Die Whitman-Varianten sind Hefte von Marvel, DC und Western, gedruckt für einen Kanal außerhalb des Kiosks: Plastiktüten mit drei Comics, verkauft in Kaufhäusern, Spielwarenläden, Tankstellen, Bahnhöfen und Flughäfen der USA. Bei Marvel beginnt die Markierung im Februar 1977 und liest sich im Block der linken oberen Ecke: zuerst eine Raute um den Preis mit erhaltenem Strichcode, dann, von Oktober 1977 bis Mai 1979, dieselbe Raute mit einem weiß gelassenen Strichcode-Feld. Bei DC ist der Anhaltspunkt das an die Stelle des Hausemblems gesetzte Whitman-Logo, oft begleitet von einem Cover ohne Heftnummer. Der Name „Whitman“ ist auf einem Marvel-Comic fast nie gedruckt: Er stand auf der Tüte, die beim Kauf weggeworfen wurde. Manche dieser Versionen sind banal, andere überleben nur in einigen Dutzend Exemplaren.
Wer eine Kiste amerikanischer Comics aus den Jahren 1978 oder 1979 öffnet, stößt früher oder später auf ein Exemplar, das ihn stört, ohne dass er sagen könnte, warum. Die Illustration ist die, die er kennt, das Serienlogo sitzt an der richtigen Stelle, die Paginierung bewegt sich nicht. Aber das kleine Rechteck in der linken oberen Ecke, das gewöhnlich Preis und Strichcode aufnimmt, gleicht nicht dem seines anderen Exemplars desselben Hefts. Der Preis ist dort in eine Raute eingeschlossen. Oder das Strichcode-Feld ist vollkommen weiß, ohne einen einzigen schwarzen Balken.
Das ist weder ein Druckfehler noch eine Fälschung noch ein ausländisches Heft. Es ist die Signatur eines parallelen Vertriebskanals, der etwa drei Jahre lang funktionierte und dessen Existenz fast kein Käufer der Zeit ahnte. Diese Exemplare liefen nie auf dem Ständer eines Zeitschriftenhändlers: Sie kamen zu dritt in einer Folientüte verschweißt in die Spielwarenabteilung eines Kaufhauses, neben Puzzles und Malbüchern.
Dieser Leitfaden ist dafür gedacht, mit dem Comic in der Hand benutzt zu werden. Er gibt die genaue Chronologie der Cover-Blöcke Periode für Periode, eine Prüfmethode in sieben Schritten, die Anhaltspunkte für DC und die Hausserien des Verlags, dann den heikelsten Teil der Arbeit: zu wissen, ob das Exemplar, das Sie halten, einer realen Seltenheit oder einer folgenlosen Kuriosität zuzuordnen ist. Beide Fälle gibt es, in sehr ungleichen Anteilen.
Woher diese Exemplare stammen, und warum sich ihr Cover ändert
Die Geschichte beginnt in Racine, Wisconsin, bei einem Drucker populärer Kinderbücher. Das Haus hatte dort um 1915 eine Marke für preiswerte Werke geschaffen und 1933 einen Lizenzvertrag zur Veröffentlichung von Büchern nach den Zeichentrickfilmen eines großen Animationsstudios unterzeichnet. In den 1960er Jahren startet dasselbe Unternehmen seine eigene Comiclinie, betrieben von 1962 bis 1984.
Sein Trumpf war nicht der Kiosk, sondern das Regal. Es verstand, in Kaufhäusern, Lebensmittelläden und Spielwarengeschäften zu verkaufen, an Orten, wohin der Pressevertrieb nicht kam. Und es verkaufte dort anders: nicht ein Heft auf einem Drehständer, sondern drei in einer Tüte verschweißte Hefte, nicht zurückgebbar, vom Händler verbindlich gekauft. Gegen Anfang der 1980er Jahre gibt die Comiclinie des Hauses sogar ihr historisches Logo zugunsten der Marke Whitman auf und wird nur noch auf diese Weise vertrieben, in Dreierpaketen, in Spielwarenläden, Warenhäusern, Tankstellen, Bahnhöfen und Flughäfen.
Marvel und DC vertrauten diesem Netz einen Teil ihres Vertriebs an. Und hier wird das Cover zum Dokument. Ein Kiosk-Remittende wird gutgeschrieben: Der Händler schickt einen Beleg zurück und bekommt sein Geld. Eine Kaufhaustüte dagegen wird verbindlich verkauft. Die beiden Ströme durften sich keinesfalls vermischen, sonst hätte ein Wiederverkäufer die Erstattung von Exemplaren verlangen können, die er nicht zurückgeben durfte. Daher die Änderung des Cover-Blocks: Sie zielte nicht auf Sammler, sie diente als buchhalterische Markierung. Genau dieselbe Logik wird etwas später die für Fachgeschäfte bestimmte Ausgabe hervorbringen, wie unser Vergleich zwischen Direkt- und Kioskausgabe erklärt.
Die Chronologie der Cover-Blöcke bei Marvel
Alles spielt sich auf wenigen Quadratzentimetern ab, und die Lesart hängt vom Datum ab. Derselbe Anhaltspunkt bedeutet 1977 nicht dasselbe wie 1980. Hier die aufeinanderfolgenden Zustände, der Reihe nach.
Raute um den Preis, Strichcode erhalten
Erste Generation. Der Preis steht nicht mehr in einem Rechteck, sondern ist von einer Raute umschlossen, während das Strichcode-Feld wie gewohnt mit schwarzen Balken gefüllt bleibt. Der Unterschied zum gewöhnlichen Exemplar ist so gering, dass er auf Armlänge unbemerkt bleibt: Man muss die Form ansehen, die die Zahl umgibt, nicht die Zahl selbst.
Raute und weißes Strichcode-Feld
Das ist die Version, die man gewöhnlich meint, wenn man von „Whitman-Variante“ spricht, und mit Abstand die am leichtesten zu erkennende: Am Platz des Strichcodes eine weiße, vollkommen saubere Leere, umrandet wie ein leeres Formularfeld. Die Preisraute bleibt. Diese Kombination lässt keinen Zweifel zu, selbst auf einem mittelmäßigen Foto.
Senkrechter Strich durch den Strichcode
Der Strichcode kehrt zurück, aber ein senkrechter Balken durchquert ihn, um ihn an der Kasse unbrauchbar zu machen. Diese Übergangslösung entspricht dem Moment, in dem Marvel seinen Vertrieb außerhalb des Kiosks wieder in die Hand nimmt. Seriöse Quellen hüten sich zu behaupten, diese Exemplare stammten ausschließlich aus Tüten: Sie markieren vor allem die Geburt des Kanals der Fachgeschäfte.
Gesicht einer Figur im Feld
Ein stilisiertes, weißes Heldengesicht ersetzt den Strichcode. Dieses Exemplar ist keine Tütenvariante: Es ist die für Fachgeschäfte bestimmte Ausgabe, die zu diesem Datum zur Norm des Direktkanals wird. Sie mit einer Kaufhausvariante zu verwechseln ist der verbreitetste Fehler bei diesem Thema, weil beide dasselbe Feld besetzen.
Ein Beispiel macht die Mechanik sehr konkret: Das erste Heft der Adaption des großen Science-Fiction-Films von 1977 hatte im Jahr sieben verschiedene amerikanische Drucke, was es zum meistvervielfachten Marvel-Heft der Zeit macht. Man findet dort die anfängliche Kiosk-Auflage zu 30 Cent, eine in nur wenigen Städten verbreitete Testversion zu 35 Cent, einen Nachdruck mit dem Wort „reprint“ auf dem Cover, dann drei für die Tüten gedruckte Rautenversionen: die erste mit Strichcode, die beiden folgenden mit weißem Feld, von denen die eine ihren Charakter als Nachdruck auf dem Cover und die andere nur im Impressum im Heftinneren angibt. Das Detail des Testpreises behandelt unser Leitfaden zu den Preisvarianten zu 30 und 35 Cent gesondert, da es ein anderes Phänomen betrifft.
Visuelle Methode, Schritt für Schritt
Das folgende Verfahren funktioniert bei jedem amerikanischen Heft, das auf 1977 bis 1983 datiert ist. Es läuft der Reihe nach: Jeder Schritt schließt eine Hypothese aus und bedingt den nächsten.
Lesen Sie vor allem das Cover-Datum
Notieren Sie Monat und Jahr, die auf dem Cover oder im Impressum gedruckt sind. Ohne dieses Datum ist kein visueller Anhaltspunkt deutbar: Das weiße Feld von 1978 und das illustrierte Feld von 1981 erzählen zwei gegensätzliche Geschichten. Fehlt das Datum auf dem Cover, gibt es das Impressum der ersten Seite fast immer.
Isolieren Sie den Block der linken oberen Ecke
Legen Sie den Daumen auf den Rest des Covers und betrachten Sie nur diesen Block. Illustration, Titel und Serienlogo sind bei allen Versionen identisch: Sie zu prüfen sät nur Zweifel. Die ganze nützliche Information steckt in diesem Quadrat.
Beschreiben Sie die Form um den Preis
Rechteck oder Raute? Formulieren Sie die Antwort laut, bevor Sie weitergehen. Die Raute ist bei Marvel der erste ernsthafte Hinweis auf eine für Tüten bestimmte Auflage und bleibt in mehreren aufeinanderfolgenden Zuständen des Blocks bestehen.
Bestimmen Sie den Zustand des Strichcode-Felds
Vier Möglichkeiten, und nur vier: vollständige schwarze Balken, schwarze Balken mit senkrechtem Strich, umrahmte weiße Leere oder illustriertes Motiv. Wählen Sie eine. Gleichen Sie dann mit dem Datum aus Schritt 1 ab, um zu schließen: weiße Leere vor Juni 1979 deutet auf die Tüte, illustriertes Motiv nach Februar 1980 deutet auf das Fachgeschäft.
Suchen Sie die Heftnummer auf dem Cover
Ihr Fehlen ist ein starkes Signal, vor allem bei einem DC-Titel der Zeit: Manche Tütenauflagen wurden ohne sichtbare Nummer auf der Vorderseite gedruckt. Die wahre Nummer liest man dann im Impressum, das nie log. Ein Heft ohne Nummer auf der Vorderseite, aber im Inneren nummeriert, ist nicht unvollständig: Es ist markiert.
Prüfen Sie die Stimmigkeit zwischen Cover und Innenblock
Vergleichen Sie Abnutzung, Papiertönung, Farbe des Rückens und Zustand der Klammern. Da der Unterschied zwischen den Versionen ganz im Cover liegt, genügt ein markiertes Cover in Verbindung mit einem Innenteil anderer Herkunft, um eine Fälschung herzustellen. Ein Cover, das deutlich frischer ist als die Seiten, die es schützt, rechtfertigt eine Prüfung bei starkem Licht.
Benennen Sie Ihr Ergebnis mit den richtigen Worten
Schreiben Sie in Ihr Inventar, was Sie festgestellt haben, nicht, was Sie vermuten: „Raute, weißes Feld, November 1978“ ist besser als „Whitman“. Diese Beschreibungsdisziplin schützt Sie am Tag des Weiterverkaufs, an dem der Käufer überprüfbare Fakten statt eines Handelsetiketts will.
Der Fall DC: ein ausgetauschtes Logo, eine versteckte Nummer
Bei DC ist die Markierung gesprächiger und leichter zu sehen, aber ihre Form variiert von Titel zu Titel. Das allgemeine Prinzip besteht darin, das übliche Emblem des Verlags durch die Marke Whitman zu ersetzen, mal in einem Kreis, der genau den Platz des Emblems einnimmt, mal in Blockbuchstaben. Bei manchen Heften geht der Vorgang mit der Entfernung der Nummer auf dem Cover einher, daher die Wichtigkeit von Schritt 5 der obigen Methode.
Der Kanal war derselbe wie bei Marvel: Dreierpakete, verkauft in den Ketten amerikanischer Kaufhäuser und Basare, mit einer amüsanten und folgenreichen physischen Konsequenz. In einer undurchsichtigen Tüte mit drei Heften war das mittlere Exemplar beim Kauf unsichtbar. Niemand wählte, was er mitnahm, was sowohl die sehr ungleiche Verteilung der Auflagen pro Heft als auch die heutige Schwierigkeit erklärt, eine erschöpfende Liste zu rekonstruieren.
Diese Erfassungsseltenheit erzeugt späte Überraschungen. Ein Heft der Anthologie-Serie, in der Superman jeden Monat einem anderen Helden begegnete, blieb den Sammlern bis Anfang der 2010er Jahre völlig unbekannt, bevor es als Tütenauflage identifiziert wurde. Nur wenige zertifizierte Exemplare sind davon dokumentiert, und sein Auftauchen hat die vollständige Sammlung dieser Kategorie zu einem fast unerreichbaren Ziel gemacht. Die Episode verdient aus methodischem Grund, behalten zu werden: Auf diesem Terrain beweist das Fehlen eines Vermerks in den etablierten Listen nicht die Nichtexistenz einer Version.
Schließlich muss man diese DC-Auflagen vom Ende der 1970er Jahre von späteren Paketen unterscheiden. DC verkaufte noch lange danach Multipacks, mit anderen Markierungen, und die betroffenen Exemplare werden dann durch ein im Strichcode-Feld untergebrachtes Symbol identifiziert. Die Tütenexemplare der 1980er und 1990er Jahre haben keinen Bezug zur Marke Whitman, auch wenn der kommerzielle Mechanismus derselbe blieb. Ein Heft von Batman, datiert März 1983, existiert zum Beispiel in einer vorverpackten Paketversion, obwohl die Marke Whitman von den DC-Covern längst verschwunden war.
Die Hausserien des Verlags: die umgekehrte Falle
Bei den vom Haus aus Racine selbst veröffentlichten Comics, im Wesentlichen Lizenzen von Zeichentrickfilmen und Cartoon-Figuren, kehrt sich die Überlegung um. Hier ist die Marke Whitman keine dem Cover eines fremden Verlags hinzugefügte Markierung: Sie ist das Logo der Linie, das zu Beginn der 1980er Jahre das alte ablöst. Ein Heft mit diesem Logo ist also keine Variante eines anderen Hefts, sondern die normale Ausgabe seiner Zeit.
Der heikle Punkt liegt in den letzten Monaten von 1980, in denen mehrere Hefte nie anders als in einer Tüte verkauft wurden. Die Produktion war stark reduziert worden, manche Titel wurden nur als Muster verbreitet, andere nie hergestellt, trotz Ankündigung. Die betroffenen Hefte, allesamt Titel von Cartoon-Figuren, die zwischen August und Dezember 1980 erschienen, gehören zu den am schwersten zu findenden amerikanischen Heften des gesamten Jahrzehnts. Sammlerlisten nennen für die seltensten Schätzungen von einigen Dutzend überlebenden Exemplaren.
Diese Schätzungen verlangen allerdings Vorsicht, und das ist eine nützliche Lehre für das ganze Thema. Spätere Erhebungen haben einen Teil der angegebenen Zahlen bestritten und auf eine solidere Verbreitung als gedacht außerhalb der USA hingewiesen, vor allem nach Australien und Kanada. Eine von einer Sammlergemeinschaft genannte Seltenheitszahl ist keine Druckerei-Angabe: Sie ist eine Schätzung aus dem, was Liebhaber vorbeikommen sehen, und kann sich schlagartig korrigieren, wenn ein vergessener Bestand auftaucht. Dieselbe Warnung gilt für die Versionen mit Preisaufschlag für den Nachbarmarkt, behandelt in unserem Leitfaden zu den kanadischen Preisvarianten.
Sammeln Sie diese Reihe?
Behalten Sie den Überblick über Ihre Hefte, Ihre Lücken und den Wert Ihrer Sammlung. 7 Tage testen.
Test starten →Selten oder banal: die Frage, die alles entscheidet
Das größte Missverständnis über diese Exemplare besteht im Glauben, die Markierung gelte als Seltenheitszertifikat. Sie gilt nur als Kanalzertifikat. Drei dokumentierte Tatsachen genügen, den Abstand zwischen den beiden Enden des Spektrums zu messen.
Erste Tatsache: Die Rautenauflagen machen einen geringen, aber nicht vernachlässigbaren Anteil dessen aus, was heute für die betroffenen Hefte kursiert, in der Größenordnung einiger Prozent der auf dem Gebrauchtmarkt beobachteten Exemplare. Bei einem Heft, das sich in Hunderttausenden Einheiten verkauft hat, sind einige Prozent immer noch sehr viele verfügbare Exemplare. Die markierte Version ist seltener als die gewöhnliche und dennoch völlig auffindbar.
Zweite Tatsache: Am anderen Ende existierten manche Hefte nur in der Tüte, ohne jede Entsprechung am Kiosk. Dort ist die Seltenheit nicht mehr relativ, sondern absolut, und sie misst sich in Dutzenden bekannter Exemplare statt in Tausenden. Zwischen diesen beiden Situationen ist der Unterschied nicht graduell, sondern wesensmäßig.
Dritte Tatsache, und die kostet eilige Käufer am meisten: Viele Tüten wurden mit völlig gewöhnlichen Kiosk-Exemplaren ohne jede besondere Markierung bestückt. In einem Paket verkauft worden zu sein hinterlässt also keine Spur am Heft selbst. Ein Verkäufer, der ein Exemplar ohne Raute, ohne weißes Feld und ohne ausgetauschtes Logo als „Tütenvariante“ präsentiert, beschreibt eine Vertriebsgeschichte, die er nicht beweisen kann.
- Markierung bei einem gesuchten Heft: der einzige Fall, in dem reale Seltenheit auf reale Nachfrage trifft. Die markierte Version fügt einer bereits bestehenden Begehrlichkeit eine Etage hinzu.
- Markierung bei einem banalen Heft: Vollständigkeitsobjekt für Spezialisten, ohne bedeutenden Wertunterschied zum gewöhnlichen Exemplar.
- Heft, das nur in der Tüte existierte: Die Seltenheit ist dokumentiert, aber der Kreis der Käufer ist eng, der Weiterverkauf verlangt also Geduld.
- Noch versiegelte Tüte mit ihrer Kopfkarte: Zeugnisstück, geschätzt wegen seiner zeitgenössischen Unversehrtheit, dessen Öffnung gerade zerstört, was es auszeichnet.
Ein letzter physischer Parameter verdient, vor jedem teuren Kauf bekannt zu sein. Die Naht der Tüte presste die Hefte und markierte das Papier dauerhaft, oft über die ganze Höhe eines Randes. Exemplare dieser Herkunft liegen daher bei der Bewertung oft recht niedrig, und die höchsten Noten sind dort unverhältnismäßig schwer zu erreichen. Das hat zwei praktische Folgen: Ein markiertes Exemplar in sehr hoher Note rechtfertigt eine umso strengere Prüfung, und den Preis eines Tütenexemplars mit dem eines Kiosk-Exemplars ohne Berücksichtigung der Note zu vergleichen, hat keinen Sinn.
Was ein Zertifizierungsetikett sagt
Seit dem 26. September 2022 gibt CGC auf seinem Etikett die kommerzielle Herkunft der zertifizierten Exemplare an, mit zwei getrennten Vermerken: einem für Kiosk-Exemplare, einem für Multipack-Exemplare. Diese Entscheidung beendete jahrelange Unschärfe, und sie entschied vor allem eine Vokabelfrage, die sich Sammler seit langem stellten.
Der Dienst hat nämlich eine neutrale Formulierung für Paket-Exemplare gewählt und dabei präzisiert, dass die in der Gemeinschaft gebräuchliche Bezeichnung ungenau ist: Nicht alle Multipacks stammten aus dem Netz von Whitman, andere Vertreiber haben welche abgesetzt. Für die Marvel-Exemplare mit Raute aus dem Zeitraum 1977 bis 1979 erwähnt die offizielle Beschreibung ein verändertes Cover, bei dem Preis und Nummer in einer Raute statt in einem Rechteck stehen, genau die oben beschriebenen Anhaltspunkte. Das Etikett kann bei einem schon vor diesem Datum zertifizierten Exemplar rückwirkend durch erneutes Einkapseln erhalten werden.
Frühere Etiketten verwendeten je nach Fall andere Formulierungen: Manche betonten das Fehlen eines Monats auf dem Cover, andere den vorverpackten Charakter der Konfektionierung. Die betroffenen Populationsanteile bleiben bescheiden: Bei den am besten dokumentierten DC-Paket-Heften machen die markierten Exemplare nur einige Prozent der zertifizierten Exemplare des Hefts aus, was die relative Seltenheit bestätigt, ohne sie in Unauffindbarkeit zu verwandeln. Um zu wissen, ob sich der Vorgang bei Ihrem Exemplar lohnt, beschreibt unser Leitfaden zur Bewertung und Zertifizierung die Entscheidungsmethode, und eine vorherige Bewertung vermeidet Kosten für ein Heft, das sie nicht wieder hereinholt.
Merken Sie sich vor allem das Prinzip: Das Etikett zertifiziert, was am Objekt feststellbar ist, nämlich einen Cover-Zustand, und nie den Handelsweg, den es genommen hat. Das ist auch die Grenze Ihrer eigenen Expertise. Sie können behaupten, dass ein Cover-Block einem bestimmten Zustand in einem bestimmten Zeitraum entspricht. Sie können nicht ohne Dokument behaupten, dass ein bestimmtes Exemplar den Winter 1978 in einer Tüte in der Spielwarenabteilung verbracht hat. Die erste Behauptung lässt sich beweisen, die zweite erzählen, und nur die erste hat auf einem Markt einen Wert. Um die Seltenheitsmechanismen dieses Kanals zu vertiefen, ergänzt unser Artikel zu den Multipack-Ausgaben und ihrer Bewertung diesen Identifikationsleitfaden.