 1955) ist einer der letzten profitablen Titel des Verlags. Hugh Hefner, Eigentümer von Playboy, das im Dezember 1953 gestartet war, umwirbt Kurtzman aktiv, um ein konkurrierendes humoristisches Magazin zu starten. Bill Gaines versucht, Kurtzman zu halten. Der im Juni 1955 gefundene Kompromiss: MAD von einem Comic-Heft in ein Magazin zu verwandeln. Die juristische Überlegung ist raffiniert und entscheidend. Die Comics Code Authority gilt nur für Comic-Hefte, Format 17,8 x 26 cm, in Farbe, am Kiosk für 10 Cent verkauft. Das Magazin-Format, 21 x 28 cm, Schwarz-Weiß, für 25 Cent verkauft, entgeht dem Code per Definition. Es ist eine regulatorische Lücke, die Gaines ausnutzt.

MAD #24 erscheint im Juni 1955, datiert Juli 1955. Magazinformat 21 x 28 cm. Schwarz-Weiß im Innenteil (mit gelegentlich zwei Farbseiten). 48 Seiten. Preis: 25 Cent (gegenüber 10 Cent beim Comic). Anfangsauflage: 350.000 Exemplare, vergleichbar mit dem Höchststand des Comic-Formats. Doch schon in den folgenden Heften (MAD #25 im September 1955, #26 im November 1955) explodieren die Verkaufszahlen: 500.000, dann 750.000. Bei #28 (Juli 1956) erreicht die Auflage 1 Million. 1958 sind es 1,3 Millionen. Am Höhepunkt 1973-1974 durchschnittlich 2,8 Millionen monatliche Auflage. Es ist einer der größten kommerziellen Erfolge des amerikanischen Nachkriegsmagazins.

Der Marktwert von MAD #24 als Magazin ist 2026 strukturell zugänglicher als der der Comics #1-23. Ein CGC 9.0 wird je nach Monat zwischen 1.800 und 2.800 Dollar gehandelt. Ein CGC 8.0-8.5 zwischen 900 und 1.500 Dollar. Ein CGC 7.0 zwischen 500 und 850 Dollar. Ungeslabte Exemplare in Raw Fine-VF (entspricht 6.0-8.0) zirkulieren zwischen 300 und 700 Dollar, mit einem üblichen Abschlag für vergilbte oder verrostete Heftklammern. Der Magazin-Marktwert ist weniger volatil als der Comic-Marktwert: Die massive Auflage (350.000 erhaltene Exemplare) garantiert ein stabiles Angebot, was spekulative Ausschläge dämpft. Zum historischen Pre-Code-Kontext siehe Horror-Comics der 1950er Pre-Code: Sammlerratgeber.

Der französische Sammler sollte in seinem Katalog drei getrennte MAD-Unterkollektionen unterscheiden. Unterkollektion A: MAD #1-23 Comic-Heft EC (1952-1955), 23 Hefte, Gesamtmarktwert Raw VG-Fine zwischen 25.000 und 50.000 Dollar je nach Zustand. Unterkollektion B: MAD #24-30 Übergangsmagazin (Juli 1955-Dezember 1956), 7 Hefte, Gesamtmarktwert CGC 7.0-8.0 zwischen 4.000 und 8.000 Dollar. Unterkollektion C: MAD #31+ Magazin-Ära Alfred E. Neuman, digital zu sehr niedrigen Kosten zugänglich. Ein moderner Comics Manager segmentiert diese drei Bereiche in seiner Datenbank. Um einen weiteren angrenzenden EC-Katalog zu beginnen, siehe Atlas Comics vor Marvel: womit anfangen.

Alfred E. Neuman als Maskottchen 1956: die ikonische visuelle Identität von MAD

Alfred E. Neuman ist eine der wiedererkennbarsten grafischen Figuren der amerikanischen Kultur des 20. Jahrhunderts, vergleichbar in seiner Bekanntheit mit Mickey Mouse, Bugs Bunny oder Snoopy. Dennoch ist seine redaktionelle Geschichte paradox: Das Gesicht wurde nicht für MAD geschaffen, sein Name erscheint nicht in den ersten Heften, und es dauert mehrere Jahre, bis er zum festen Maskottchen des Magazins wird. Entschlüsseln wir diese Geschichte.

Das Gesicht des zukünftigen Alfred E. Neuman kursiert seit mindestens 1894 in der amerikanischen Kultur. Mehrere Werbungen für Zahnpflege, Bonbons und beliebte Medikamente aus dem späten 19. Jahrhundert verwenden eine ähnliche Zeichnung: rothaariger Junge, weit auseinanderstehende Augen, im Bereich der Mitte fehlende Zähne, abstehende Ohren, seliger Gesichtsausdruck. Der mit dem Gesicht verbundene Slogan "What, me worry?" taucht in mehreren Vorkriegswerbungen auf. Keine eindeutige Urheberschaft lässt sich feststellen. Es handelt sich um ein faktisch gemeinfrei kursierendes Bildmotiv.

Harry Chester, Art Director bei EC Comics, sieht dieses Gesicht 1954-1955 auf einer Postkarte. Er zeigt es Harvey Kurtzman, der beschließt, es als wiederkehrendes Accessoire in MAD einzusetzen. Erste Erscheinung des Gesichts in MAD: MAD #21 (März 1955), eine kleine Innenillustration ohne Namen. Das Gesicht taucht erneut in MAD #24 (Magazin, Juli 1955) und MAD #27 (April 1956) auf. Der Name "Alfred E. Neuman" wird erstmals in MAD #30 (Dezember 1956) vergeben. Dasselbe Cover der #30 präsentiert ihn als Kandidaten für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten mit einem parodistischen Slogan. Das ist der Kristallisationspunkt: Name, Gesicht und redaktionelle Identität laufen bei diesem Heft zusammen.

Ab MAD #30 (Dezember 1956) wird Alfred E. Neuman zur festen Ikone des Magazins. Das Cover der #30 hat 2026 einen Marktwert zwischen 600 und 1.200 Dollar in CGC 8.0-8.5, was es zu einer zugänglichen Schlüsselausgabe macht. Ab MAD #31 (Februar 1957) erscheint das Gesicht systematisch auf dem Cover, entweder als zentrale Figur oder als diskretes, in das Bild integriertes Augenzwinkern. Diese Wiederholung macht Alfred de facto zur eingetragenen Marke. Norman Mingo, Illustrator der Saturday Evening Post, zeichnet das offizielle Porträt von Alfred E. Neuman, das auf dem Cover von MAD #30 veröffentlicht und anschließend auf den folgenden Covern als kanonisches Bild stabilisiert wird.

Für den Sammler sind mehrere Alfred-E.-Neuman-Cover über ihren reinen Marktwert hinaus zu Ikonen geworden. MAD #76 (Januar 1963): Alfred als Hershey-Schokoladenfigur. MAD #115 (Dezember 1967): Alfred auf einer Dartscheibe, Satire auf den Vietnamkrieg. MAD #166 (April 1974): Alfred als Lincoln Memorial. MAD #200 (Juli 1978): Cover der Sonderausgabe Nummer 200. Diese Hefte haben in CGC 9.0-9.4 einen Marktwert zwischen 80 und 250 Dollar und eignen sich zum Einstieg in eine angrenzende Underground- und Satire-Sammlung.

MAD-Katalog 1952-2018 und DC-Reboot: über 550 Hefte in 66 Jahren

Über 66 Jahre Veröffentlichung zwischen 1952 und 2018 (danach ab 2018 im DC-Reboot) hat MAD über 550 Haupthefte, über 200 Sonder- und Sammlerhefte sowie rund fünfzig Paperbacks und Jahrbücher veröffentlicht. Dieser gewaltige Katalog strukturiert die Sammlungsstrategie in mehrere unterschiedliche historische Blöcke.

Block 1: MAD Comic-Heft EC (1952-1955). 23 Hefte (#1 bis #23). Comic-Heft-Format für 10 Cent, in Farbe, ab Oktober 1954 der Code Authority unterworfen. Seltenster und am höchsten bewerteter Block. Durchschnittlicher Marktwert Raw VG-Fine zwischen 800 und 4.000 Dollar je nach Heft. Für den ernsthaften Sammler bildet dieser Block das kulturelle Fundament.

Block 2: MAD-Magazin, Ära Kurtzman (1955-1956). 5 Hefte (#24 bis #28). Magazinformat für 25 Cent, Schwarz-Weiß, außerhalb des Codes. Kurtzman verlässt MAD nach der #28 im März 1956, um bei Hugh Hefner das Magazin Trump zu starten (Misserfolg: 2 im Jahr 1957 veröffentlichte Hefte). Intensiver Sammlerblock für Kurtzman-Puristen. Marktwert Raw Fine-VF zwischen 250 und 900 Dollar je nach Heft.

Block 3: MAD-Magazin, Ära Al Feldstein (1956-1984). Von #29 (September 1956) bis #250 (Oktober 1984). Al Feldstein, ehemaliger Editor der EC-Horror-Titel, übernimmt die Leitung von MAD. Unter seiner Führung erlebt das Magazin seinen kommerziellen Höhepunkt: 2,8 Millionen monatliche Auflage 1973. Stammbesetzung der "Usual Gang of Idiots": Don Martin, Mort Drucker, Al Jaffee, Sergio Aragonés, Antonio Prohías (Spy vs Spy), Dave Berg. Durchschnittlicher Marktwert Raw VF-NM zwischen 15 und 80 Dollar, zugänglich für Sammler mit kleinem Budget.

Block 4: MAD-Magazin, Ära Nick Meglin und John Ficarra (1984-2004). Von #251 bis #444. Das 1972 von Warner übernommene Magazin (zusammen mit EC) wird ab 1968 in die DC-Comics-Gruppe integriert, bleibt redaktionell aber bis in die 1990er Jahre unabhängig. Die Auflagen sinken im Laufe dieses Zeitraums schrittweise von 1 Million auf 300.000. Marktwert Raw NM zwischen 5 und 25 Dollar, außer bei Sonderheften.

Block 5: MAD-Magazin, Ära John Ficarra solo (2004-2018). Von #445 bis #550. Im April 2001 führt MAD zum ersten Mal Werbung in seinen Seiten ein und bricht damit mit 49 Jahren kommerzieller Unabhängigkeit. Die Auflage fällt 2010 unter 200.000. Im Juli 2018 kündigt DC an, dass MAD nach der #10 des Reboots keine neuen Inhalte mehr produziert. Marktwert Raw NM zwischen 4 und 15 Dollar, außer bei Sonderheften (Parodien auf Star Wars, Harry Potter, Trump).

Block 6: MAD-DC-Reboot (2018+). Neunummerierung ab #1 im April 2018, gefolgt von der Ankündigung der Einstellung neuer Inhalte im Juli 2019. Seitdem veröffentlicht MAD hauptsächlich Archivmaterial mit wenigen neuen Parodien auf den Schlüsselseiten. Ein Block kultureller Übergangsphase mehr als ein Investitionsblock. Marktwert Raw NM zwischen 4 und 10 Dollar.

Um dieses Gesamtwerk korrekt in einem modernen Comics Manager zu katalogisieren, sind zwei Vorsichtsmaßnahmen unerlässlich. Erster Punkt: Die durchgehende Nummerierung 1-550 sollte bis zum Reboot beibehalten und dann für das DC-Reboot in ein Untervolumen "MAD (2018) #1+" überführt werden. Zweiter Punkt: Die Sonderhefte und Jahrbücher (MAD Super Special, MAD Magazine Special, MAD Annuals, MAD Big Book) bilden eine separate Unterkollektion mit eigener Nummerierung. Eine ernsthafte Comic-Sammlungs-App integriert diese beiden Logiken nativ.

Marktwert 2026 MAD #1-23 EC vs. MAD #24+ Magazin: Stabilität oder Wertverfall

Der MAD-Markt 2026 gliedert sich in zwei unterschiedliche Dynamiken, die eine getrennte Analyse verdienen. Der EC-Comic-Heft-Block (1-23) folgt einer Logik absoluter Seltenheit, die den Marktwert strukturell nach oben treibt. Der Magazin-Block (24+) folgt einer Logik massiver Auflage, die den Marktwert außer bei den Alfred-E.-Neuman-Key-Covers deckelt. Diese Divergenz zu verstehen ist entscheidend, um ein Sammlungsbudget zu steuern.

Block EC 1-23: dokumentierte Aufwärtsstabilität 2022-2025. Die Verkäufe bei Heritage Auctions und ComicConnect dokumentieren eine kontinuierliche Wertsteigerung in diesem Block. MAD #1 CGC 9.0: 30.000 Dollar 2019, 45.000 Dollar 2022, 60.000 Dollar 2024. Das entspricht +100 % in 5 Jahren, +33 % in 2 Jahren. MAD #4 (der "Superduperman") CGC 8.0: 4.800 Dollar 2020, 7.200 Dollar 2024. MAD #11 (Sherlock-Holmes-Parodie von Will Elder) CGC 8.5: 3.200 Dollar 2021, 5.800 Dollar 2024. Die Logik ist klar: weniger als 50 im Census 2026 verzeichnete CGC-9.0+-Exemplare für MAD #1, gegenüber einer strukturell steigenden Nachfrage, getragen von Pre-Code-Sammlern, Kurtzman-Fans und Popkultur-Akademikern.

Block Magazin 24-100: flache Stabilität mit Ausschlägen bei Key-Covers. Die Magazine von 1955-1965 wurden in Auflagen von 500.000 bis 1,3 Millionen Exemplaren gedruckt. Der CGC-Census verzeichnet Hunderte, wenn nicht Tausende Exemplare in hohen Erhaltungsgraden. Folge: Der durchschnittliche Marktwert bleibt über 5 Jahre flach, mit typischen Spannen wie MAD #30 in CGC 8.5 zwischen 700 und 1.100 Dollar über den gesamten Zeitraum 2021-2025. Die Ausnahmen betreffen die ikonischen Key-Covers: MAD #76 (Hershey), MAD #115 (Vietnam-Dartscheibe), MAD #166 (Lincoln), deren CGC-9.0-Wert im Betrachtungszeitraum um +20 bis +35 % gestiegen ist.

Block Magazin 101-300: moderater, aber realer Wertverfall. Die Magazine der Jahre 1965-1990 leiden unter einem demografischen Effekt: Die Generation, die sie damals gelesen hat (Babyboomer 1955-1975), verkauft ihre Sammlungen zu Lebzeiten oder im Erbfall. Das Angebot an Raw-NM-VF-Exemplaren steigt, ohne dass die Nachfrage entsprechend mitwächst. Folge: -10 bis -20 % über 5 Jahre bei Heften ohne Key-Cover. Dieser Wertverfall ist vor allem auf dem Raw-Markt spürbar: Die CGC-9.6-9.8-Exemplare halten sich besser, da sie einen Teil der Nachfrage abfangen, die sich vom Raw-Markt zum Slab verlagert.

Block Magazin 301-550: starker Wertverfall außer bei markanten Popkultur-Parodien. Die Magazine der Jahre 1990-2018 haben es auf dem Sekundärmarkt am schwersten. Bereits bei Erscheinen rückläufige Auflagen, schwache Sammlernachfrage, Konkurrenz durch digitale Inhalte. Der Raw-NM-Marktwert fällt auf 3-8 Dollar, außer bei Ausnahmen: MAD #1 (Reboot 2018), MAD-Star-Wars-Parodien (1977-1980), MAD-Harry-Potter-Parodien (2000-2010), MAD-Trump-Parodie (2016-2017), die eine Fan-Nachfrage anziehen. Um den Popkultur-Effekt auf benachbarte Marktwerte zu verstehen, siehe ComicConnect vs. Heritage Auctions.

Die Strategie 2026 für einen französischen Sammler gliedert sich in drei Prioritäten. Priorität 1: einen MAD #1 im höchsten budgetgerechten Erhaltungsgrad sichern (CGC 5.0-6.0 zwischen 2.800 und 5.500 Dollar anvisieren, falls das Budget es zulässt). Das ist das kulturelle Kernstück. Priorität 2: den EC-Block 2-23 schrittweise vervollständigen, mit Vorrang für die Hefte von Kurtzman, Elder und Wood, über 5-10 Jahre mit einem Jahresbudget von 3.000 bis 8.000 Dollar. Priorität 3: den Magazin-Block 24-100 in Raw VF-NM vervollständigen, was ein bescheidenes Budget von 600 bis 1.500 Dollar für die 77 Hefte erfordert. Um die aktuelle Preisspanne für ein konkretes Exemplar einzuordnen, fordern Sie eine kostenlose Bewertung vor der Transaktion an.

Sammler-Merkpunkt: Die MAD-Comic-Hefte von 1952-1955 wurden auf nicht entsäuertem Pulp-Papier gedruckt. Über 70+ Jahre ist die Vergilbung systematisch. Ein in CGC 9.4 oder 9.6 ausgewiesenes Exemplar ist extrem selten. Die MAD-Magazine von 1955-1980 verwenden Magazinpapier von besserer Qualität, was häufigere CGC-9.6-9.8-Bewertungen erklärt. Dieser Unterschied im Trägermaterial erklärt einen Teil des Wertunterschieds in hohen Graden zwischen den beiden Blöcken. Siehe Comics mit CGC bewerten lassen: kompletter Leitfaden.

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FAQ

Wer hat MAD Magazine geschaffen und wann?

MAD wurde von Harvey Kurtzman, Autor und Editor bei EC Comics, unter der Leitung von Chef Bill Gaines geschaffen. Das erste Heft, datiert Oktober-November 1952, erscheint Ende August 1952 am Kiosk. Der ursprüngliche Titel lautet Tales Calculated to Drive You MAD, mit dem Untertitel Humor in a Jugular Vein. Kurtzman schreibt in den ersten Jahren sämtliche Skripte selbst, mit einem Elite-Künstlerteam, darunter Jack Davis, Wally Wood und Will Elder. Kurtzman verlässt MAD nach der #28 im März 1956, um bei Hugh Hefner das Magazin Trump zu starten.

Warum wechselte MAD 1955 vom Comic-Heft zum Magazin?

Bill Gaines verwandelte MAD ab der #24 im Juli 1955 von einem Comic-Heft (10 Cent, Format 17,8 x 26 cm, in Farbe, seit Oktober 1954 der Code Authority unterworfen) in ein Magazin (25 Cent, Format 21 x 28 cm, Schwarz-Weiß, außerhalb des Codes). Zwei Gründe: Harvey Kurtzman zu halten, der drohte, zu Hugh Hefners Playboy zu wechseln, und der Comics Code Authority zu entgehen, die nur für Comic-Hefte gilt. Das Magazinformat erlaubte es also, die redaktionelle Freiheit zu bewahren und gleichzeitig die Regulierung einzuhalten. Die Auflage stieg von 350.000 (Comic) auf 500.000 bereits mit der #24, dann auf 2,8 Millionen am Höhepunkt 1973.

Wie viel ist ein MAD #1 im Jahr 2026 wert?

Laut den Verkäufen von Heritage Auctions und ComicConnect 2022-2025 erreichte ein MAD #1 in CGC 9.0 im März 2024 60.000 Dollar, was etwa 55.000 Euro entspricht. Ein CGC 9.2 erzielte im September 2023 bei ComicConnect 96.000 Dollar. CGC 9.4 und höher sind extrem selten (weniger als 10 im CGC-Census verzeichnete Exemplare) und bewegen sich zwischen 120.000 und 180.000 Dollar. Ein CGC 8.0-8.5 liegt zwischen 8.000 und 18.000 Dollar. Ein CGC 7.0-7.5 zwischen 4.500 und 9.000 Dollar. Ein Raw VG-Fine auf einer Convention zwischen 1.800 und 4.000 Dollar, mit der Anforderung einer systematischen Prüfung vor dem Kauf.

Wann wurde Alfred E. Neuman zum offiziellen Maskottchen von MAD?

Das Gesicht kursiert seit mindestens 1894 in der amerikanischen Kultur, in Werbungen für Zahnpflege und Bonbons. Harry Chester, Art Director bei EC Comics, führt es in MAD #21 (März 1955) als anonyme Innenillustration ein. Der Name "Alfred E. Neuman" wird erstmals auf dem Cover von MAD #30 (Dezember 1956) vergeben, das ihn als Kandidaten für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten präsentiert. Ab der #31 (Februar 1957) erscheint Alfred systematisch auf dem Cover, entweder zentral oder als Augenzwinkern. Norman Mingo zeichnet das kanonische Porträt, das auf den folgenden Covern stabilisiert wird.

Sollte man MAD-Comic-Hefte von EC oder MAD-Magazine sammeln?

Das hängt von Ihrem Budget und Ihrer Strategie ab. Die MAD-Comic-Hefte von EC (#1 bis #23, 1952-1955) sind selten, teuer (Raw VG-Fine zwischen 800 und 4.000 Dollar je nach Heft) und strukturell in kontinuierlicher Wertsteigerung (+100 % über 5 Jahre für die #1 in CGC 9.0). Die MAD-Magazine (#24+, 1955-2018) haben massive Auflagen, sind zugänglich (Raw VF-NM zwischen 5 und 80 Dollar je nach Heft), aber im Marktwert flach, außer bei ikonischen Key-Covers (MAD #30, #76, #115, #166). Empfohlene Strategie: einen MAD #1 im budgetgerechten Erhaltungsgrad sichern, den EC-Block 2-23 schrittweise über 5-10 Jahre vervollständigen, dann den Magazin-Block 24-100 in Raw VF-NM für ein bescheidenes Budget vervollständigen.

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