Der unumgängliche Schlüsselcomic für jeden Thanos-Sammler bleibt Iron Man #55 (Februar 1973), der Erstauftritt des Mad Titan aus der Feder von Jim Starlin: Unser eBay-Schätzer liefert einen Medianwert von 9 € bei 73 Anzeigen — dieser Wert vermischt jedoch alle Auflagen und alle Erhaltungsgrade. In hoher Bewertung sieht die Sache ganz anders aus: Ein Exemplar in CGC 9,8 wurde 2022 laut sellmycomicbooks.com für 9.600 $ verkauft, während der absolute Rekord bei 13.025 $ liegt, aufgestellt 2013 bei ComicLink.

Thanos ist eine Schöpfung der Bronze Age — es gibt kein einziges Heft aus der Silver Age oder Golden Age, in dem er auftritt. Jim Starlin erschafft ihn für Iron Man #55 (Februar 1973), ein Heft, das gleichzeitig auch Drax den Zerstörer einführt. Derselbe Starlin entwickelt die Figur anschließend in einer ambitionierten Saga, die sich in den 1970er-Jahren über mehrere Marvel-Titel erstreckt, bevor er sie 1991 wiederbelebt, um The Infinity Gauntlet zu orchestrieren — eines der meistgelesenen kosmischen Events der Mediengeschichte.

Dieser Leitfaden ist redaktionell, nicht erschöpfend: Er identifiziert die wesentlichen Erzählbögen des Mad Titan in chronologischer Reihenfolge ihrer Veröffentlichung und verknüpft ihre literarische Bedeutung mit ihrem Interesse für Sammler. Die genannten Kurse stammen aus unserem eBay-Schätzer (eBay.fr + eBay.com, Juni 2026) sowie aus Auktionsrekorden, die von der Fachpresse dokumentiert wurden.

Übersicht der Schlüsselcomics nach Erzählbogen

HeftErzählbogen / BedeutungeBay-Daten (alle Grade)Dokumentierter Rekord
Iron Man #55 (Feb. 1973)1. Auftritt von Thanos und DraxMedian 9 € · 73 Anzeigen13.025 $ (CGC 9,8, ComicLink 2013)
Captain Marvel #25–33 (1973–74)Der Thanos-Krieg — Starlins Original-SagaReihe nicht im Tool erfasstNicht öffentlich dokumentiert
Avengers #125 (Juli 1974)Crossover des Thanos-Kriegs mit den AvengersMedian 9 € · 54 AnzeigenNicht öffentlich dokumentiert
Silver Surfer #34 (1990)Rückkehr von Thanos — Vorspiel zu Infinity GauntletMedian 19 € · 55 AnzeigenNicht öffentlich dokumentiert
The Infinity Gauntlet #1–6 (1991)Starlin/Pérez/Lim — das kosmische MeisterwerkReihe nicht im Tool erfasstNicht öffentlich dokumentiert
Infinity #1–6 (2013)Hickman — Einführung des Black Order und ThanesReihe nicht im Tool erfasstNicht öffentlich dokumentiert
Thanos Bd.2 #13–18 (2017–18)Cates/Shaw — „Thanos Wins", Cosmic Ghost RiderReihe nicht im Tool erfasstNicht öffentlich dokumentiert

Quellen der Kurse: eBay-Schätzer mycomicscollection.com (Juni 2026), sellmycomicbooks.com, Bleeding Cool.

Der Thanos-Krieg (1973–1974): der grundlegende Erzählbogen von Jim Starlin

Alles beginnt mit Iron Man #55 (Februar 1973), geschrieben und gezeichnet von Jim Starlin (Ko-Autor Mike Friedrich). Dieses Heft aus der Bronze Age führt Thanos, den Verrückten Titan, sowie Drax den Zerstörer, Mentor, Starfox und die Blood Brothers in einem einzigen Heft ein — eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Dichte an Erstauftritten. Starlin übernimmt anschließend Captain Marvel ab Heft #25 und entwickelt eine ambitionierte Saga, die sich bis #33 (März 1973 – Januar 1974, zweimonatliche Veröffentlichung) erstreckt. Die Haupthandlung: Thanos will sich des Kosmischen Würfels bemächtigen, um das Universum zu erobern; Mar-Vell und Rick Jones stellen sich ihm entgegen. Der Erzählbogen greift auf Avengers #125 (Juli 1974) über, wo das Avengers-Team in den Konflikt eingreift. Die Saga endet in Marvel Two-in-One Annual #2 (1977) mit dem Tod von Thanos, der von Adam Warlock zu einer Statue versteinert wird.

Für den Sammler existieren Captain Marvel und Marvel Two-in-One Annual nicht in unserem eBay-Tool: Es steht kein verlässlicher Medianwert zur Verfügung. Avengers #125 liefert einen Median von 9 € bei 54 Anzeigen — ein solides Volumen für den Einstiegsbereich. In hoher CGC-Bewertung bleiben diese Bronze-Age-Hefte gesuchte Stücke, doch für sie ist kein öffentlicher Rekord dokumentiert.

Die Rückkehr von Thanos und The Infinity Gauntlet (1990–1991): der absolute Höhepunkt

Nach dreizehn Jahren Abwesenheit wird Thanos von Jim Starlin in Silver Surfer #34 (1990, Zeichnungen von Ron Lim) wiederbelebt. Der Auftrag, den ihm der Tod erteilt, übertrifft alles, was er in den 1970er-Jahren unternommen hatte: die Hälfte allen Lebens im Universum auszulöschen. Diese Heftreihe (#34–38) bildet die „Rebirth of Thanos" und dient als direktes Vorspiel zu The Infinity Gauntlet. Unser eBay-Schätzer liefert für Silver Surfer #34 einen Median von 19 € bei 55 Anzeigen — der höchste Wert unter den vom Tool erfassten Thanos-Heften, ein Spiegelbild seines Status als Rückkehr-Schlüsselausgabe.

The Infinity Gauntlet #1–6 (1991) ist der Erzählbogen, der Thanos universell bekannt machte. Starlin am Skript, George Pérez am Zeichenstift (ab #4 ersetzt durch Ron Lim), mit Thanos, der alle sechs Infinity-Steine vereint, mit den Fingern schnippt und die Hälfte allen Lebens im Universum auslöscht. Die Miniserie wird seit dreißig Jahren gelesen und wieder gelesen und hat die Struktur von Avengers: Infinity War (2018, 2,048 Milliarden Dollar weltweites Box-Office) und Avengers: Endgame (2019, 2,799 Milliarden Dollar — der zweiterfolgreichste Film aller Zeiten) direkt beeinflusst. Unser eBay-Tool erfasst The Infinity Gauntlet nicht als eigenständige Reihe, weshalb hier kein Medianwert überprüfbar ist.

Infinity (2013) von Jonathan Hickman: Thanos als Eroberer

Nach den Erzählbögen Starlins ist der nächste große Thanos-Moment in Comics Infinity (2013) von Jonathan Hickman, mit Zeichnungen von Jim Cheung, Jerome Opeña und Dustin Weaver. Über sechs Hefte entfaltet Hickman eine doppelte Handlung: die Avengers, die im All gegen die Builders kämpfen, und Thanos, der die Gelegenheit nutzt, um mit seinem Black Order (seinen fünf Generälen, darunter Corvus Glaive und Proxima Midnight) die Erde zu überfallen. Der Erzählbogen führt Thane ein, den geheimen Sohn von Thanos, der sich als fähig erweist, den Mad Titan in einen Zustand lebendigen Todes zu versetzen. Hickman ist es, der das Black Order konzipiert und die Grundlagen für die MCU-Adaptionen der Phase 3 schafft. Das kosmische und politische Leseniveau dieses Erzählbogens ist es, was ihn von den Marvel-Events derselben Zeit abhebt.

„Thanos Wins" (2017–2018) von Donny Cates: der moderne Referenz-Erzählbogen

Die Reihe Thanos Bd.2 von Donny Cates und Geoff Shaw — insbesondere der Erzählbogen „Thanos Wins" (#13–18, 2017–2018) — definiert die Figur für eine neue Generation neu. Das Konzept: Der Thanos der Gegenwart wird von seinem zukünftigen Ich, dem „König Thanos", an das Ende der Zeit versetzt, der tatsächlich alles zerstört hat und keinen Sinn mehr im Dasein findet. Der Erzählbogen führt den Cosmic Ghost Rider ein (Frank Castle, der in einem toten Universum zum kosmischen Wächter des Friedens wird) und erforscht die tragische Absurdität eines Wesens, dessen absoluter Sieg nur Leere ist. Grafisch brutal, erzählerisch ambitioniert, wird „Thanos Wins" regelmäßig unter die fünf besten Thanos-Geschichten aller Zeiten gezählt. Cates nutzt Thanos hier als Werkzeug zur Reflexion über Nihilismus und Einsamkeit — eine unerwartete Neuinterpretation für einen Superschurken-Comic.

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